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Burgheim

13.01.2020

Ein forderndes Jahr für die Burgheimer Wehr

Ein Markenzeichen der Burgheimer Feuerwehr sind die Atemschutzträger, hier bei einer Großübung bei der Ortlfinger Biogasanlage. Sie bekommen in diesem Jahr neue Schutzanzüge.
Foto: Peter Maier

Die Feuerwehr rückte im vergangenen Jahr 35 mal aus. Das waren zwar weniger, dafür aber gravierendere Einsätze als im Jahr zuvor.

„Diese Einsätze verfolgten auch mich noch ein paar Tage, bis ich das Erlebte in eine Schublade ablegen konnte.“ So beschrieb Anton Gutjahr, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Burgheim, die beiden schlimmsten Einsätze der Wehr im abgelaufenen Jahr. Zwei tödlich verunglückte junge Männer im Alter von 18 und 20 Jahren haben die Wehrleute aus ihren total demolierten Fahrzeugen geborgen.

Zuvor hatte der Vereinsvorsitzende Andreas Steiner die Aktivitäten der Wehr vor 102 Floriansjüngern abgegeben, darunter auch Bürgermeister Michael Böhm, Kreisbrandinspektor Peter Mayer und die Kreisbrandmeister Josef Reichherzer und Alexander Bauer sowie Notfall-Seelsorger Dekan Werner Dippel. Die erstreckten sich von der Fackelwanderung der Jugend, über die Faschingsgaudi, den Florianstag, das Mitradeln beim Volksradfahren, das Begleiten von kirchlichen Festen und Beerdigungen, die Teilnahme am Ferienprogramm der Gemeinde und vor allem das Marktfest. Knapp 100 Positionen mussten für Vorbereitung und Durchführung besetzt werden. Die Steaksemmeln sind der ganz große Renner. Bei der Zubereitung wünscht sich der Vorsitzende jedoch mehr Engagement der Männer in der Küche. Das Marktfest sei schließlich die wichtigste Einnahmequelle des Vereins. Im vergangenen Jahr konnte die Feuerwehr zwölf neue Floriansjünger gewinnen und zählt aktuell 502 Mitglieder, darunter 110 Damen und zehn Jugendliche.

Die Feuerwehr Burgheim war auch in Inzell aktiv

Kommandant Anton Gutjahr erinnerte an den Einsatz während des Schneechaos’ in den Alpen. Diese für alle Burgheimer Feuerwehrler ganz neue Hilfeleistung führte sie überwiegend auf Dächer von denkmalgeschützten Bauernhäusern in und um Inzell. Zwei Meter hoher Schnee, der pro Quadratmeter rund 500 Kilo wog, musste in luftigen Höhen geräumt werden. Der Dank der Bevölkerung, auch der politischen Führung, war phänomenal, so Anton Gutjahr.

Darüber hinaus legten drei Gruppen das Leistungsabzeichen Löschwasser ab. Zehn Nachwuchskräfte errangen das Bayerische Jugendleistungsabzeichen. Auch an überregionalen Ausbildungen in großer Bandbreite beteiligten sich die Burgheimer. Sie erstreckten sich vom Fahrsicherheitstraining über Atemschutz, Strahlrohrführung und Heißausbildung im Container bis zum Erste-Hilfe-Kurs. Der weiteste Weg dafür führte nach Würzburg. Insgesamt leisteten die Wehrleute 2275 Stunden für Ausbildung, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Der blieb auch im vergangenen Jahr nicht aus. Mit 35 Einsätzen blieb die Wehr zwar unter der Vorjahreszahl, doch die Unglücke waren deutlich schlimmer. Unterstützung bei der Verarbeitung der schrecklichen Ereignisse leisteten Pfarrer Werner Dippel und Notfallseelsorgerin Daniela Schinko. Bei Schadensereignissen auf der Bundes- oder Kreisstraße ist es wichtig, die Mannschaft vor dem fließenden Verkehr zu schützen. Anton Gutjahr kritisierte, dass mit steigendem Verkehr die Verkehrsteilnehmer immer uneinsichtiger und aggressiver würden. Auch Brände galt es im vergangenen Jahr zu löschen. Der spektakulärste war ein Scheunenbrand in Biding, wo das Löschwasser beinahe nicht gereicht hätte. Hilfreich ist dabei auch die neue Drehleiter der Feuerwehr aus Rain, die mehrmals im Jahr in Burgheim im Einsatz ist.

Sie ehrten und wurden geehrt. Langjährige Mitglieder der Burgheimer Feuerwehr und aktiv Dienstleistende erhielten ihre Urkunden.
Foto: Peter Maier

Bei der Feuerwehr Burgheim gibt es immer weniger Nachwuchskräfte

Auch im neuen Jahr ist Ausbildung ein großes Thema. Die Einsatzkleidung der Atemschutzträger wird nach 20 Jahren getauscht. Auch der Fuhrpark wird sich ändern. Der Kauf eines Mehrzweckfahrzeuges verzögert sich. Dazu kommt eventuell noch ein Versorgungs-Lkw mit Hochwassermodul. Im Gegenzug werden das 32 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug 8 und der kleine Versorger aufgrund technischer Mängel aussortiert. Der Verein selbst wird einen Anhänger kaufen.

Jugendwart Thomas Blei beklagte eine sinkende Zahl bei jugendlichen Feuerwehranwärtern – ein Trend, der bei der Jugendarbeit in anderen Vereinen ebenfalls vorhanden sei. Die Jugendleitung sieht darin aber eine Chance auf eine effektivere Ausbildung. Die Burgheimer nahmen auch Jugendliche aus Ortsteilen auf. Wegen der geringen Teilnehmerzahl kamen keine Abzeichen für Jugendgruppen zustande. Vier theoretische und sieben praktische Ausbildungsveranstaltungen hielt die Jugendleitung ab. Eine gemeinsame Löschübung hatte die Jugendfeuerwehr mit den Straßer Nachwuchskräften. Auch im vergangenen Jahr ging die Wehr in die Ganztagsschule zur Brandschutzerziehung und erntete mit ihren Vorführungen Begeisterung unter den Schülern. Erstmals wird die Jugendfeuerwehr in diesem Jahr einen 24-Stunden-Tag mit Jugendlichen absolvieren und dabei das Leben als Berufsfeuerwehrmann darstellen.

Die Feuerwehr Burgheim verabschiedete Hermann Bergmüller

Bürgermeister Michael Böhm sprach die Unfälle auf der B16 an und unterstrich, dass die Einsätze dort alles andere als „einfach“ seien. Dabei lobte er das Verantwortungsbewusstsein der Feuerwehr für die Gesellschaft. Für Ehrenkreisbrandmeister Hermann Bergmüller, der als Hausmeister ausschied, hatte Michael Böhm noch einen Geschenkkorb dabei und dankte für sein Wirken im Dienst der Feuerwehr.

Kreisbrandinspektor Peter Mayer sieht die Lehrgangssituation als „nicht zufriedenstellend“ an. Hallen und Geräte seien „top“, doch Kapazitäten seien knapp und Lehrkräfte würden fehlen. Bei der Jugendarbeit sieht Peter Mayer die Burgheimer sehr gut aufgestellt und sprach eine Einladung zum Zeltlager aus. Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier gebe beim Katastrophenschutz Gas. Ein Zeichen dafür sei das neue Fahrzeug mit Hochwassermodul, das in Burgheim stationiert werden soll.

Zum Schluss ehrten Peter Mayer und die Burgheimer Vereinsführung, langjährige aktive Wehrleute und Jubilare der Feuerwehr.

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