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Interview

24.02.2018

Ein ganz eigenes Stück für Neuburgmusik

Markus Stockhausen ist als vielseitiger Grenzgänger bekannt.
Bild: Jörg Schirner

Für das Kammermusikfestival hat Markus Stockhausen ein außergewöhnliches Werk komponiert. Wie es sich anhört

Herr Stockhausen, am zweiten Konzerttag des Neuburger Kammermusikfestivals werden Sie gleich zwei Mal zu hören sein. Abends als Trompeter, nachmittags als Komponist. Wie kommt’s?

Das ist richtig. Das neue Kammermusikfestival in Neuburg ist ambitioniert. Es will etwas Neues ausprobieren – gerade solche grenzüberschreitenden Dinge, für die ich ja im Grunde auch bekannt bin.

Gibt es eine Verbindung zwischen dem komponierten Stück und der Stadt Neuburg?

Nein. Es war ein freier Kompositionsauftrag.

Sie haben also das Stück „Perspectives of Perception“ (zu Deutsch: „Perspektiven der Wahrnehmung“) für das achtköpfige Ensemble des Münchner Kammerorchesters geschrieben. Worum geht es?

Jeder Musiker hat seine eigene Perspektive auf die Musik – ganz egal, ob im Jazz, in der Klassik oder in der Neuen Musik.

Wie zeichnet sich das in Ihrem Stück ab?

Das ganze Stück ist wie ein Baukasten mit komponierten Segmenten und freien Räumen, die von den Musikern selbst improvisiert und ausgestaltet werden können.

Das klingt spannend.

Es ist sicher eine Herausforderung für klassische Musiker. So explizit habe ich das noch nie für ein Ensemble komponiert. Ich bin selbst sehr gespannt, wie die versierten Kammermusiker ihr Stilempfinden und ihre Qualitäten mit einbringen werden.

Wie hört sich „Perspectives of Perception“ insgesamt an?

Sicher nicht nach Klassik. Es ist eine Sprache, die im Gestus der zeitgenössischen Musik, man könnte auch sagen, im Gestus der Avantgarde erklingt.

Ist das Stück bereits fertig?

In seiner groben Struktur ja. Nun muss der Dialog mit den Musikern beginnen, um Änderungen oder Erweiterungen zu besprechen.

Den Abend werden Sie zusammen mit Ihrem Musikerkollegen von Inside Out, dem Pianisten Florian Weber, gestalten. Was erwartet das Publikum in der Duo Jazz Night?

Jazz ist heutzutage ein sehr weiter Begriff für individuelle Musik, die viel Improvisation beinhaltet. Wir spielen nicht atonal, sondern melodisch. Aber auch ein klassisches Publikum wird unsere Musik mögen. Sie lebt von dem, was im Moment geschieht, ist daher spannend und frisch. Und diesen Geist wollte ich auch in meine Komposition bringen. Interview: Elisa Glöckner

Das „Oktettkonzert I – Beethoven Plus“ der Münchner Kammermusiker findet am Samstag, 10. März, im Stadttheater im Rahmen des ersten Neuburger Kammermusikfestivals statt. Beginn der Veranstaltung ist um 16.30 Uhr. Am Abend desselben Tages, um 20.30 Uhr, spielt Inside Out zeitgenössischen Jazz, ebenfalls im Stadttheater.

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