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23.05.2008

Ein großer Dorfplatz für Sinning

Es ist beschlossene Sache: Die Gemeinde Oberhausen wird den Dorfplatz in Sinning nach der so genannten großen Lösung umgestalten. Dafür haben am vergangenen Dienstag zwölf der 14 Gemeinderäte gestimmt.

"So voll ist es vielleicht nur ein, zwei Mal im Jahr", musste Bürgermeister Fridolin Gößl zu Beginn der Sitzung feststellen. Zahlreiche Zuhörer waren gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, was denn nun mit dem Dorfplatz in Sinning geschehen soll.

Zusätzlichen Zündstoff in die Diskussion hat vermutlich auch eine Unterschriftenaktion gebracht, die von den Verfechtern der kleinen Lösung um Heinrich Kurz, Ludwig Ried, Otmar Anderl und Werner Artner iniitiert wurde. Demnach haben sich 182 Bürger gegen die große Lösung und damit gegen eine Verlegung der Staatsstraße ausgesprochen.

Die "Gegenseite" hat sich jedoch gewappnet und ihrerseits ebenfalls eine Unterschriftenaktion gestartet. 155 Unterschriften konnten die Befürworter der großen Lösung auf die Schnelle sammeln. "Es sind überwiegend junge Leute, die die große Lösung wollen", wusste Reinhard Schimpl, der die Liste im Namen der Befürworter während der Sitzung an Gößl übergab.

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Dass die beiden Varianten für Diskussion und kontroverse Meinungen sorgen, hat sich seit der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr abgezeichnet. Deshalb ließ sich Gößl von Zahlen auch nicht beeindrucken. "Jetzt ist es notwendig, eine Richtungsentscheidung zu fällen."

In der anschließenden Diskussion zeichnete sich jedoch schnell ab, dass für einen Großteil der Gemeinderäte die Entscheidung schon feststand. "Das ist eine einmalige Chance für uns", sprach sich beispielsweise Josef Reichherzer für die große Variante aus.

Vor allem beim Maibaumaufstellen gebe es dann keine Probleme mehr, weil die Gäste aus sicherer Entfernung dem Treiben zusehen könnten. Außerdem sei die Staatsstraße in ihrem jetzigen Zustand mit einem höheren Fahrzeug, etwa einem Lastwagen, nur schwer einsehbar.

Dem musste auch Rainer Bienert zustimmen. "Mit einem Sattelzug ist die neue Variante wesentlich besser zu fahren", argumentierte er. Gleichzeitig wäre die Straßenführung sicherer, weil sie früher und besser einsehbar wäre. Als Jugendreferent legte Bienert auch ein Wort für die Jugend ein: Weil viele junge Leute für die große Lösung seien, sollte man ihnen auch das Gefühl geben, mitentscheiden zu können. Auch Herbert Bauer als selbsternannter "Vertreter der älteren Generation" stellte sich auf die Seite der Jungen: "Der Wille der Jugend sollte umgesetzt werden, denn die müssen länger damit leben als wir."

Anton Degenmeier befürchtete, dass die kleine Lösung nur eine "Teillösung" wäre, die "irgendwann nachgebessert werden müsste", und auch Mini Forster-Hüttlinger sah in der großen Lösung bessere Entwicklungsmöglichkeiten: Beispielsweise Weihnachts- oder Wochenmärkte könnten ihrer Meinung nach künftig auf dem größeren Platz stattfinden. "Die alte Straßenführung wäre einfach eine klare Trennlinie zwischen zwei Plätzen", so ihr Argument.

Einwände gegen die große Lösung hatten dagegen Dieter Schmidt und Dieter Burgard. "Wollen wir uns die große Variante überhaupt leisten", stellte Dieter Schmidt die Frage. Seiner Meinung nach hätten notwendige Kanalarbeiten oder die Sanierung maroder Straßen Vorrang.

Auch Dieter Burgard machte sich Gedanken um die Ausgaben, denn er bezweifelte, ob die geschätzten Kosten von 210 000 Euro überhaupt realistisch seien. Stattdessen rechnet er mit mindestens 280 000 Euro plus 15 Prozent Honorarkosten. Weil bei der kleinen Lösung zwischen 1000 und 1200 Quadratmeter weniger zu bearbeiten seien, würden sich die Kosten auch um 80.000 bis 90.000 Euro reduzieren.

Als Mitinitiator der Unterschriftenaktion durfte ausnahmsweise auch Heinrich Kurz zu Wort kommen. "Warum soll man eine alte, gewachsene Fläche opfern, wenn man auch mit der kleinen Lösung alle angesprochenen Ideen verwirklichen kann?", stellte Kurz die Frage.

Mit der kleinen Lösung sei die Fläche vor dem Bürgerhaus nur rund 60 Quadratmeter kleiner und seiner Meinung nach immer noch ausreichend für einen Wochen- oder Weihnachtsmarkt.

Kurz widersprach auch dem Argument, dass die neue Straßenführung sicherer sei, denn seiner Meinung nach hätte man dann von St. Wolfgang kommend eine schlechtere Sicht. Auch das Maibaumaufstellen wäre mit der großen Lösung nicht einfacher. "Dann stehen die Leute halt auf der anderen Straßenseite, und dann ist die Straße wieder dazwischen."

Letztlich konnten jedoch alle Gegenargumente die Mehrheit der Gemeinderäte nicht überzeugen: Bis auf Dieter Schmidt und Dieter Burgard sprachen sich alle Räte für die große Lösung aus.

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