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Politik

14.03.2019

Ein politisches Amt ist wohl nicht mehr „sexy“

Sie führen künftig den CSU-Ortsverband: Auf Hans Schlüter, Petra Hagenloch, Carmen Schneider, Regina Spett (sitzend von links), Lorenz Preschl, Rudi Meßmer, Michael Böhm, Alexander Höger, Sebastian Gieß, Peter Specht und Dr. Sebastian Zitzmann (stehend von links) warten auch Wahlkämpfe.
Bild: Peter Maier

Bei der Listenaufstellung für die Kommunalwahlen stehen bei der CSU Burgheim die Kandidaten nicht Schlange

Mit Kontinuität und Geschlossenheit geht die Burgheimer CSU in ein Jahr der Wahlkämpfe. Bei einem Rückblick auf Landtags- und Landratswahl sprach der Ortsvorsitzende Alexander Höger sogar von einem Dauerwahlkampf. Schließlich werfen die Europawahlen und die Kommunalwahlen ihre Schatten voraus.

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MdL Matthias Enghuber ging erfolgreich aus einem Wahlkampf und zog erstmals in das Maximilianeum ein. Dort holte selbst ihn als Neuling sofort das politische Alltagsgeschäft ein. Nach 100 Tagen setzte sich die Erkenntnis durch, dass man sehr wohl aufpassen müsse, wohin das Schiff steuere. Gefährlich sei, dass in den Wahlkämpfen immer mehr Emotionen statt Fakten zählen.

Dazu zähle auch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Taktisch war es sehr geschickt, dies im Januar abzuhalten, wo keine Insekten und wenig Vögel fliegen. Das Wort „Bienen“ komme im Text gar nicht vor. Dieses Volksbegehren richte sich gegen einen Berufsstand, die Landwirte, die als erste überhaupt nachhaltig gearbeitet haben. Ob sie das auch künftig können, müsse sich erst noch zeigen. Bisher wurde Freiwilligkeit, wie beispielsweise bei Blühstreifen, entlohnt, bei gesetzlicher Pflicht entfalle diese Entschädigung. Der „runde Tisch“ mit Alois Glück sei deshalb notwendig und richtig.

Ein politisches Amt ist wohl nicht mehr „sexy“

Neu im Landtag ist die AfD. Matthias Enghuber erkennt in der Partei zwei Gesichter. Mit einzelnen Abgeordneten könne man in Ausschüssen durchaus normal reden. Die Fraktion allerdings sei ein geschlossener Block, der gegen Staat und Gesellschaft „mauert“. Unverständlich sei, dass die Grünen den Klimaschutz als Staatsziel ablehnen und ob die SPD in der „GroKo“ in Berlin bleibt, sei ungewiss. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen betonte Matthias Enghuber, dass die CSU von der Kommune bis zu Europa gegen jeglichen Extremismus von links und rechts kämpfen werde.

Burgheims CSU-Vorsitzender Alexander Höger betonte, dass der Wahlkampf, der seit vergangenen Sommer anhält, für die CSU härter geworden sei. Weil die Direktkandidaten in Landtag und Bezirkstag einzogen, habe sich der Einsatz gelohnt. Hektik registrierte er im Landratswahlkampf, wo Beschlüsse mit „glühender Nadel“ umgesetzt wurden. Inzwischen beginnt der Europawahlkampf und mit der Liste zu den Kommunalwahlen beschäftige man sich ebenfalls schon. Die Nominierungsversammlung findet am 27. September statt. Sowohl auf der Liste, als auch im Ortsverband der Partei wolle man jünger werden.

Schatzmeister Hans Schlüter, der auch das traditionelle Neujahrskonzert organisiert, berichtete von geordneten und konstanten Finanzen. Das Defizit beim Neujahrskonzert glichen die Familien Zitzmann und Schlüter durch großzügige Spenden aus. Die Entlastung erfolgte einstimmig. Bürgermeister Michael Böhm sprach ebenfalls die Vorbereitungen zur Kommunalwahl an. Zur Aufstellung der Liste sei man zwar aktiv, doch gewinne man auch die Erkenntnis, dass ein politisches Amt nicht mehr „sexy“ sei. Dies sei erstaunlich, leiste man die Arbeit dort doch für die „örtliche Ebene“. Die Arbeit im Gemeinderat sei sehr konstruktiv, sodass man vor Ort auch etwas bewegen könne. So habe man zum Beispiel zwei Baugebiete mit 73 Parzellen „aus dem Boden gestampft“. Dort wolle man auch Wohnraum für Mieter schaffen. „Am Vohbach“ sind die Bagger zu Erschließungsarbeiten bereits angerollt. Das Leader-Projekt Baggersee war mit „viel bürokratischem Irrsinn“ begleitet, das auch nerven kann, so Michael Böhm. Bis kleine Anforderungen von der EU im Landratsamt ankommen, hätten sie sich zu ganz großen Anforderungen potenziert. Enttäuscht zeigte sich Böhm auch, dass der Ex-Landrat das umstrittene Burgheimer Überschwemmungsgebiet den Juristen überlassen habe.

Am Burgheimer Bahnhofsgebäude sehe man von außen wenig, aber innen viel. Hier setzte man auf Integration. Anerkannte Asylbewerber werden dort einziehen, eine Chance bekommen und Burgheim bereichern, so Böhm. Die Baukosten von rund einer Million Euro fördert der Freistaat mit 90 Prozent. Für „Wohnen im Alter“ habe die Gemeinde vier Gebäude im Ortskern erworben, womit man auf den demografischen Wandel reagieren will. Schnell, weil gut vorbereitet, brachte der Wahlausschuss mit Michael Böhm, Petra Hagenloch und Sebastian Gieß die Neuwahlen mit folgendem Ergebnis über die Bühne (siehe Kasten). Mit Blick auf die 59 CSU-Mitglieder im Ortsverband richtete Alexander Höger einen dringenden Appell nach Verjüngung und damit die Werbung neuer Mitglieder an die CSUler. (pm)

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