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Diorama

20.05.2011

Ein wahres Meisterwerk

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4 Bilder
Man muss sich nur Zeit nehmen, dann entdeckt man im Diorama viele Details, wie diese Ringelnatter

Ausbau des Aueninformationszentrums ist mit dem Kunstwerk nun abgeschlossen

Neuburg Der Wendehals am Eichenstumpf fällt kaum auf. Auch den Schmetterling sieht man nicht auf den ersten Blick. Die Besucher müssen schon genau hinsehen, um all das zu entdecken, was die Choreografie im Diorama bietet. Das zweieinhalb Meter breite und gut eineinhalb Meter tiefe, dreidimensionale „Bild“ ist das neue Glanzstück im Aueninformationszentrum auf Schloss Grünau. Mit ihm ist der Ausbau jetzt abgeschlossen.

Die Malerin Barbara Matz-Langensiepen und ihr Mann, Präparator und Museumsplastiker Wilfried Matz aus Thüringen sind in dieser Kombination einzigartig im deutschsprachigen Raum – und daher sehr gefragt. Vor dem Auftrag in Neuburg haben sie nach 14 Jahren Arbeit den Ausbau des Naturkundemuseums in Coburg abgeschlossen. Das halbe Jahr, das sie danach auf Schloss Grünau tätig waren, war für das Ehepaar eine „ausgesprochen schöne Zeit“. Während der weibliche Part des Duos für die Malerei und die Choreografie zuständig war, kümmerte sich der Mann um die Präparation der Tiere und Pflanzen. Gerade letztere Arbeit würde gegenüber den Tierpräparationen meist unterschätzt. Dabei ist gerade die Pflanzenpräparation eine aufwendige, filigrane Arbeit. Die im Auwald gesammelten Zweige und Blätter werden in einem Vakuum-Gefrierschrank bei Unterdruck gefroren und getrocknet. Nach 14 Tagen darf die Pflanze wieder erweichen. Sie wird mit einem Speziallack versiegelt und koloriert. Bis Wilfried Matz seine Arbeit abschließen kann, geht sie bis zu siebenmal durch seine Hände.

Im Diorama gibt es nicht nur viel zu entdecken. Es beeindrucken vor allem die Details der Arbeit, für die der Förderverein Auenzentrum rund 30000 Euro bezahlt. Ein Beispiel ist das Wasser: Der hintere Teil ist klar, der vordere Teil ist trüb, so, als ob der Biber gerade durchgewatet wäre. „Das habe ich mit Sedimenten aus dem Donauwasser im Auwald so hinbekommen“, erzählt der Präparator, der ganz stolz ist auf das Geschaffene – zum Großteil sind es Unikate – im Schloss. „Da sind mir echte Meisterstücke gelungen“, lobt sich Wilfried Matz zurecht ein bisschen selbst.

Mit der dreidimensionalen Darstellung eines Auenabschnitts ist der Aufbau der Ausstellung im Aueninformationszentrum abgeschlossen. Der Förderverein Auenzentrum, der im November 2005 mit dem Spatenstich zum Donauauenprojekt gegründet wurde, zieht zwei Jahre nach der Eröffnung des naturkundlichen Museums eine positive Bilanz. Wie Vereinsvorsitzender Altlandrat Dr. Richard Keßler und Vorstandsmitglied Albert Wünsche erzählten, wurden bis Ende vergangenen Jahres bereits 24000 Besucher gezählt. Insgesamt wurden 580000 Euro in den Ausbau investiert. Gut 230000 Euro davon kamen durch Zuschüsse des Freistaats und der EU herein. Den Rest brachte der Förderverein durch Beiträge seiner etwa 60 Mitglieder (Kommunen, Unternehmen, Einzelpersonen) und vor allem Spenden auf, wie etwa die 35000 Euro vom Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt. Ohne diese Spenden (Keßler: „Das ist ein ewiges Betteln“) könnte der Verein seine Vereinsarbeit einstellen. Denn trotz der großen Unterstützung durch den Hausherrn, den Wittelsbacher Ausgleichsfonds (Keßler: „Seine Königliche Hoheit Herzog Franz hat durch sein grundsätzliches Ja die Öffnung des Schlosses ja erst möglich gemacht“), gibt es hohe laufende Kosten, die gedeckt werden müssen – wie die für Miete und Aushilfskräfte. Diese kann künftig das Landratsamt nicht mehr stellen. „Das wird ein Problem“, meint Schatzmeister Albert Wünsch.

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