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Erste Hilfe

24.09.2016

Eine App, die Leben retten kann

Der 20-jährige Andreas Sterzl aus Karlskron ist einer von 300 Freiwilligen, die als Mobile Retter derzeit geschult werden.
Bild: Andreas Edler

Gestern wurde in Neuburg ein neues Rettungssystem für die Region vorgestellt. Was sich dahinter verbirgt

Das Handy schlägt mit einem schrillen Signalton Alarm – Notfall in 500 Meter Entfernung ist auf dem Display zu lesen. Sofort macht sich der Mann auf und eilt zum Einsatzort. Schon nach zwei bis drei Minuten erreicht er sein Ziel und kann Erste-Hilfe-Maßnahmen bei der bewusstlosen Dame aus der Nachbarschaft einleiten.

So oder ähnlich könnte der Einsatz eines Mobilen Retters in der Region Ingolstadt bald aussehen. Gestern wurde auf dem Gelände des BRK-Neuburg ein neues Rettungssystem für die Region vorgestellt, das ab 1. Oktober startet. Das neuartige Rettungskonzept funktioniert wie folgt: Speziell geschulte Ersthelfer, die Mobilen Retter, werden kontinuierlich durch GPS geortet. Gleich nach Eingang eines Notrufs unter 112 ermittelt das System parallel zum Rettungsdienst den Retter, der sich am nächsten zum Einsatzort befindet. Signalisiert dieser Bereitschaft, lotst ihn die App direkt zum Notfall. Vor allem im Kampf gegen die Zeit soll dieses Rettungskonzept eine wertvolle Ergänzung zum etablierten Rettungseinsatz sein.

„Durchschnittlich sechs bis neun Minuten“ dauert es, bis die alarmierten Rettungskräfte vor Ort sind, sagt Günther Griesche vom Rettungszweckverband Ingolstadt. Ein Mobiler Retter benötigt durchschnittlich vier Minuten. Die Zeit ist dabei ein Faktor, die über Leben und Tod entscheiden kann. „Jede Minute bedeutet dabei etwa zehn Prozent an Überlebenswahrscheinlichkeit“, erklärt Geschke. Um die Region Ingolstadt mit den Landkreisen Eichstätt, Neuburg und Pfaffenhofen flächendeckend mit Mobilen Retter auszustatten, seien circa 500 bis 800 Personen notwendig. Bisher hätten sich bereits 300 freiwillige Helfer für die Region angemeldet, sagt Alexander Hatz, Notfallarzt in Neuburg und Organisator des Projekts.

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Die Mobilen Retter werden allerdings nicht bei jedem Unfall alarmiert, sondern nur bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand. Mitmachen kann vorerst auch nicht jedermann. In der ersten Stufe des Pilotprojekts in Bayern kommen als Mobile Retter nur Personen in Frage, die über intensive Vorkenntnisse verfügen. Gesucht werden beispielsweise Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Rettungsdienstmitarbeiter, Betriebssanitäter oder Ärzte, also Personen, die bereits in Herz-Lungen-Wiederbelebung ausgebildet sind.

Dazu gehören auch Andreas Schnepf aus Baar-Ebenhausen und Andreas Huber aus Karlskron, die an der ersten Schulung für Mobile Retter in Neuburg teilnahmen. Die beiden aktiven Feuerwehrler, die auch einen Sanitätslehrgang absolviert haben, halten das neue Konzept für eine „super Idee“ und wollen durch ihre Registrierung beitragen, Menschen in Not schneller helfen zu können. Bewährt hat sich das neue Rettungsmodell schon im Raum Gütersloh.

www.mobile-retter.de

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