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Untermaxfeld

01.12.2019

Eine Geistergeschichte zum Christfest

Die singenden Geldsäcke von Ebenezer Scrooge, die ihn als Begleitchor musikalisch unterstützen.
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Die singenden Geldsäcke von Ebenezer Scrooge, die ihn als Begleitchor musikalisch unterstützen.
Bild: Doris Bednarz

Das Volkstheater Neuburg spielt die Musicalversion „Ebenezers wundersame Weihnachtszeit“ nach Charles Dickens. Die Neuauflage besticht durch eine beeindruckende Inszenierung, die beim Publikum ankommt.

Es war ein lange gehegter Wunsch von Oliver Vief, Spielleiter und Regisseur des Neuburger Volkstheaters: die Aufführung der bekannten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. In der evangelischen Kirche in Untermaxfeld ging dieser Traum wiederholt in Erfüllung und zwar in Form einer exklusiv für das Volkstheater geschriebenen Musicalversion. Komponist Thomas Erich Killinger gelang mit seinen gefühlvollen Melodien in „Ebenezers wundersame Weihnachtszeit“ ein zu Herzen gehendes Musical. Bereits 2018 uraufgeführt und auf große Publikumsresonanz gestoßen, folgte nun eine erneute Auflage.

Der erste Geist der vergangenen Weihnacht (Nadine Stückle) nimmt Scrooge mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Man sieht ihn, als er vor 40 Jahren seine Lehrzeit mit sehr gutem Erfolg beendet und dafür eine Uhr erhält. 
Bild: Doris Bednarz

Authentische Kostüme, brillante Stimmen, ein fantasievolles Bühnenbild, selbst den Kirchengang und die Empore zogen die Akteure ins Stück mit ein. Eine beeindruckend schöne Inszenierung, die herrlich in die Vorweihnachtszeit passte.

Das Stück handelt von Ebenezer Scrooge (Martin Göbel), einem alten, grantigen Geizhals, und seiner sprechenden Standuhr (Nicola Göbel), die ihm einst sein Lehrmeister Fezziweg (Lucas Rathmann) schenkte. Unerbittlich sagt ihm die golden geschminkte Uhr ihre Meinung – im Takt pendelnd und abgehackt sprechend.

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Die Weihnachtsgeschichte war ein Traum von Spielleiter Oliver Vief

Scrooge ist der Meinung: „Kinder fressen dir die Haare vom Kopf, machen nur Ärger, Dreck und Lärm.“ Er ist eiskalt und so geizig, dass er sogar verschimmeltes Brot isst und seinen Mitarbeiter, Mr. Cratchit (Jürgen Gottschall) nach Hause schickt, damit dieser die teure Kohle nicht verheizt.

In der Nacht vor Weihnachten erhält er Besuch vom Geist seines verstorbenen Teilhabers und einzigen Freundes Jacob Marley (Matthias Bosse), der ihm vorwirft, an seinem Grab nicht einmal geweint zu haben. Es folgen Besuche von drei weiteren Geistern, die ihm schließlich helfen, sein Leben zu ändern.

Ebenezer Scrooge als junger Mann mit seiner ersten großen Liebe Betty.
Bild: Doris Bednarz

Mit „Humbug“, eine für Scrooge typische Redewendung, wimmelt er nicht nur seinen Neffen ab, der ihm „fröhliche Weihnachten“ wünschen will, sondern auch sammelnde Geschäftsleute, die um Spenden für die arme Bevölkerung bitten. Der erste Geist der vergangenen Weihnacht (Nadine Stückle) nimmt Scrooge mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Man sieht ihn, als er vor 40 Jahren seine Lehrzeit mit sehr gutem Erfolg beendet und dafür eine Uhr erhält und mit seiner Jugendliebe Betty auf einer Parkbank sitzend.

Mit dem Geist der gegenwärtigen Weihnacht (Eva-Maria Schuster) beobachtet er seinen Angestellten Cratchit, dessen Tochter Martha (Pauline Georgiev) und den traurigen Sohn Tiny Tim (Titus Schwesinger). Er würde so gern tanzen, bewegt sich aber aufgrund eines verkrüppelten Beins nur mit einer Krücke fort. Scrooge könnte mit einem einzigen Geldsäckchen helfen. Mr. Cratchit allerdings muss noch mindestens zwei Jahre arbeiten, um sich die Operation leisten zu können.

Neuburger Volkstheater spielt an vier weiteren Terminen

Erst der dritte Geist der zukünftigen Weihnacht (Karin Mitko) bringt den Geizkragen zur Vernunft. Als Scrooge hört, wie sich Menschen auf einer Beerdigung abschätzig über eine Person unterhalten, bemerkt er: „Das muss ein widerlicher Mensch sein, wenn die Leute so schlecht über ihn reden.“

Völlig verwandelt und voller guter Vorsätze steht Scrooge am nächsten Tag wieder in der realen Welt. Es ist Heilig Abend und er beauftragt einen Jungen, einen Truthahn für Tiny Tim zu kaufen und ernennt Bob Cratchit zu seinem neuen Teilhaber.

Der dritte Geist der zukünftigen Weihnacht (Karin Mitko).
Bild: Doris Bednarz

Beim schwungvollen Ohrwurm „Heut‘ ist Heilige Nacht“ animierten die Akteure, unter lang anhaltendem Applaus, zum Mitsingen und Mitklatschen.

Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: Die Aufnahmen des kompletten Musicals können als CD käuflich erworben werden.

Termine: Weitere Vorstellungen sind am Donnerstag und Freitag, 5. und 6. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am Samstag und Sonntag, 7. und 8. Dezember, jeweils um 17.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf auf der Homepage des Theaters unter www.neuburger-volkstheater.de.

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