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20.06.2009

Eine Halle, 200 000 Blumen und 150 Floristen

Rain Er könnte Modedesigner sein. Oder Starfriseur - die Kreativität steht Gary Loen jedenfalls ins Gesicht geschrieben. Das weiß der knapp 47-Jährige. Seine Haare hat er seitlich kurz rasiert. Zur Krönung seiner Inszenierung trägt er pinke Stiefel. "Ich liebe Farben", sagt der Starflorist aus Amsterdam. Das war der Grund, warum er vor 33 Jahren die Arbeit mit Blumen begann. Mittlerweile hat er Weltruhm erlangt, Gestecke für Wladimir Putin, George W. Bush oder das holländische Königshaus kreiert. Seit zwei Tagen hat er eine neue Aufgabe. Als einer von knapp 150 Floristen schmückt er die zwölf Prunk- und 20 Personenwagen, die am morgigen Sonntag im Mittelpunkt des Blumencorsos durch Rain am Lech stehen.

Eng geht es zu in der 8000 Quadratmeter großen Halle der Firma Dehner. "Da hab ich mir was angetan", sagt Prokurist Wolfgang Graser schmunzelnd, der als Hauptverantwortlicher seit über einem Jahr damit befasst ist, den Corso zu organisieren. Trotz des Stresses wirkt er gelassen. "Nur nachts kann ich nicht richtig schlafen, denn immer wieder fallen mir Kleinigkeiten ein."

Was Graeser beruhigt, ist das Wissen um ein hochkarätiges Team an seiner Seite. Henk van der Kwaak zum Beispiel war für den Einkauf der 200 000 Blumen zuständig. Nelken, Rosen, Lilien, Gladiolen, Dahlien, Fuchsien - das gesamte Sortiment an Schnittblumen wurden in den vergangenen Tagen direkt von der Versteigerung in Rijnsburg (Holland) mittels spezieller Lkw nach Rain transportiert. "Lilien brauchen zum Beispiel ein paar Tage, bis sie richtig aufgehen, das muss man beim Kauf beachten", sagt der Experte.

Er hat einen guten Job gemacht. Alles blüht und verbreitet einen süßen und angenehmen Duft in der Lagerhalle. Die Stimmung ist gut. "Wir liegen genau in der Zeit", meint Piet Kralt. Er muss es wissen, denn als Vorsitzender der Stiftung Rijnsburger Blumencorso hat er diese Phase der Vorbereitung bereits viele Male erlebt. Beim Betrachten der Zwischenergebnisse lobt er vor allem die beteiligten Dehner-Floristen: "Sie sind sehr kreativ und geschickt." Denn ein Blumengesteck zu fertigen, sei etwas völlig anderes als Gestecke in der Größe von 30 Quadratmetern wie in diesem Fall. Bis zu sechs Personen sind gleichzeitig an einem der zwölf Prunkwagen beschäftigt. Den Ton geben meist die extra angereisten holländischen Vorarbeiter an. "Die Zusammenarbeit klappt super, das ist ein deutsch-holländisches Fest", findet Kralt.

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Diese Stimmung ist auch beim gemeinsamen Mittagessen zu spüren. Es gibt Gulasch mit Nudeln. Kraftfutter also, denn Blumenstecken ist Knochenarbeit. Bevor damit begonnen werden kann, erhalten die Fahrzeuge Aufbauten. Die werden dann mit Oasis ausgekleidet. Dieser zähflüssige Schaum aus Harz speichert zum einen Wasser und lässt zum anderen zentimetergenaues Stecken der Blumen zu.

Mit Respekt behandeln

"Das schaut doch toll aus?", fragt Floristin Steffi ihre Kollegin, als sie den Aufbau eines historischen Feuerwehrfahrzeugs vollendet hat. Die Frage ist eher rhetorischer Natur, denn etwas auszusetzen, gibt es nirgends. Das findet auch Star-Arrangeur Gary Loen. "Man muss die Blumen mit Respekt behandeln und etwas Schönes daraus machen", lautet sein Credo, das er den ihm zugeteilten Helfern immer wieder vermittelt. "Ich bin gespannt, wie die Leute auf unsere Wagen reagieren", freut sich Loen auf Sonntag. Doch bis dahin haben er und seine Kollegen noch eine Menge zu tun.

Bei uns im Internet Bilder von den Vorbereitungen unter donauwoerther-zeitung.de/bilder

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