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Neuburg

26.07.2010

Eine unangenehme Bierdusche mit Folgen

Bier. Bild: dpa

Vier Männer trafen sich zum Karten spielen und Bier trinken. Nach etlichen Halben schlief einer auf der Tischplatte ein. Der andere weckte ihn unsanft mit einer kalten Bierdusche. Das ließ sich der Mann nicht gefallen - und kam nun vor Gericht.

Zwei sternhagelvolle Zechkumpane, eine unliebsame Bierdusche und ein Rempler gegen eine Tischkante sind die Eckpunkte eines Vorfalls, der gestern vor dem Amtsgericht Neuburg als Körperverletzung verhandelt wurde. Passiert ist die ganze Geschichte im August vergangenen Jahres in Neuburg, als ein 56-jähriger Elektriker - der gestrige Angeklagte - zusammen mit drei anderen Männern beim Kartenspielen zusammengesessen hat. Gegen 11.30 Uhr hatten sich die vier getroffen - ausgerüstet mit zwei Bierkästen, deren Inhalt sie im Laufe des Tages vernichtet haben.

Mit dem Kopf auf der Tischplatte eingeschlafen

Irgendwann zu vorgerückter Stunde verabschiedeten sich zwei der Männer. Der dritte, in dessen Wohnung sich die Kartenrunde getroffen hatte, ging zu Bett, während der vierte im Bunde, der 56-jährige Elektriker, mit dem Kopf auf der Tischplatte eingeschlafen war. Dort erwachte er mitten in der Nacht unsanft. "Ihm wurde Bier über den Kopf geschüttet", schilderte Verteidiger Rechtsanwalt Stefan Roeder für den Angeklagten die Vorgänge.

Eine unangenehme Bierdusche mit Folgen

"Der Gastgeber weckte ihn auf diese außerordentlich unliebsame Weise. Mein Mandant war irritiert und dachte, es gebe Streit und schubste daraufhin den anderen." Der landete schmerzhaft an einer Tischkante und zog sich eine Platzwunde neben der rechten Augenbraue zu. So entbrannte ein Streit, der bei der Polizei aktenkundig wurde. Die Ordnungshüter griffen ein und nahmen den 56-Jährigen mit auf die Wache. Dort hatte er gegen zwei Uhr morgens immerhin noch einen Promillegehalt von 2,5.

Sieben Einträge im Bundeszentralregister

Der Angeklagte zeigte sich gestern Schuld einsichtig. Er räumte die Vorwürfe unumwunden ein, die Staatsanwalt Franz Burger in der Anklage vortrug. Auch beim Geschädigten wollte sich der Elektriker per Handschlag entschuldigen, was dieser jedoch brüsk ablehnte.

Franz Burger honorierte in seinem Plädoyer das Geständnis des Angeklagten, wertete aber gleichzeitig dessen Vorstrafenregister zu Ungunsten des Mannes. Sieben Einträge sind nämlich im Bundeszentralregister verzeichnet, viele davon einschlägiger Natur, andere wegen Drohung, Betrugs, Sachbeschädigung oder Diebstahls. Diese Vorahndungen, so Burger an den Angeklagten gewandt, "werfen nicht gerade ein gutes Licht auf Sie". Auch Verteidiger Rechtsanwalt Roeder mahnte seinen Mandanten: "Sie müssen sich künftig mehr zusammenreißen."

Richter Ruprecht Herbst befürchtete gar: "Vieles spricht dafür, dass es nicht das letzte Mal war, dass Sie vor Gericht gestanden haben". Der Spielraum für den 56-Jährigen werde "verflixt eng". Diesmal allerdings kam der Elektriker noch mal mit einer Geldstrafe davon. 900 Euro muss er laut Urteil bezahlen und akzeptierte dies auch, ebenso wie der Staatsanwalt, der ursprünglich gar 1500 Euro gefordert hatte. Von Barbara Würmseher

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