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Schauspiel

25.01.2019

Eine ungewöhnliche Freundschaft im Stadttheater

Richard Bargel als Ibrahim und Benjamin Werner als Moses überzeugten und berührten gleichermaßen im Neuburger Stadttheater.
Bild: Elke Böcker

„Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“: ein berührendes Stück im Neuburger Stadttheater. Eine Rezension.

Höchst kurzweilig und mitreißend erlebten die Zuschauer des Neuburger Stadttheaters das Schauspiel „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“. Richard Bargel als Ibrahim und Benjamin Werner als Moses überzeugten und berührten gleichermaßen in der Geschichte der Freundschaft eines „Arabers“ und eines jüdischen Jugendlichen.

Das Ensemble Phoenix entwickelte unter der Regie von Bettina Montazem eine sehr liebevolle Bearbeitung des gleichnamigen Jugendbuches von Eric-Emmanuel Schmitt. Auf der Bühne lagen lediglich viele Koffer in unterschiedlichsten Größen, gleichsam symbolisch für die gemeinsame Reise der beiden Protagonisten oder auch für die Reise durch das Leben. In einem arabischen Laden (der Ausdruck „arabisch“ steht hier dafür, dass das Geschäft immer geöffnet ist) in Paris begegnen sich der Ladenbesitzer Ibrahim und der reichlich orientierungslose Jugendliche Moses, den ersterer bald Momo nennt. Vorsichtig – mit einem Satz pro Tag – nähern sich die beiden an.

Der Abend macht Lust, zum Buch zu greifen

Eine Freundschaft entsteht, trotz des großen Altersunterschiedes, trotz der unterschiedlichen Religionen. Ibrahim weiß Momo und die Gäste des Schauspieles mit seinen Weisheiten zu begeistern, ja zu erfreuen. Er spricht von Glück, Toleranz, von innerem Frieden und von der Bedeutung der Langsamkeit; er versetzt sich aber auch – leise lächelnd und sehr emphatisch – in die Rolle des entwurzelten und ständig suchenden Jungen, der so gerne und beinah um jeden Preis erwachsen sein will. Richard Bargel ist gleichsam der lebenskluge, einfühlsame Ibrahim, der auch den eigenen Schicksalsschlägen noch etwas Positives abzugewinnen weiß.

Sein Handeln ist dabei von tiefem Wohlwollen gegenüber seinen Mitmenschen und von großem Gottvertrauen geprägt. Sein Bühnenpartner Benjamin Werner hingegen schlüpft gekonnt in die Rolle des staunenden, aber auch oftmals verwirrten Jugendlichen Moses, der mithilfe des väterlichen Freundes seinen eigenen Weg suchen kann und letztendlich findet. Auch sein Leben nimmt so eine glückliche Wendung. Der zauberhafte Abend macht auf jeden Fall Lust, das kleine Buch „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ einmal wieder zur Hand zu nehmen und Eric-Emmanuel Schmitts philosophischen Ansichten weiter nachzuspüren.

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