Newsticker

Seehofer will Grenzkontrollen zu anderen EU-Staaten Mitte Juni aufheben
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Einmal Politiker sein

Unterricht

10.03.2015

Einmal Politiker sein

Wie arbeitet eigentlich ein Landtagspolitiker? Die Schüler und Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik haben an einem Vormittag erfahren, was es heißt, Vollzeitpolitiker zu sein. Das Projekt „Der Landtag sind wir“ bringt die Politik an die Schule.
2 Bilder
Wie arbeitet eigentlich ein Landtagspolitiker? Die Schüler und Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik haben an einem Vormittag erfahren, was es heißt, Vollzeitpolitiker zu sein. Das Projekt „Der Landtag sind wir“ bringt die Politik an die Schule.

An der Fachakademie für Sozialpädagogik spielen Studierende Landtagsabgeordnete. Dabei erwerben sie Kompetenzen, die sich in ihrem späteren Berufsleben auszahlen

Große Reden halten, zähe Verhandlungen führen und gemeinsam Kompromisse finden. Das ist der Berufsalltag von Politikern. In dem Projekt „Der Landtag sind wir“ vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) der LMU München und dem Bayerischen Landtag schlüpfen Schüler und Studierende für einen Vormittag in die Rolle eines Politikers. Auf Initiative von Lehrerin Franziska Werner machte das Projekt Station in der Fachakademie für Sozialpädagogik Neuburg. Mit dabei waren 28 Studierende aus zwei Klassen des ersten Studienjahres.

Drei Projektbetreuer der LMU München erklärten kurz politische Grundbegriffe wie Fraktion, Ausschuss oder Plenum und schon ging es los: Die Studierenden sollten in die Rolle von Politikern schlüpfen. „Das jeweilige Profil ist genau vorgeschrieben, inklusive Alter, Geschlecht, Parteizugehörigkeit und Charakterzügen“, erklärt Betreuer Dan Sharell. Vertreten sind bei dem Spiel alle Regierungsparteien des Bayerischen Landtags – CSU, SPD, Freie Wähler und Grüne – entsprechend ihrer aktuellen Gewichtung.

Aufgabe der Studierenden war es nun, in ihren Parteien einen Gesetzesentwurf zum Thema Jugendkriminalität auf den Weg zu bringen – angefangen von den Verhandlungen in den Fraktionen über den Ausschuss bis hin zur Abstimmung im Plenum. Dabei lernten die Studierenden spielerisch Schlüsselkompetenzen kennen, die sie auch in ihrem späteren beruflichen Alltag brauchen: Strategisch Planen, sicher Verhandeln, mutig Präsentieren und deutlich Kommunizieren.

Einmal Politiker sein

Das Projekt baut nicht zuletzt die rhetorischen Fähigkeiten aus

„Man lernt, sich richtig auszudrücken, das finde ich sehr wichtig für den Erzieherberuf“, sagt der 19-Jährige Marvin Weingart. Schulleiter Fritz Füßl fügt an: „Wenn die Studierenden später beispielsweise einen Kindergarten leiten und vor dem Elternbeirat sprechen müssen, brauchen sie genau diese Fähgkeiten.“

Neben sozialen und kommunikativen Kompetenzen zielt das Projekt darauf ab, den Teilnehmern einen Einblick in institutionelle Abläufe politischer Gremien zu gewähren. „Ich wollte, dass die Studierenden mit Landespolitik in Berührung kommen und wissen, wo und wie die Bildungs- und Erziehungspläne zustande kommen, nach denen sie sich später im Beruf richten sollen“, erklärt Franziska Werner, Lehrerin für Sozialkunde und Soziologie.

Bei den Studierenden kam das Spiel an. „Es ist spannend, dabei zu sein, wie wichtige Entscheidungen getroffen werden – auch wenn es manchmal lange Zeit dauert, bis man an sein Ziel kommt“, berichtete die 18-jährige Teresa Förg, die von ihren Kommilitonen zur Sprecherin der CSU-Fraktion gewählt wurde.

Nicht nur spät, sondern gar nicht an ihr Ziel kam Landtagsabgeordnete Eva Gottstein. Sie war für die abschließende Plenumsveranstaltung an der Fachakademie angekündigt, um sich den Fragen der Studierenden zu stellen.

Sie musste den Termin kurzfristig absagen. Auch das ist der Berufsalltag eines Politikers.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren