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26.06.2009

Einmalig in ganz Deutschland

Ingolstadt Ingolstadt ist um zwei deutschlandweit einmalige Einrichtungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) reicher: Nun eröffnete der IHK-Chef für München und Oberbayern, Peter Driessen, offiziell die Bayerische Ausbilderakademie und die IHK-Forschungsstelle Bildung in der Milchstraße im Herzen der Stadt. Driessen nannte den kontinuierlichen Ausbau der beruflichen Aus- und Weiterbildung "das Schlüsselthema für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft".

Vier Mitarbeiter arbeiten in den Räumen in der Milchstraße. Die neue Bayerische Ausbilderakademie erarbeitet eine Art Credit-Point-System, das Ausbilder bewertet. Sie stellt einheitliche Kriterien zur Qualifizierung auf und vergibt in Zukunft drei Titel: Je nach Kompetenzen unterscheidet Projektleiter Thomas Schneider, wer als Ausbilder, als Ausbildungsexperte oder als zertifizierter Ausbildungscoach gilt.

Linda Funcke ist Projektmanagerin der neuen Forschungsstelle Bildung, der zweiten Einrichtung unter einem Dach. Ihr Schwerpunkt ist die praxisorientierte Grundlagenforschung. Sie ermittelt zum Beispiel die Fortbildungsbedürfnisse von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die ersten Ergebnisse der Forschungsstelle liegen bereits vor. So wurde die Hochschulzugangsberechtigung für Meister genauer unter die Lupe genommen und Schwachstellen aufgedeckt. Die Studie fordert von den Hochschulen, erworbene Kompetenzen der Berufsausbildung für das Studium anzuerkennen. Außerdem müsste das Angebot der berufsbegleitenden Studienmöglichkeiten ausgebaut werden.

Beide neuen Einrichtungen haben das Ziel, eine wirtschaftsnahe Aus- und Weiterbildung voranzutreiben. Anders könnten die Unternehmen den Fachkräftemangel nicht mehr in den Griff bekommen, sagte Driessen bei seiner Eröffnungsrede. "Noch vor drei Jahren hätte mich jeder Unternehmer für verrückt erklärt, etwas zu machen, um Betrieben die Weiterbildung zu erleichtern." Mittlerweile hätten die Unternehmen das verstanden. "In fünf Jahren", so prophezeit der Chef der größten deutschen IHK im NR-Gespräch, "werden die Betriebe stolz darauf sein, ein Schild mit der Aufschrift 'Qualifizierter Ausbildungsbetrieb' an die Tür nageln zu dürfen."

Zu der Frage, warum die deutschlandweit einmalige Einrichtung nach Ingolstadt gekommen ist, sagte Driessen: "In einem positiven Umfeld geht so etwas natürlich leichter." Der IHK-Hauptgeschäftsführer hob Ingolstadt als wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt im Gebiet der IHK München und Oberbayern hervor. Vor allem gehe es darum, kleinen und mittelständischen Unternehmen beim Wettbewerb um die Weiterbildung unter die Arme zu greifen. Driessen: "Während Audi sich in Bildungsfragen leicht tut, weil sie die Infrastruktur bezahlen können, muss man Mittelständlern helfen."

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