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Neuburg-Schrobenhausen

15.01.2019

Einsatz in Inzell: Kreisbrandrat ist mächtig stolz auf den Hilfstrupp

Ende des Schneeschipp-Einsatz in Inzell: Der Hilfstrupp aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist seit gestern Nacht wieder daheim.
Bild: FW Neuburg

Die 121 Hilfskräfte aus dem Landkreis sind aus Inzell zurück. Stefan Kreitmeier war der Führer des Kontingents. Wie er den Einsatz erlebt und empfunden hat.

Nach dem noch einmal massiven Schneefall am Montag hat es am Dienstagvormittag „nur noch ein bisserl gezuckert“, beschreibt Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier. Am Nachmittag riss dann sogar die Wolkendecke ein wenig auf über Inzell, wo das Hilfskontingent aus dem Landkreis seit Freitag den Schnee von den Dächer geräumt hat. „Ein Blau am Himmel haben wir jetzt die ganzen letzten Tage nicht gesehen“, erzählt Kreitmeier im Telefonat mit der Neuburger Rundschau. „Das scheint hier ja eine richtig schöne Ecke zu sein“, stellte er wenige Stunden bevor es wieder Richtung Heimat ging fest. „Aber wir sind noch nicht ganz fertig für heute.“

Rund 15 Häuser im Schnitt haben die THWler und vor allem das Kontingent der Feuerwehrler aus Schrobenhausen, Waidhofen, Mühlried, Ehekirchen, Grasheim, Weichering, Burgheim, Sinning, Heinrichsheim, Karlshuld und Neuburg täglich in Inzell von den durch Verwehungen teils bis zu zweieinhalb Meter hohen Schneemassen befreit. Auf welchen Häusern geräumt wurde, das legte ein Statiker anhand einer Prioritätenliste fest. „Da gab’s bei manchem Hausbesitzer, der um Hilfe gebeten hatte, auch ein langes Gesicht, wenn der Statiker nach Ansicht des Dachstuhls die Anfrage ablehnte, dann aber das Nachbarhaus geräumt wurde“, erzählt der Kreisbrandrat. „Da tut sich der ein oder andere schon schwer, das einzusehen.“

Kreisbrandrat Kreitmeier: „Die Moral der Truppe ist auf dem obersten Level“

Stefan Kreitmeier war als Kreisbrandrat der Kontingentführer des 121 Mann starken Hilftrupps aus dem Landkreis. Nachdem schon die Organisation des Aufbruchs am vergangenen Freitag mithilfe der Mitarbeiter des Brand- und Katastrophenschutzes am Landratsamt optimal geklappt hatte (Kreitmeier: „Eineinhalb Stunden nach dem Aufruf standen die Daumen bei den Landkreisfeuerwehren hoch, nach vier Stunden waren wir Abfahrbereit, 24 Stunden hätten wir Zeit gehabt.“), leisteten die Einsatzkräfte auch in Inzell ganze Arbeit. „Ich frage mich nur, wie ihr immer noch so gut drauf sein könnt“, hat Kreitmeier noch am Dienstag Vormittag ein Kollege der Inzeller Feuerwehr gefragt.

„Die Moral der Truppe ist tatsächlich auch heute noch auf oberstem Level“, bestätigt der Kreisbrandrat, der auf alle im Hilfstrupp mächtig stolz ist. „Wobei es für uns Rettungskräfte eine Selbstverständlichkeit ist, in einem Katastrophenfall wie diesem zu helfen. Das wäre anders herum genauso.“ Dennoch fasste Traunsteins Landrat Siegfried Walch bei einem Besuch am Montagabend in der Berufsschule in Traunstein, der Unterkunft des Neuburg-Schrobenhausener Hilftrupps, die Dankbarkeit in Worte. „Der hat sich auf einen Stuhl gestellt und eine derart spektakuläre Rede hingeschmettert, da haben wir alle nur so gestaunt. Und man hat gespürt, dass der Dank von Herzen gekommen ist“, erzählt Kreitmeier.

So viel Hilfsbereitschaft erlebten die Helfer aus der Bevölkerung

Und noch einen Akt der Hilfsbereitschaft will er erzählen: Für ein Feuerwehrfahrzeug musste der Kreisbrandrat dringend Schneeketten besorgen und war deshalb am Montagabend noch in einem Autoteilegeschäft. Auch nach zig Anrufen konnte der Verkäufer die erforderliche Größe nicht auftreiben. Hinter Kreitmeier stand ein Mann in zivil. Ein THWler aus Traunreut, wie sich später herausstellte. „Er sagte, Moment mal, tätigte einen Anruf und meinte dann, dass die Ketten morgen Früh geliefert werden. Am Dienstag um 9 Uhr waren sie tatsächlich da. Der hatte gar nix mit uns zu tun, das war der Wahnsinn“, freut sich Kreitmeier.

Um 17 Uhr war am Dienstag Feierabend. Zusammenpacken und um 18 Uhr war Abfahrt Richtung Heimat. Vier Stunden später war der Trupp zurück in Karlskron – und die meisten von ihnen sind heute schon wieder in der Arbeit.

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