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11.01.2011

Einst dampften 16 Brauereien in Neuburg

Einst dampften 16 Brauereien in Neuburg
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Das Gebäude der Neuhofbrauerei am Sehensander Weg ist zu einem Braudenkmal geworden. Foto: Ludwig Wagner
Bild: Ludwig Wagner

Neuburg Das Bier ist ein Volksgetränk seit urdenklichen Zeiten. Bis in die Antike gehen die Spuren zurück. Aber niemand kennt den Erfinder. Doch eines wissen wir, es hat in Bayern seine große Heimat gefunden und der Volksmund macht es noch deutlicher, denn er sagt: "Bier ist das Brot der Bayern".

Der bayerische Bierhimmel war einst auch über Neuburg gespannt, dies bestätigen uns die vielen Brauereien, die es in und um Neuburg gab. Allerdings ist etwa seit 1900 ein breites Schrumpfen eingetreten.

Die Spuren der Brauereireise führt uns in Neuburg weit zurück. Da waren es die Jesuiten in der Neuhofstraße, die schon 1650 eine Brauerei betrieben. Nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1783 war der "Neuhofbräu" von einem wechselhaften Schicksal begleitet. Viele Jahre war der Staat nun der Besitzer, Pächter mussten hier wirtschaften. Schließlich wurde der Neuhof 1818 wieder verkauft. 1904 verlegte der Besitzer Richard Metzger die Brauerei in den Sehensander Weg und erbaute die Brauerei nach den neuesten Erkenntnissen und Erfordernissen.

Auf dem heutigen "Alten Neuhof" gab es bis 1945 noch die Mälzerei. Eine Statistik aus dem Jahre 1879 bestätigt uns, es war die Brauerei Nummer eins in Neuburg mit dem höchsten Bieranteil. Unter 16 Konkurrenten wurden dort vom Neuhof allein 5020 Hektoliter Malz versotten, was ein Drittel des gesamten Bierausstoßes in Neuburg betraf. Aber auch sie hat die Zeit eingeholt und Ende 2001 wurde sie stillgelegt.

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Ein fürstliches Bräuhaus gab es auf der Insel und zählte zu den alten Brauereien der Stadt. Maria Leopoldine, die Witwe von Kurfürst Karl Theodor, hatte sich als Maklerin von Gebäuden etabliert und entwickelte bei ihrem Handel eine besondere Vorliebe von Brauereien. Im Jahre 1811 kam das fürstliche Hofbräuhaus in ihre Hände.

Auf dem Boden der heutigen Christuskirche stand einst der Kuglerbräu. Gebraut wurde hier schon vor 1700 und im Jahre 1918 erwarb der protestantische Kirchenbauverein das Grundstück. Der Rennbahnbräu in der Luitpoldstraße bestand auch schon um 1737, der Braukamin qualmte bis 1892. Auch die Brauerei Hosemann in der Schützenstraße bestand schon vor 1730. Wegen der Mälzerei und einer Kaffeebrennerei war er während des letzten Krieges besonders bekannt und begehrt. In den Kriegsjahren schleppten große und kleine Landwirte und auch Nichtlandwirte Getreide dort hin, um auf dem Tauschweg so zu einem Kaffee zu kommen. 1945 wurde der Betrieb durch einen Bombenangriff größtenteils zerstört.

Zu den ältesten Brauereien zählte das "Kieferl"

Zu den ältesten Brauereien in Neuburg zählte das "Kieferl", das bereits seit 1672 die Existenz nachweisen kann. 1915 wurde die Brauerei durch Feuer zerstört und wieder aufgebaut. Ein Bombenangriff 1945 brachte den Betrieb zum Stillstand.

Auch die Brauerei "Neuwirt" zählte zu den renommierten Biererzeugern und war nach der Statistik von 1879 die Nummer sechs. 1945 wurde das Sudhaus ein Opfer des Bombenangriffes der Amerikaner. Der Besitzer Julius Bauer raffte sich wieder auf, lagerte die Brauerei aus und erbaute den Juliusbräu an der Augsburger Straße, seit 2001 ist er der einzige produzierende Bräu in Neuburg.

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