Ausstellung

20.10.2016

Emotionen wecken

Wünschen sich eine lebhafte Diskussion zum Thema Inklusion: Benjamin Seuberth, Simone Haftel, Karin Stark und Christel Rietze.
Bild: Silke Federsel

Mit der Kunst soll das Thema „Inklusion“ den Menschen näher gebracht werden

Inklusion – das bedeutet, grob gesagt, das selbstverständliche Zusammenleben von unterschiedlichen Menschen, ohne dass jemand ausgegrenzt wird. Oft wird der Begriff dann gebraucht, wenn Menschen mit und ohne Behinderung beispielsweise zusammen die Regelschule besuchen sollen. Soll das Vorhaben gelingen, dann müssen möglichst viele Menschen sich darüber Gedanken machen. Doch ist Inklusion etwas, über das leidenschaftlich diskutiert wird?

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„Für viele Leute ist das Thema ein technischer Begriff, er klingt steril und man verbindet damit keine Emotionen“, sagt Benjamin Seuberth von den offenen Hilfen, die sich um Menschen mit Behinderung kümmern. Außerdem haben die meisten, die sich nicht direkt damit beschäftigen, auch keinen wirklichen Bezug zu diesem Thema. Um aber eben eine möglichst breite Öffentlichkeit dazu anzuregen, sich mit der Thematik näher zu befassen, suchte er gemeinsam mit Simone Haftel vom Verein Elisa nach einem Weg – und fanden ihn in der Kunst.

Sie nahmen Kontakt mit dem Kunstkreis Neuburg auf, fragten dort nach, ob man zusammen eine Ausstellung organisieren könne. „Zuerst war es ein wenig schwierig, Mitglieder dafür zu begeistern, denn auf unser Rundschreiben hat sich kaum jemand gemeldet“, erinnert sich Karin Stark vom Kunstkreis. Dann sprach sie gemeinsam mit der Vorsitzenden Annemarie Meilinger gezielt einzelne Mitglieder an, von denen sie wusste, dass ihre Arbeiten gut passen würden. Nach und nach kamen immer mehr Künstler hinzu und schließlich entstand eine interessante Mischung: Fotograf Manfred Wasem etwa hat im Behindertenzentrum Schweinspoint zahlreiche Aufnahmen gemacht, die er im Rahmen der Ausstellung präsentiert, Doris Henle zeigt eine Plastik, die an ein Goethe Zitat („Man sieht nur, was man weiß“) angelehnt ist und behinderte Künstler aus der Stiftung St. Johannes und aus der Regens-Wagner-Schule stellen ebenfalls ihre Arbeiten aus. Dazu kommen noch viele weitere Künstler und ihre ganz unterschiedlichen Werke. Wie etwa die von Christel Rietze. Die Künstlerin zieht keine scharfe Trennlinie zwischen „Integration“ und „Inklusion“, denn schließlich sei ein Mensch, der kein Wort Deutsch spreche, oft genauso benachteiligt wie ein Mensch mit Behinderung und werde schon einmal gerne an den Rand der Gesellschaft gedrängt, so Rietze. Sie arbeitet auch mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zusammen und gibt ihnen Deutschunterricht. (nr)

Die Ausstellung wird am Freitag, 21. Oktober, um 19 Uhr im Bürgerhaus Ostend eröffnet. Die Arbeiten sind noch bis zum 23. Dezember zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen.

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