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Neuburg

13.02.2018

Endspurt auf dem Laufsteg

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4 Bilder
Gruß aus einer anderen Dimension: Die Männergarde feierte zur Musik von „Starlight Express“ Premiere.
Bild: Xaver Habermeier

Bei der Rosenmontagsgaudi der Burgfunken werden Politiker kritisiert und auf der Bühne Showschnipsel inszeniert – am Ende gibt es eine Premiere.

Die Musik hätte treffender nicht sein können: „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“. Mit dem Titel des österreichischen Schlagersängers Christian Anders betraten die Burgfunken die Bühne des voll besetzten Kolpingsaals – und wie immer am Rosenmontag war klar, wohin die letzte Reise geht: Der Zielbahnhof heißt Aschermittwoch, die Gaudi-Endstation, das Faschings-Nirvana. Davor lautete das Motto noch einmal alles raushauen, der Politik eins mitgeben und am Ende, um die faschingsfreie Durststrecke mit einem Licht am Horizont zu versehen, feierte die Männergarde mit ihrem neuen Programm Premiere. Als Ausblick auf die kommende Saison – für Narren ist nach dem Fasching vor dem Fasching.

Erstaunlich das Durchhaltevermögen der Aktiven: Trotz 100 Auftritten in der zurückliegenden Saison präsentierten sich die große und kleine Garde mit ihren Prinzenpaaren wie frisch aus dem Training. Es wurden Räder geschlagen, Beine in die Luft geworfen und Formationen getanzt – immer lächelnd, nur ab und an machten sich Ermüdungserscheinungen auf den Gesichtern bemerkbar. Offensichtlicher zeugten da schon die Bandagen an den Beinen einiger Tänzerinnen vom Verschleiß, den wahre Faschingsfreunde im Dienst der Unterhaltung in Kauf nehmen.

Politiker werden derbleckt

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Unverbraucht präsentierten sich die Gaudifunken, die Kabarettsparte der Burgfunken. Eigens für die Rosenmontagsgaudi durchforsteten sie das politische Geschehen des vergangenen Jahres, immer auf der Suche nach wunden Punkten, mit denen sie die Stadtlenker, die vom Oberbürgermeister bis zu den Stadträten im Publikum saßen, von der Bühne herab konfrontieren können. „Es ist Rosenmontag, heute dürfen wir mal wieder was sagen.“ Burgfunkenpräsident Harald Zitzelsberger machte seine Drohung wahr, legte gleich los und zielte auf einen Herren im Publikum: „Das Kostüm ist nett, aber kennen tu’ ich Sie trotzdem nicht – sie müssen von der SPD sein.“

Im Zentrum des Derbleckens stand die fiktive Wahl zum neuen Neuburger Oberbürgermeister. In der Jury: Ottheinrich, der Leibhaftige, Theo Lauber, der Auferstandene, und Anita Kerner, die Kämpferische – gespielt von den Gaudifunken. Theo Lauber, Ehrenbürger und Alt-OB, trampelte los: „Was muss ich sehen: Meine Nachfolger haben es immer noch nicht zur zweiten Donaubrücke geschafft?!“ Szenenapplaus. Ins Rennen um den Posten des OB schickten die Gaudifunken – neben Karola Schwarz von den Grünen und Ralph Bartoschek von der SPD – Matthias Enghuber, inszeniert als schönster Stadtrat mit tausend Ämtern, kurzum: den alles überstrahlenden Hoffnungsträger der CSU. Das Juryurteil: „Wenn das die Hoffnung ist, wie sieht dann Verzweiflung aus?“ Im Vergleich zu scharfen Bemerkungen und amüsanten Sprachbildern im ersten Teil („Hat Neuburg keinen fähigen OB-Kandidaten, außer buttermilchgesäuerte Politpygmäen?“), blieb die zweite Einlage der Gaudifunken „Plauderkreis am Bahnhofsgleis“ streckenweise blass. Hier wollte nicht jeder Gag zünden.

Gstanzlsänger Klaus Buckl überzeugt

Einen vorläufigen Höhepunkt markierte der Auftritt des Gstanzlsängers Klaus Buckl. Bewaffnet mit Ziehharmonika, durchtriebenem Charme und derben, g’scherten Texten trieb er in bester bayerischer Bierzeltmanier den Besuchern die Schamesröte und Lachfalten ins Gesicht. Die gleich darauf von den Musikern der Gugg’mer Faschingsfreunde aus Wörnitzstein wieder glattgebügelt wurden. Mit einem Sturm aus Trompeten und Bässen fegten sie durch den Kolpingsaal, so dass manch einem Narren vor Schreck der Spaß aus dem Gesicht fiel. Wer nicht zwischendurch das Weite suchte, feuerte die Krawallmacher im Stehen an – oder harrte mit blutenden Ohren im Sitzen aus.

Worauf sich die meisten verständigen konnten, war die Premiere des Männergarde-Programms. Zur Musik von Starlight Express - glockenklar gesungen von Lisa Moosheimer - und kostümiert bis in die Spitzen, zeigten sie, was dabei herauskommt, wenn Männer ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen. Ein intergalaktischer Rollschuhzauber. Keine Frage: Der Faschingszug rollt weiter.

Weitere Bilder von der Rosenmontagsgaudi gibt es hier.

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