Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Energieversorgung in Bürgerhand

Bilanz

23.09.2016

Energieversorgung in Bürgerhand

3 Bilder

Die Bürgerenergiegenossenschaft hätte gerne mehr Mitglieder und mehr Projekte am Start. Warum ihnen dabei so manche Kommunen einen Strich durch die Rechnung machen

Seit drei Jahren zielen sie in Richtung dezentrale Energieversorgung in Bürgerhand. In dieser Zeit ist nicht nur ihr Name länger geworden, was gleichbedeutend ist mit einer Ausweitung ihres Wirkungsgebietes. Die Bürgerenergiegenossenschaft Neuburg-Schrobenhausen-Aichach-Eichstätt hat auch elf Projekte umgesetzt und knapp 90 auf ihrer Planungsliste. Dabei ist die Windkraft genauso wie der Sonnenstrom. Die Investitionsvolumen der einzelnen Projekte reichen von einigen Tausend Euro bis in den zweistelligen Millionenbereich.

Dabei erfährt die BEG, so das Kürzel der Energiegenossenschaft, nicht nur Rückenwind und Unterstützung. Ihre Ideen werden auch gerne mal von Kommunen oder Firmen einfach selbst umgesetzt. Das freut die BEG-Mitglieder rund um den Vorsitzenden Peter Mießl trotzdem – wenn auch zähneknirschend. Denn die Renditerechnungen für dezentralen und nachhaltig produzierten Strom scheinen zu überzeugen – und das in einer Zeit, in der die Politik alles daran setze, der regenerativen und dezentralen Energiegewinnung den Saft abzudrehen, so Mießl.

Auch Manfred Rößle, der den Jahresabschluss in der Jahresversammlung am Dienstagabend vorstellte, sieht darin einen Grund, dass die BEG ihre selbst gesteckten Ziele nicht ganz erreicht hat. Sowohl bei der Mitgliederzahl als auch bei den Projekten hinkt die Genossenschaft etwas hinter den Veranschlagungen. Bei den Geschäftsanteilen dagegen verzeichnet man mit knapp 260000 Euro mehr als erhofft. Gewinne wirft die Genossenschaft noch nicht ab. Das soll sich aber nun mit weiteren Projekten ändern.

Die PV-Anlagen würden momentan billiger und damit wieder rentabel, wie Mießl betonte. Und in Planung sei einiges, dauere aber oft sehr lange in der Umsetzung. Unter anderem will die BEG eine Freianlage umsetzen, die ein Investitionsvolumen von rund 70 Millionen Euro umfasst. Außerdem wirbt die BEG für den sogenannten Bavariastrom. Die Bürgerenergie Bayern e.V., ein Zusammenschluss von 250 bayerischen Bürgerenergiegenossenschaften, bietet zusammen mit dem Unternehmen Naturstrom regional erzeugte regenerative Energie an. Dazu Peter Mießl: „Vom Bürger für den Bürger – wenn wir erst 100 Abnehmer für den Bavariastrom geworben haben, können wir unseren erzeugten Strom über diesen Anbieter direkt regional beziehen. Und für jede Kilowattstunde erhält unsere BEG einen Abschlag.“ Bei einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden mache das für die BEG rund 100 Euro. Ziel sei, dass damit die dezentrale Energiewende in Bürgerhand sei. 100 Prozent aus Sonne, Wind und Wasserkraft – und dazu regional erzeugt.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren