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Neuburg

09.01.2019

Ensemble del Arte: Klassik einfach mal ausprobieren

Regina Jester, Angelika Preschl, Leonie Meilinger, Theresa Heindl und Christian Paul (von links) haben bereits eines der U-35-Konzerte aus der Ensemble del Arte-Reihe besucht.
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Regina Jester, Angelika Preschl, Leonie Meilinger, Theresa Heindl und Christian Paul (von links) haben bereits eines der U-35-Konzerte aus der Ensemble del Arte-Reihe besucht.
Bild: Tobias Böcker

Am Samstag findet ein weiteres Konzert aus der Ensemble-del-Arte-Reihe statt. Durch das U-35-Projekt soll junges Publikum angezogen werden.

Wer öfter mal in ein Klassikkonzert geht, der weiß, dass junge Leute dort eher weniger stark vertreten sind. Deshalb hat sich Anne Friemel, Vorsitzende des Ensemble del Arte e. V. in Neuburg, ein besonderes Projekt überlegt: U-35. Durch vergünstigte Karten sollen junge Menschen unter 35 einen Anreiz erhalten, ein Konzert der Reihe zu besuchen. Zwei U-35-Veranstaltungen fanden bereits statt – und einige junge Klassikliebhaber nahmen das Angebot auch wahr. Am kommenden Samstag ist ein weiteres Konzert.

Christian Paul ist 27 Jahre alt und gebürtiger Neuburger. Vor ein paar Jahren ist er nach München gezogen, aber für das U-35-Projekt der Ensemble-del-Arte-Reihe kommt er gerne wieder in seine Heimatstadt. Die ersten beiden Konzerte hat er bereits besucht und am Samstag will er ebenfalls wieder dabei sein. Bei dem vergünstigten Ticketpreis von sieben Euro lohne es sich trotz Anfahrtskosten für ihn, sagt Paul. Außerdem seien Programmauswahl und Musiker sehr gut. Paul: „Was mir an der Reihe gefällt, ist, dass nicht nur Mainstream-Klassik gespielt wird, sondern auch unbekannte Stücke.“ Der 27-Jährige glaubt, dass das U-35-Projekt eine vielversprechende Idee ist, denn: „Die meisten Schüler sind chronisch blank. Doch wer als junger Mensch Feuer gefangen hat, der zahlt auch als Erwachsener eher den vollen Preis.“

Die elfjährige Leonie Meilinger ist ein Fan von Ariel Zuckermann

Die elfjährige Schülerin Leonie Meilinger aus Rohrenfels hat ebenfalls eines der U-35-Konzerte besucht, zusammen mit ihrer Mutter. „Ich finde die Musik von Ariel Zuckermann richtig toll. Er ist auch ein sehr guter Dirigent“, erzählt sie begeistert. Sie hat Zuckermann schon öfter gehört. Dass die Karten durch das U-35-Projekt günstiger sind als sonst, findet die Schülerin gut. Allerdings glaubt sie, dass dies wenig bringt, wenn nicht bereits ein Grundinteresse für klassische Musik vorhanden ist. „Niemand in meiner Klasse hört klassische Musik – außer mir.“ Wie Christian Paul wird auch Leonie Meilinger das kommende Ensemble-del-Arte-Konzert wieder besuchen.

Beim letzten Konzert haben sich laut Anne Friemel elf Interessenten für die U-35-Tickets gemeldet. Friemel hofft, dass künftig noch mehr junge Menschen „die Konzerte einfach mal ausprobieren“. „Das Ziel, das wir uns gesetzt haben, ist ein nachhaltiges Interesse, das bestimmt seine Zeit braucht, bis es erreicht werden kann.“ Mit dem Anlaufen des Projekts ist Friemel zufrieden. „Das positive Feedback in der Altersgruppe 25 bis 34 ist für uns sehr motivierend.“

Friemel hat das U-35-Projekt ins Leben gerufen, weil auch die Ensemble-del-Arte-Reihe einen hohen Altersdurchschnitt im Publikum aufweist. Die Vereinsvorsitzende erklärt sich dieses Phänomen so: die vermeintlich steife Umgebung, die Länge des Konzerts, ein Mangel an möglicher Interaktion mit dem Orchester, streng aussehende Musiker, eine öffentliche Kunstform, in der der Hauptakteur (Dirigent) mit dem Rücken zum Publikum steht, die Kleiderwahl – und eben die Ticketpreise. Friemel: „Uns liegt es sehr am Herzen, diesem Trend zu trotzen und jüngere Menschen zu motivieren, die wunderbare Vielfalt der Klassik zu erleben.“

Ensemble del Arte: Wer jünger als 35 Jahre alt ist, zahlt nur sieben Euro

In dieser Saison gibt es deshalb bei ausgewählten Konzerten ein Kontingent von reservierten Karten zu sieben Euro, die normalerweise zwei Wochen vor dem jeweiligen Konzert bestellt werden können. Diesmal gibt es aber auch kurzfristig noch U-35-Karten in allen Platzkategorien. Am kommenden Samstag, 12. Januar, ist im Neujahrskonzert der Ensemble-del-Arte-Reihe unter dem Titel „Fagott im Fokus“ Folgendes zu hören: Mit barocken Klängen unter der Leitung des französischen Solofagottisten Antoine Pecqueur spielt das Ensemble Werke des berühmtesten Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel Bach, des böhmischen Barockkomponisten Antonin Reichenauer und von Johann Gottlieb Graun, dem deutschen Komponisten der Vorklassik. Musikgeschichtlich positioniert sich Graun am Übergang vom spätbarocken Stil hin zur sogenannten „Empfindsamkeit“ oder emotionalen Ausdrucksweise, für die Carl Philipp Emanuel Bach ebenfalls steht.

Der französischen Solofagottist Antoine Pecqueur ist am Samstag in Neuburg zu hören.
Bild: Julien Benhamou

Zum Neujahr darf zudem Wolfgang Amadeus Mozart nicht fehlen: Gleich zum Einstimmen beginnt das Konzert mit einem heiteren Divertimento. Es sind die musikalischen Eindrücke des 16-jährigen Wunderknaben nach seiner zweiten Italienreise. Antoine Pecqueur studierte am Conservatoire National Supérieur de Musique in Lyon und an der Musikhochschule Zürich. Er ist vielfach ausgezeichneter Musiker und spezialisiert auf das Musizieren auf historischen Instrumenten, ebenso auf zeitgenössische Musik. Das Konzert findet um 20 Uhr im Kongregationssaal in Neuburg statt, Programmeinführung ist um 19.35 Uhr.

Kartenvorverkaufsstelle: Stadtbücherei Neuburg, Telefon 08431/642392. U-35 Eintrittskarten: Anmeldung per Mail mit Namen und Alter an info@ensemble-del-arte.de oder telefonisch unter 08431/8972.

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