Newsticker

Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. "Ensemble del Arte" mit erstem Konzert in Neuburg nach dem Lockdown

Neuburg

18.10.2020

"Ensemble del Arte" mit erstem Konzert in Neuburg nach dem Lockdown

Solistisch glänzend: Irakli Tsadaia (Solovioline) und Antoine Pecqueur (Leitung und Fagott).
Bild: Johannes Seifert

Plus Das "Ensemble del Arte" intoniert im Kongregationssaal in Neuburg beim ersten Auftritt nach dem Lockdown Werke von Gershwin und Zinzadze. Die Zugabe bot dem Publikum etwas wohl noch nie Gehörtes.

Nach dem Lockdown war es das erste Konzert im Neuburger Kongregationssaal vor Publikum mit dem "Ensemble del Arte". Programm-identisch bei zwei Konzerten erwartete die Konzertbesucher jeweils ein kurzweiliger Abend, mit einer Neufassung für Kammerensemble, der beliebten Oper „Porgy and Bess“, des amerikanischen Komponisten George Gershwin, in der Besetzung für Fagott, Solovioline, Klavier, Streicher und Schlagzeug, bestens bearbeitet von Eduard Israelov. Als weiteres Werk intonierten die engagiert wirkenden Musiker „Prelude“, in dem Gershwin seine drei Vorspiele für Soloklavier zusammenfasst. So honorierte das Publikum den Abend.

"Ensemble del Arte": Freude der Musiker, wieder in Neuburg zu spielen

Wer die Musiker, unter der glanzvollen Leitung des jungen Dirigenten und ausgezeichneten Fagottisten, Antoine Pecqueur, erleben durfte, spürte deren enorme Freude, endlich wieder live im Kongregationssaal auftreten zu dürfen.

Gleich zum Auftakt bei dem so klangreichen „Prelude“ von Gershwin dominierten die beiden herausragenden Solisten, Irakli Tsadaia (Solovioline) und Antoine Pecqueur (Fagott) mit wunderschönen Klangmalereien, bei bester Begleitung von Klavier ( Olivia Friemel- Hurley) und dem solide agierenden Orchesterapparat. „Porgy and Bess“ von George Gershwin ist „die“ amerikanische Oper schlechthin, die im schwarzen Viertel Catfish Row in South Carolina spielt. Die Premiere 1935 war ein großer Erfolg. Diese Melodien sind legendär und zählen ohne Frage zu den großen Welthits unserer Zeit.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das Publikum im Kongregationssaal in Neuburg zeigt sich begeistert

Die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung - leider immer noch aktuell - wird hier in den USA angeprangert - geschärft mit Opernverismus alla Puccini. Sein darin vorkommendes „Wiegenlied“ hatte Gershwin bereits 1919 als Klavierstück komponiert und ist nunmehr ein jazziger Ragtime. In der Fassung von Eduard Israelov kommen hier Solovioline, Fagott, Klavier, Schlagzeug und Orchesterapparat bestens zur Geltung. So agierten die Musiker im Konzertverlauf allesamt mit enormer technischer Raffinesse, intonierten mit viel Leidenschaft und Gefühl und wirkten in den anspruchsvoll angelegten Phrasierungen und Solopassagen erstaunlich prägnant und auch routiniert, ganz zur Freude eines begeisterten Publikums.

Irakli Tsadaia entlockte seiner Violine wunderbar zarte, hell schimmernde Töne und trat in den edlen Wettstreit mit Antoine Pecqueur, der durch voluminöse, dunkel gehaltene Klänge seines Fagotts beeindrucken konnte. Rhythmisch galant wirkte Timafei Burakov am Schlagzeug und überaus homogen untermalte Olivia Friemel- Hurley am Flügel die Solopassagen, unterstützt durch stets präsente und von der Balance her ausgewogene Bassinstrumente.

Eine schöne und in dieser Besetzung wohl noch nie vorher gehörte Fassung der Miniaturen von Sulchan Zinzadse – als Zugabe – beendete diesen gelungenen Konzertabend im Kongregationssaal, der einmal mehr verdeutlichte, wie sehr Musiker und Publikum diese Live-Erlebnisse in besonderer Weise benötigen.

Lesen Sie dazu auch:

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren