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Denkmäler

13.08.2016

Er brachte den Hausheiligen zurück

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2 Bilder
Bildhauer Fritz Brenner freut sich, dass die restaurierte Figur des Heiligen Laurentius wieder seinen Platz in einer Nische im Mittleren Pfaffengässchen einnehmen kann. Finanziert hat das Projekt die Altaugsburg-Gesellschaft.
Bild: Michael Hochgemuth

Die Altaugsburg-Gesellschaft und Bildhauer Fritz Brenner haben einem Gebäude im Mittleren Pfaffengässchen sein Wahrzeichen wiedergegeben. Es ist nur eine Aktion eines Vereins, der sich um die historische Substanz sorgt.

Von Nicole Prestle

Die Altaugsburg-Gesellschaft greift neuerdings auch antiken Helden unter die Arme: Der Verein hat Geld gesammelt, um die so genannten Supraporten im Schaezlerpalais zu restaurieren. Diese Bilder hängen über den Durchgangstüren im ersten Stock und stammen aus dem 18. Jahrhundert. „Nur ein Jahr haben wir gebraucht, um die 150000 Euro zu sammeln“, sagt Vereinsvorsitzende Anne Voit. Sie ist vom Erfolg so angetan, dass sie sich vorstellen kann, bald auch für die Bilder in der zweiten Etage zu sammeln.

In vielen Bereichen aktiv

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Aktuell ist der Verein, der sich für den Erhalt alter (Bau-)Substanz in Augsburg einsetzt, in vielen Bereichen aktiv. Diese Woche erst wurde ihr „Hausmadonnen“-Projekt mit einer besonderen Präsentation belohnt: Der Heilige Laurentius, eine Figur wohl aus dem 16. Jahrhundert, wurde frisch saniert in seine Nische gesetzt. Er wacht nun wieder über ein Haus im Mittleren Pfaffengässchen. Seit 2008 hat die Altaugsburg-Gesellschaft etwa zwölf Hausheilige restaurieren lassen. Immer wieder wandten sich Hausbesitzer an den Verein, um um finanzielle Unterstützung zu bitten. Und: Die Nachfragen lassen nicht nach.

Anne Voit und ihren Mitstreiterinnen ist es ein Anliegen, Augsburgs Denkmäler zu erhalten. Dabei geht es manchmal um komplette Gebäude, wie zum Beispiel das Schaezlerpalais, auf dessen maroden Zustand die Altaugsburg-Gesellschaft vor vielen Jahren mit einer einprägsamen Kampagne aufmerksam machte. Inzwischen konzentriert sich der Verein aber vor allem auf kleinere (und damit finanziell leichter realisierbare) Projekte. Hier einige Beispiele:

Taubenbrunnen Vor über 50 Jahren wurde das Luterhöfle St. Anna neu gestaltet. Damals wurde auch der so genannte Taubenbrunnen des Künstlers Josef Lappe aufgestellt. Nun ist der Wasserlauf des Brunnens defekt, die Altaugsburg-Gesellschaft würde ihn gerne instand setzen lassen.

Hauszeichen Oft sind es die kleinen Details an Häusern, die den Mitgliedern der Altaugsburg-Gesellschaft eine Aktion wert sind. Ein Beispiel sind zwei Kaiserporträts von Maximilian I. und Karl V., die an einem Gebäude im Gänsbühl eingelassen sind. „Sie sind aus Ton gebrannt und äußerst gefährdet“, sagt Anne Voit. Der Verein plant deshalb, sie durch Kopien zu ersetzen und die Originale ins Maximilianmuseum bringen zu lassen.

Manchmal arbeiten die Vereinsmitglieder der Altaugsburg-Gesellschaft auch wie Detektive. So suchen sie aktuell nach den Originalen der Rinderköpfe, die einst die Augsburger Stadtmetzg schmücken. Nach dem Krieg wurden an der Fassade Kopien angebracht. „Wir versuchen, den Verbleib der echten zu ermitteln und zu dokumentieren.“

Fresko Die russisch-orthodoxe Gemeinde nutzt das Galluskirchlein am Gallusplatz. Das Gotteshaus ist renovierungsbedürftig. Gemeinsam mit der Diözese will die Altaugsburg-Gesellschaft das gotische Fresko an der Außenseite restaurieren. Es zeigt eine Kreuzigungsszene.

Literatur Das Hausmadonnen-Projekt der Altaugsburg-Gesellschaft wurde schriftlich dokumentiert. Das Buch „Hausmadonnen in Augsburg“, erschienen im Deutschen Kunstverlag, ist laut Voit ein Standardwerk. Die Schriftenreihe wird nun fortgesetzt. Ulrich Heiß und Stefanie Richter widmen sich im zweiten Band den Meistern der Augsburger Baukunst aus Mittelalter und Renaissance. Vorgestellt wird das Buch Ende September.

Konzert Um weiter für die Supraporten im Augsburger Schaezlerpalais zu sammeln, findet am 23. Oktober um 11 Uhr ein Benefizkonzert des Collegium Classicum im Festsaal des Schaezlerpalais statt.

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