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Rohrenfels

09.10.2019

Erdgas und Glasfaser für Rohrenfels

Erdgas Schwaben bietet den Rohrenfelsern einen Erdgasanschluss an. 
Bild: AdobeStock

In der Gemeinde könnten Erdgas- und Glasfaserleitungen verlegt werden - aber nur, wenn genügend Hausbesitzer mitmachen. Was der Ausbau die Bürger kosten würde.

Seit zwei Jahren laufen bereits die Planungen. Damals ging Wigbert Kramer, Bürgermeister der Gemeinde Rohrenfels, auf die Erdgas Schwaben zu und wollte wissen, wie teuer eine Versorgung seiner Gemeinde mit Erdgas werden würde. Nun sind die Planungen so weit fortgeschritten, dass das Unternehmen am Montag die Bürger informiert hat, unter welchen Umständen eine flächendeckende Erdgasversorgung möglich wäre. Und zur Erdgasleitung würde auch gleich noch ein Leerrohrsystem für Glasfaserkabel verlegt.

Geht es nach dem Bürgermeister und auch dem Gemeinderat, dann schlägt die Gemeinde diese beiden „Fliegen“ mit einer Klappe. Einmal Bauarbeiten, zwei Versorgungen: Energie und zeitgemäße Datenübertragung. Wie dieser Synergieeffekt sich auf die Kosten auswirkt, rechneten am Montagabend Mitarbeiter von Erdgas Schwaben den interessierten Zuhörern vor. Rund 60 Bürger waren ins Sportheim nach Wagenhofen gekommen. Bei rund 500 Häusern in Rohrenfels und Wagenhofen erreichte die Information somit gute zehn Prozent der angesprochenen Hausbesitzer.

Für einen Erdgasanschluss zahlt ein Hausbesitzer 2000 Euro

Um überhaupt in das Projekt einzusteigen, erklärte Uwe Sommer, Bereichsleiter der Schwaben Netz, müsse man bei mindestens 60 Prozent der bestehenden Häuser Anschlüsse verlegen. Nur so seien die rund zwei Millionen Euro, die das Unternehmen als Investition in das Leitungsnetz rechnet, gerechtfertigt. Alleine die bisherigen Planungskosten würden sich auf rund 100.000 Euro summieren. Und so lautet das Angebot von Erdgas Schwaben für die Hausbesitzer: Wer einen Anschluss ins Haus bestellt, zahlt, inklusive Leerrohr für die spätere Glasfaserleitung, 2000 Euro. Wer dann innerhalb von fünf Jahren tatsächlich Erdgaskunde wird, erhält eine Erstattung von 1000 Euro. Die Frist für dieses Angebot läuft allerdings am 13. Dezember ab. Danach wird es teurer. Dann kostet eine Leitung bis zu 20 Meter von der Straßenmitte zum Haus 2700 Euro. Und die Frist zum Anschluss für einen Nachlass von 1000 Euro verkürzt sich auf zwei Jahre. Das Unternehmen sucht mit diesem Angebot Planungssicherheit. Noch billiger könne es werden, wenn mehr als 70 oder gar 80 Prozent der Häuser angeschlossen würden. Sommer betonte, dass es nur um den Anschluss im Haus gehe. Ob dann tatsächlich Erdgas genutzt würde, sei erst einmal nicht wichtig.

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Erdgas Schwaben schickt drei Energieberater nach Rohrenfels, die ihr Büro im Rohrenfelser Feuerwehrhaus aufschlagen und jederzeit individuelle Beratungen geben können.

Das Leerrohr für Glasfaser wird beim Erdgasanschluss gleich mitverlegt

Helmut Kaumeier, Leiter Kommunalkundenbetreuung, sitzt mit den Rohrenfelsern schon lange am Planungstisch. Mit dem Leerrohr für Glasfaserversorgung öffne die Gemeinde die Tür in die Datenübertragungszukunft. Damit könne jeder Netzanbieter ohne weitere Tiefbauarbeiten die Häuser ans Glasfasernetz anschließen. Das Leerrohrnetz erhält die Gemeinde kostenlos dazu. Allerdings gehe das nur im Verbund. Glasfaser ohne Erdgas wird den Hausbesitzern nicht angeboten. Beim Energieträger gehe das Unternehmen in Richtung regeneratives Gas. Bis 2050 will das Unternehmen 80 Prozent des verkauften Erdgases aus regenerativen Produktion beziehen. Kaumeier nannte als Stichwort „Power to gas“. Bei der Methode wird überschüssige Windenergie in Methangas umgewandelt und in das Erdgas-Leitungssystem eingespeist. Erdgas Schwaben will weg von der fossilen Erdgasversorgung und hin zur Brennstoffzelle, betrieben mit grünem Gas. Diese soll dann, in Kombination mit einer Photovoltaikanlage, das Haus der Zukunft mit Strom und Wärme versorgen. Wer mit Öl heizt und zumindest einen modernen Öl-Brennwertkessel betreibt, könne diesen kostengünstig auf Erdgas umstellen lassen, so Sommer: „Bei einem modernen Gerät geht es nur um den Austausch der Düsen.“

Bis 13. Dezember informiert Erdgas Schwaben nun die Bewohner von Rohrenfels und Wagenhofen und sammelt die Aufträge. Dann erfolgt im Januar die Auswertung, wie viele mitmachen. Der Bürgermeister hofft, dass es viele werden – mindestens 60 Prozent. Dann könne man das Projekt der Augsburger Firma angehen. Diejenigen, die am Montag dabei waren, zeigten sich zumindest schon mal sehr interessiert.

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