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07.02.2015

Erfolgreich im Kampf gegen die Pfunde

Viele übergewichtige Menschen schaffen es alleine nicht, abzunehmen. Gemeinsam geht es hingegen oft leichter. Selbsthilfegruppen wie in Schrobenhausen, Ingolstadt und Pfaffenhofen helfen dabei.
Bild: Symbolbild: Waltraud Grubitzsch, dpa

Die Selbsthilfegruppe Adipositas in Schrobenhausen gibt es inzwischen seit fünf Jahren. Gründer Dr. Andreas Limberger zieht Bilanz und erzählt von seinen Plänen

140 bis 230 Kilogramm wiegen die Patienten oft, die die Selbsthilfegruppe Adipositas in Schrobenhausen besuchen. Die Selbsthilfegruppe, die in enger Zusammenarbeit mit dem Kreiskrankenhaus Schrobenhausen 2010 von Dr. Andreas Limberger ins Leben gerufen wurde, feiert dieses Jahr ihr fünfjähriges Bestehen. Die Bilanz von Gründer Limberger fällt positiv aus. Im laufenden Jahr hat der Arzt noch viel vor.

„Die Selbsthilfegruppe ist dringend notwendig. Sie wird gut angenommen“, sagt Limberger, Ernährungsmediziner und Chefarzt der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus Schrobenhausen. Die Gruppe trifft sich an jedem zweiten Dienstagabend im Monat im Kreiskrankenhaus. Außerdem gibt es Abnehmkurse mit dem Titel „Zuviel isst zuviel“, so genannte ZIZ-Kurse. In Schrobenhausen läuft bereits der 16. dieser Kurse. Die 13 Sitzungen dauern jeweils 90 Minuten. Geht ein Kurs zu Ende, gibt es, wie Limberger erzählt, schon wieder eine Warteliste für den nächsten. Jeder Kurs besteht aus zehn Teilnehmern. „Wir haben keine Ausschlusskriterien. Es kann jeder kommen, der volljährig ist – ob mit Diabetes oder ohne.“ Deshalb sei auch jede Altersgruppe und Gewichtsklasse vertreten – sogar bis zu einem BMI (Körpermasseindex) von 60 und mehr. „Das gibt es in keiner Krankenkasse“, sagt der Arzt – dabei bräuchten diese Menschen die Hilfe am nötigsten. Das Besondere der ZIZ-Kurse: „Wir erreichen eine mentale Stärkung der Patienten. Außerdem wird die Gemeinschaft herausgestellt, das heißt, die Menschen lernen Leidensgenossen kennen, mit denen sie auch nach dem Kurs noch in Kontakt stehen.“ Gerade bei sehr starkem Übergewicht ist es schwierig, den ersten Schritt zu machen und die Umstellung der Ess- und Lebensgewohnheiten dauerhaft umzusetzen. Limberger: „Wir wollen keine Verbote und Diäten. Wir arbeiten an Verhaltensänderungen, die im Kopf stattfinden müssen.“

Das multimodale Konzept „Zuviel isst zuviel“, das auf den drei Säulen Sport, Ernährung und Verhalten basiert, entstand vor fünf Jahren. Damals begann man am Kreiskrankenhaus damit, Operationen zur Behandlung von an Adipositas erkrankten Patienten durchzuführen. Das heißt, Operationen zur Gewichtsreduktion, wie Magenverkleinerungen, Magenbeipässe und Implantationen von Magenballons. Dafür mussten die Rahmenbedingungen erfüllt werden. „Die Patienten sind vorher in der Selbsthilfegruppe, um sich zu informieren und danach zur psychologischen Betreuung“, erklärt der Mediziner. Diese Menschen bräuchten meist eine lebenslange Einbettung. Viele Kursteilnehmer würden aber auch ohne Operation Gewicht verlieren. „Die Gruppe ist stärker als der Einzelne“, erklärt der Experte.

Das Programm wird inzwischen auch in Ingolstadt und Pfaffenhofen angeboten. In Pfaffenhofen setzt sich die Erfolgsgeschichte fort. In Ingolstadt hingegen gibt es derzeit keine Anmeldungen. Warum das so ist, kann sich Limberger nicht erklären. Dass es in Ingolstadt keine Übergewichtigen gibt, hält er für unwahrscheinlich.

Gründer Limberger ist mit der Resonanz auf sein Abnehmprogramm sehr zufrieden. Noch in diesem Jahr möchte er einen (Präventions-)Kurs für übergewichtige Kinder und Jugendliche in Schrobenhausen starten. „Hier muss man die Eltern mit ins Boot holen. Es geht nicht um Operationen, sondern um Veränderung, Ernährung – und Bewegung, Bewegung, Bewegung!“

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