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Neuburg/Donau

06.11.2019

Erfrischende „Falsche Schlange“ im  Stadttheater Neuburg

Bestens unterhalten wurde das Publikum von diesen drei Schauspielerinnen im Stück „Falsche Schlange“ von Alan Ayckbourn – ein kurzweiliger Abend im Neuburger Stadttheater. 
Foto: Elke Böcker

Der Psychothriller „Falsche Schlange“ bietet im Neuburger Stadttheater kurzweilige Unterhaltung. Wie die Regisseurin das schafft. 

Einen kurzweiligen, spannungsgeladenen und höchst vielschichtigen Theaterabend verbrachten die Zuschauer von Alan Ayckbourns Psycho-Triller „Falsche Schlange“. In der Inszenierung des Tournee-Theaters Thespiskarren verwandelte sich die Bühne des Neuburger Stadttheaters in eine wahre Schlangengrube – mit Horror-Geister-Spuk.

Regisseurin Gerit Kling, die gleichzeitig auch gekonnt die kränkelnde Annabel Chester – eine der drei Bühnenfiguren – spielt, lässt ihren gespannten Zuschauern kaum Zeit zu atmen, sorgt aber auch für herrlich komische Momente. „Falsche Schlange“ ist ein abgründiges Stück über zwei höchst ungleiche Schwestern, deren unter dubiosen Umständen ermordeten Vater und dessen habgierige Krankenschwester. Neben der herzkranken, diszi-plinierten und eher unglücklichen älteren Schwester Annabel gibt es auch noch die scheinbar naive, höchst emotionale und weit weniger attraktive jüngere Schwester Miriam, die von Mackie Heilmann mit mitreißendem Temperament und Ausdruck gespielt wird. Es gelingt der Schauspielerin, alle Facetten dieser Frau, die ihr Leben der Pflege des despotischen Vaters geopfert hat und jetzt Gerechtigkeit will, nachvollziehbar mit zum Teil herrlich dramatischem Ausdruck darzustellen. Dann gibt es noch die Krankenschwester Alice Moody, überzeugend dargestellt von Astrid Rashed, die die verfahrene Situation für ihre Zwecke nutzen will.

Die „Falsche Schlange“ bietet am Ende noch eine Überraschung für die Besucher im  Stadttheater 

Hinreißend, wie das Stück die Zuschauer auf die Seite der Mörderin Miriam zu ziehen weiß. Es scheint durchaus plausibel, dass sie sich ihres bösartigen, übergriffigen Vaters mit Tabletten und einem Stoß auf der unbeleuchteten Treppe entledigen „muss“. Doch dann droht ihr Gefängnis; Krankenschwester Alice erpresst die Schwestern mit ihrem Wissen um den Mord. Miriam weiß auch hier eine praktikable Lösung: Alice wird betrunken in den tiefen Brunnen gestürzt. Da muss man als Zuschauer zumindest ein bisschen schlucken. Jetzt steht Miriams Freiheit nur noch die erbende Schwester Annabel im Weg. „Gespenster“ und ein kalkulierbarer Herzanfall „lösen“ auch dieses Problem. Welch Schock! Plötzlich ist Krankenschwester Alice wieder da und auch noch als Miriams Liebhaberin. Doch bekanntlich kommt es ja meistens anders, als man denkt. So bietet denn das Ende des Stückes eine weitere Überraschung...

Diesmal hat sich das Theater als Ort der besonders kurzweiligen Unterhaltung erwiesen. Erfrischend!

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