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Bayerns Ministerpräsident Söder will Corona-Regeln in Kommunen an Grenzwerte koppeln

16.03.2009

Erinnernswert

Neuburg (lwa) - Der Stadtberg ist die Drehscheibe von Neuburg und das Rathaus ist die Schaltzentrale. Ursprünglich stand der Verwaltungstrakt auf dem heutigen Karlsplatz. Aber 1602 stürzte mit Getöse der noch im Bau befindliche Turm der Hofkirche ein und beschädigte oder zerstörte durch die herabstürzenden Steinmassen Rathaus, Kirche, Schule, Apotheke sowie die umliegenden Gebäude.

Dieser Turmsturz war nun der Anlass, das gesamte Areal neu zu gestalten, das Rathaus wurde nach rückwärts versetzt und war etwa 1613 wieder bezugsfertig. Der Karlsplatz bekam zu dieser Zeit ein neues Aussehen und wurde mit Linden gesäumt.

Beim Dreißigjährigen Krieg schlug das Schicksal abermals kräftig zu. Schwedische Truppen belagerten 1633 das Rathaus, rissen Fenster und Türstöcke sowie den Boden heraus und verbrannten das Holz. Aus Geldmangel wurde das Rathaus erst 1640 wieder aufgebaut, das Mauerwerk bis zum 1. Stock abgerissen und neu errichtet.

Und der nächste Schlag: 1680 stürzte während eines Festes unter dem Besucherandrang das Geländer der Freitreppe herab und riss viele Menschen in die Tiefe. Es gab Verletzte und sogar einige Tote.

Erinnernswert

Von 1742 bis 1745 abermals kriegerische Ereignisse, das Rathaus wird in ein Lazarett umfunktioniert. Die Schäden sollen genauso groß gewesen sein wie im Dreißigjährigen Krieg.

Und schließlich der 29. April 1945: Ein Knall, eine Explosion und das Rathaus stand in hellen Flammen. Nichts war mehr zu retten. Die Feuerwehr stand am Ende vor einer Ruine.

Die Amerikaner waren bereits in Neuburg, die Waffen mussten abgeliefert werden und wurden im Rathaus gelagert. Es war alles dabei von der Panzerfaust bis zu den Handgranaten. Eine unsachgemäße Lagerung dürfte den Brand ausgelöst haben.

Materialmangel und die Finanzkrise verzögerten den Wiederaufbau. 1946 kamen die Bauarbeiten allmählich in Bewegung. 760 Kubikmeter Schutt wurde abgefahren und 15 000 Ziegelsteine wiederverwertet. Die Währungsreform drückt 1948 noch ihren Stempel auf. Am 7. März 1949, also vor 60 Jahren, endlich vom ausgelagerten Volksbankgebäude zurück und im neuen Rathaus die erste Sitzung. "Dieses Datum wird in den Analen der Stadt als besondere Bedeutung vermerkt", schrieb damals die Neuburger Rundschau.

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