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Neuburg

16.05.2015

Erst Techniker, dann Priester

Der neue Kaplan der Pfarreiengemeinschaft St. Peter und Heilig Geist heißt Dominic Leutgäb.
Bild: Ralf Lienert

Der neue Heilig-Geist-Kaplan Dominic Leutgäb verrät, wie er zum Glauben fand.

Selbstverständlich sei es heutzutage nicht mehr, als Pfarreiengemeinschaft einen Kaplan zu erhalten. Das sagt Pfarrer Herbert Kohler zufrieden über die Entscheidung des Bistums, dass Dominic Leutgäb, 34, auf Kaplan Markus Schrom in der Pfarreiengemeinschaft St. Peter und Heilig Geist in Neuburg folgen wird. Der neue Kaplan hat vor seinem Amtsantritt am 1. September verraten, dass er zuerst einen anderen Weg eingeschlagen hat.

Wann und wie haben Sie von der neuen Stelle erfahren?

Dominic Leutgäb: Den genauen Zeitpunkt weiß ich nicht mehr. Es war vor einigen Wochen. Der Anruf kam natürlich von der Diözese Augsburg, von der zuständigen Personalstelle. Das war’s dann schon.

Inwieweit haben Sie Einfluss auf die Stellenvergabe?

Leutgäb: Die Kaplanstellen werden üblicherweise vom Bistum vergeben, in Rücksprache mit den Betroffenen.

Kaplan Leutgäb, Sie sind in Friedberg geboren, Sie sind seit 2012 in Kempten, jetzt kommen Sie erstmals nach Oberbayern.

Leutgäb: In der Kindheit und Jugend war ich natürlich in Oberbayern. Aber als Priester und Kaplan hat man mich noch nicht in Oberbayern eingesetzt.

...und Neuburg ist deshalb für Sie ein weißer Fleck auf der Landkarte? Was wissen Sie über Neuburg?

Leutgäb: Das herausragendste Merkmal ist natürlich die Donau. Es ist das erste Mal, dass ich am großen Fluss leben darf. Ansonsten ist mir bei meinem ersten Besuch die wunderbare Altstadt in Erinnerung geblieben, die ich bislang nur ganz oberflächlich gesehen habe. Aber sie wirkt auf den ersten Blick schon sehr beeindruckend. Auf den Rest freue ich mich und lasse mich überraschen.

Ihr Bruder Christoph Leutgäb ist auch Pfarrer. Er in Schwabmünchen, Sie bald in Neuburg und den dazugehörigen Pfarrgemeinden. Hat die Familie ihren Teil dazu beigetragen, dass Sie sich beide für den Weg der Geistlichkeit entschieden haben?

Leutgäb: Ich weiß nicht, ob man es Zufall nennen kann. Aber es ist zumindest kein direkter Zusammenhang, weil mein Bruder acht Jahre älter ist als ich. Zwischen seiner Priesterweihe und meiner lag also eine gewisse Zeit. Es hat sich so ergeben.

Aber zuerst haben Sie einen anderen Weg eingeschlagen. Sie haben Druck- und Medientechnik studiert.

Leutgäb: Bei allem Interesse an der Technik, ist das Interesse am Glauben und an den Menschen größer. Ich glaube, dass das ein Leben lang halten wird. Während ich bei Druck- und Medientechnik am Ende nicht sicher gewesen bin.

Die Verbundenheit zur Kirche kam erst zu dieser Zeit?

Leutgäb: Nein. Die ist schon seit der Ministrantenzeit und der Gymnasialzeit in St. Stephan in Augsburg gegeben.

Welcher Heilige steht Ihnen besonders nahe?

Leutgäb: Am ehesten der Heilige Ignatius, weil ich fünf Jahre in Rom im Priesterseminar der Jesuiten studiert habe, also im Collegium Germanicum et Hungaricum. Da ist mir natürlich die Spiritualität des Ordensgründers, seine Art den Glauben zu leben, deutlich näher gekommen. Seitdem begleitet mich der Heilige Ignatius.

Pfarrer Herbert Kohler hat Sie auch in Rom getroffen. Er war als Gesandter des Priesterseminars des Bistums Augsburg bei Ihrer Priesterweihe in Rom. Stehen Sie bereits seit dieser Zeit in Kontakt?

Leutgäb: Wir kennen uns seit seiner Zeit als Spiritual im Augsburger Priesterseminar.

Wie war der erste Kontakt mit Pfarrer Kohler, als klar war, dass Sie in seine Pfarreiengemeinschaft kommen?

Leutgäb: Wir haben uns zusammen telefoniert und ich bin zu Besuch gekommen. Wir haben uns Neuburg angeschaut.

Welcher Papst steht Ihnen näher? Benedikt oder Franziskus?

Leutgäb: Ich werde keine Bevorzugung aussprechen. Jeder Papst, den ich bisher erlebt habe seit Johannes Paul II., bringt seine eigene Theologie und Herangehensweise an den Glauben ein. Ich bin überzeugt, dass jeder das Richtige tut, damit die Kirche und die Welt weiterkommen.

Was nehmen Sie aus Kempten mit nach Neuburg?

Leutgäb: Schöne Erfahrungen mit netten Menschen, die ich getroffen habe. Schöne Erinnerungen, an die sehr gute Kirchenmusik und an die Stadt. Was ich in Kempten erlebt habe, will ich in Neuburg fortsetzen.

Interview: Bastian Sünkel

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