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Birdland

26.11.2019

Erst multinational und dann beswingt

Eine akustische Delikatesse erwartet die Besucher des Jazzclubs am Freitag mit dem Trompeter Valery Ponomarev und seinem aktuellen Quintett.

Ein unterschiedliches Programm erwartet die Besucher am Wochenende im Jazzkeller. Wer dort seinen Auftritt hat

Der November verabschiedet sich im Neuburger Jazz Keller mit ganz unterschiedlichem Programm. Am Freitag, 29. November, kommt mit multinationaler Besetzung der Trompeter Valery Ponomarev mit seinem aktuellen Quintett. Swing ist tags darauf am Samstag mit dem englischen Quartett „Dime Notes“ angesagt.

Die Geschichte des Valery Ponomarev besitzt die Qualität eines Jazz-Märchens. Zu Zeiten, als der Eiserne Vorhang noch unüberwindbar schien, begann der junge Mann aus Moskau Musik zu studieren. Mit 19 Jahren entdeckte er auf dem Schwarzmarkt eine Platte des Trompeters Clifford Brown, die sein Leben verändern sollte. So spielte er von 1964 bis 1969 mit durchreisenden US-Solisten wie Gerry Mulligan, Charles Lloyd und Keith Jarrett. Seine Liebe zum amerikanischen Hardbop kam aber in der sowjetischen Jazzszene nicht gut an, weshalb er 1973 nach New York übersiedelte, wo er bis heute lebt. Heute ist Valery Ponomarev 76, hat längst die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen und zollt mit seiner multinationalen Band um den österreichischen Saxofonisten Fabio Devigili, den beiden Spaniern Lluis Capdavila (Piano) und Ignasi Gonsalez (Bass) sowie dem Schweizer Drummer Joris Dudli nicht nur seinem Mentor Art Blakey Tribut, sondern auch dem größten Trompetenkollegen Art Farmer. Eine akustische Delikatesse!

Unwiderstehlich und elegant! Diese Termini drängen sich schon nach wenigen Sekunden auf, wenn man die Dime Notes bei ihrer Arbeit auf der Bühne beobachtet. Vier englische Gentlemen, die den treibenden Jazz der 1920er Jahre, angeführt von einer Klarinette, die scheinbar den Blues aufgesogen hat, in nahezu originalgetreuer Perfektion ein Jahrhundert erneut zum Leben erwecken. Bei einem Konzert der Vier erhält das „Nervous Leg Syndrom“ eine völlig neue Bedeutung, getreu dem Motto „Small band, huge swing!“ Im alten New Orleans war die Dime Note ein Zehn-Dollar Schein. Man könnte den Bandnamen jedoch auch mit „Zehntelnoten“ übersetzen. Jedenfalls fetzt das muntere Quartett höchst leidenschaftlich durch vergessen geglaubte Song-Juwelen aus vergangenen Tagen. Die swingende Zeitreise führt direkt nach New Orleans in die Ära von Säulenheiligen wie Jelly Roll Morten, Johnny Doods oder Red Nicols. Im Zentrum der Dime Notes steht David Horniblow, langjähriger Klarinettist von Chris Barber und Urgestein in Londons Jazz-Szene. Doch ohne Gitarrist Dave Kelbie, Pianist Andrew Oliver und Bassist Louis Thomas könnte die Combo wohl kaum diesen ansteckenden Groove kreieren. Ein Festabend für alle Fans des Swing, Stomp und Early Jazz. (re)

Telefon 08431/41233, Fax 08431/46387, online unter www.birdland.de oder ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

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