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Karlshuld

10.04.2019

Erstes Ja-Wort für die Bankenhochzeit im Donautal

Karlshulds Bürgermeister Karl Seitle sprach ein Grußwort auf der Generalversammlung der Raiba Donaumooser Land in der mit fast 600 Mitgliedern gefüllten Mehrzweckhalle.
Bild: Norbert Eibel

Mit großer Mehrheit stimmen die Mitglieder der Raiba Donaumooser Land für eine Verschmelzung mit Gaimersheim-Buxheim. Endgültige Entscheidung am Donnerstag.

Die Braut hat sich zurechtgemacht für die Bankenhochzeit im Donautal. Jetzt muss noch der Bräutigam am Donnerstag sein Ja-Wort geben, sprich die Mitglieder der Raiffeisenbank Gaimersheim-Buxheim der Fusion mit der Raiba Donaumooser Land zustimmen. Mit 95 Prozent stimmten die Mitglieder des Karlshulder Kreditinstituts der Fusion mit dem Nachbarn jenseits der Donau zur Raiffeisenbank im Donautal eG zu. Sie machten den Dienstag damit zu einem „besonderen Tag für Sie und für die Region, der Sie Zukunft geben“, unterstrich Dr. Jürgen Gros, Vorstandsvorsitzender und Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern.

95 Prozent Zustimmung für die Bankenhochzeit im Donautal

Die Verschmelzung bekam 565 Ja-Stimmen, 25 Mitglieder votierten dagegen, vier enthielten sich. Schon zu Beginn hatte man sich von der Versammlung das Einverständnis geholt, aus praktischen Gründen per Akklamation nur die Nein-Stimmen und Enthaltungen abzufragen. Kritik daran und an der Notwendigkeit Fusion im Allgemeinen wurde kurz vor der Abstimmung laut. Aufsichtsratsvorsitzender Herbert Fürst beantwortet vier schriftlich eingereichte Fragen eines Mitglieds. Als auch Zwischenrufe laut wurden, kam Dr. Andrea Althanns, Leiterin der Rechtsabteilung des Genossenschaftsverbandes Bayern, aufs Podium und schlichtete unter Beifall: „Es geht darum, die Zukunft einer Genossenschaftsbank zu gestalten und nicht, sie zu zerlegen.“

Vorstand Bernhard Meier hatte zuvor nochmals für die Verschmelzung geworben. Von Anfang an seien die Beweggründe, er nannte „die verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen, die Digitalisierung, den Niedrigzins der Europäischen Zentralbank und die dadurch sinkenden Betriebsergebnisse“, offensiv kommuniziert und in vier Infoveranstaltungen vorgestellt worden. Schon vor Jahren habe man durch Einsparungen aufgrund innerbetrieblicher Veränderungen gegengesteuert. Doch die Hochrechnungen für die nächsten Jahre zeigten, dass diese Effekte ausliefen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Fusion.“ In der Nachbargenossenschaftsbank Gaimersheim-Buxheim habe man den strategisch richtigen Partner gefunden, denn „wir wollen weiterhin niedrige Hierarchien und damit kurze Entscheidungswege in allen Bereichen und, ganz wichtig, Kompetenz vor Ort“, betonte Bernhard Meier. Die Verhandlungen seien auf Augenhöhe verlaufen, mit der Verschmelzung entstehe eine ländliche Bank, die die Charaktere beider Häuser erhalte, ebenso die Arbeitsplätze und alle Filialen. Für die Kunden ändere sich so wenig wie möglich, jeder Berater bleibe in den jeweiligen Zweigstellen erhalten. Und beruhigend für die Mitarbeiter: Es wird keine fusionsbedingten Kündigungen geben. Auch die gewohnten, jährlichen Mitgliederversammlungen wird es weiter geben.

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Eine Frau rückt in den Aufsichtsrat der neuen Bank im Donautal

Den Geschäftsbericht 2018, vorgetragen von Vorstand Andreas Schwinghammer, winkte die Versammlung durch. Auch die turnusmäßigen Wahlen gingen reibungslos über die Bühne. Werner Hecht wurde als Aufsichtsrat für das Geschäftsgebiet Karlshuld bestätigt. Für den ausgeschiedenen Herbert Einmüller (Karlskron), den Jürgen Gros für langjähriges Engagement auszeichnete, rückte mit Andrea Ernstorfer die erste Frau in den Aufsichtsrat nach. Herbert Fürst, Georg Winter, Thomas Mack und Josef Walter wurden bestätigt.

Dann erfüllte Aufsichtsratsvorsitzender Herbert Fürst die juristische Pflicht, erläuterte den Fusionsvertrag und stimmte die Versammlung auf das Votum ein. Wegen der anfallenden Grunderwerbssteuer sei das Haus mit dem höheren Immobilienbesitz, nämlich Gaimersheim-Buxheim, das aufnehmende Geldinstitut. „Das haben unsere Steuerabteilungen als günstigstes Szenario errechnet.“ Im Gegenzug erhalte die Raiba Donaumooser Land den Aufsichtsratsvorsitz in der neuen Bank.

Bis die Fusion im Juni auch technisch vollzogen ist und rückwirkend zum 1. Januar in das Register eingetragen wird, fehlt nur noch das Plazet aus Gaimersheim. Die beiden Vorstände Peter Pollich und Bernhard Hackner saßen in Karlshuld im Publikum. Die Teilbereiche der neuen Raiffeisenbank im Donautal werden gleichmäßig auf beide Bankensitze verteilt. Das neue Geldinstitut wird 224 Mitarbeiter beschäftigen und hat eine Bilanzsumme von 921 Millionen Euro. Die Zahl der Vorstände wird mittelfristig halbiert, wenn sich Pollich (2021) und Schwinghammer (2022) in den Vorruhestand verabschieden.

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