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12.08.2008

"Es ist halt Arbeit da, und die muss gemacht werden"

Wenn es nach Helmut Roßkopf geht, könnte der Tag gut und gerne 36 Stunden haben. Denn seit der 47-Jährige zum Bürgermeister von Berg im Gau gewählt wurde, ist die Arbeit mehr und die Freizeit deutlich knapper geworden. Kein Wunder, schließlich arbeitet er nach wie vor Vollzeit als Gemeindearbeiter. Das Bürgermeisteramt läuft quasi nebenbei.

"Ich hätte nicht gedacht, dass es so zeitaufwendig ist", gibt Roßkopf zu. Zwei bis zweieinhalb Stunden täglich ist er mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt. Dazu kommen viele Stunden abends, wenn Bürger mit Fragen oder Problemen zu ihm kommen. Doch Roßkopf will nicht jammern. Im Gegenteil: Nirgendwo anders wolle er Bürgermeister sein, schließlich sei der Zusammenhalt der Bürger mit keiner anderen Gemeinde vergleichbar. Fast gerät er ins Schwärmen, wenn er von "seinem Berg im Gau" erzählt und wie schön der Blick von hier aus ins Donaumoos sei.

Seit fast 20 Jahren arbeitet Roßkopf schon als Gemeindearbeiter für den Ort. "Da kommt man täglich mit den Bürgern zusammen und hört viele Wehwehchen", sagt er. Außerdem kennt er praktisch jedes Schlupfloch im Ort, was ihm die Arbeit natürlich leichter macht. Deshalb ist er auch davon überzeugt, dass sich seine beiden Jobs - Bürgermeister und Gemeindearbeiter - hervorragend vereinbaren lassen. Auch wenn Roßkopf in dieser Doppelfunktion jetzt sein eigener Chef ist, fühlt er sich nicht so. "Es ist halt Arbeit da, und die muss gemacht werden", erklärt er seine Arbeitsphilosophie.

In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit hat Roßkopf ein Thema zu Ende gebracht, das schon seit vier Jahren die Gemeinde beschäftigt: die Sanierung der Friedhofsmauer. Auch wenn das Amt für Denkmalpflege den Bau gleich in seinen ersten Tagen als Bürgermeister eingestellt hat, ist das Projekt jetzt so gut wie abgeschlossen. Bauchschmerzen bereitet ihm hingegen noch die neue Kläranlage, die 2006 in Betrieb genommen wurde und seitdem nicht richtig funktioniert. "Da wurden 1,8 Millionen Euro auf die Bürger umgelegt. Kein Wunder, dass es da Missstimmung gibt", sagt er. Auch das Radwegnetz will Roßkopf weiter ausbauen. Die Strecke zwischen Eppertshofen und Langenmosen steht dabei genauso auf dem Plan wie der Bereich von Siefhofen nach Obergrasheim.

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An seinen ersten Tag als Rathauschef erinnert sich Roßkopf noch heute. Damals ist er nach Schrobenhausen gefahren, um von seinem Vorgänger Helmuth Seel in sein neues Amt eingewiesen zu werden. "Das war sehr, sehr gut", entsinnt er sich, auch wenn ihn die vielen Informationen zunächst überflutet haben. "Das wird eine harte Nuss", dachte er sich damals. Denn eines wurde Roßkopf schnell bewusst: Der Unterschied zwischen einem Gemeinderat und einem Bürgermeister ist riesengroß.

Inzwischen hat sich Roßkopf eingearbeitet, und auch die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat läuft reibungslos. "Bei uns gibt es kein Parteiengerangel", betont der Freie Wähler, der nicht sich selbst, sondern sein Amt wichtig nimmt. Denn eines hat er sich auf seine Fahnen geschrieben: Die Bürger stehen an vorderster Stelle, nicht der Bürgermeister.

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