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Neuburg

13.05.2019

Eschentriebsterben: Uni erforscht Bäume in Neuburg

In Höhen von bis zu 20 Metern werden Proben genommen.
Bild: Anna Eisen/upd

Wie die Katholische Universität Eichstätt Ingolstadt das Eschentriebsterben im Neuburger Auwald erforscht.

Wer derzeit im Auwald bei Neuburg spazieren geht, kann Wissenschaft hautnah erleben: Anna Eisen, Doktorandin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), hat Pollenfallen und Windmesser aufgestellt und mit einer mobilen Arbeitsbühne im Kronendach von Eschen deren Blüten und Pollen gesammelt.

Die Esche gilt aufgrund ihrer Wärme- und Trockenresistenz eigentlich als vielversprechende Sorte für den Waldumbau vor dem Hintergrund des Klimawandels. Jedoch ist sie aufgrund einer Pilzkrankheit akut in ihrer Existenz gefährdet: Das „Falsche Weiße Stängelbecherchen“ führt zum Eschentriebsterben. Die rasante Ausbreitung der Krankheit setzt nun Forschung und Waldwirtschaft unter Druck. Gefördert von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft forscht Anna Eisen unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette (Professur für Physische Geographie/Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosystementwicklung) deshalb zur Generhaltung der Esche. Dabei kooperiert sie eng mit dem Wittelsbacher Ausgleichsfond und dem Bayerischen Amt für Waldgenetik.

Eschentriebsterben: Bislang keine wirkungsvollen Gegenmaßnahmen

Bislang gibt es keine wirkungsvollen Maßnahmen gegen das Eschentriebsterben. Eine Perspektive bietet jedoch die Tatsache, dass etwa ein Prozent der Eschen eine natürliche Resistenz gegen die Krankheit aufweist. Eine Möglichkeit zur Eindämmung des Eschensterbens besteht in der gezielten Vermehrung resistenter Bäume beziehungsweise in der Förderung einer natürlichen Resistenzbildung. Doch warum einige Bäume resistent sind und wie sich eine Resistenz sicher erkennen lässt, ist bislang noch nicht bekannt.

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Anna Eisen untersucht, inwieweit der Gesundheitszustand der Eschen die Entwicklung der Pollen beeinflusst. Dazu sammelt die Wissenschaftlerin in schwindelerregenden Höhen von bis zu 20 Metern mit Hilfe einer mobilen Arbeitsbühne Pollenproben der Esche und untersucht deren Lebensfähigkeit, welche unter anderem Aufschluss über die Chance einer Fortpflanzung gibt. Um den Pollenflug im Auwald zu untersuchen, installierte sie zudem elf Pollenfallen. Seit Mitte März ist Anna Eisen täglich vor Ort und wechselt die Objektträger, an denen die Pollen haften bleiben. Zudem nutzt sie die Arbeitsbühne auch für vertikale Pollenmessungen in fünf unterschiedlichen Höhen. „Durch den stündlichen Wechsel der Objektträger lassen sich Rückschlüsse auf die Änderung der Pollenkonzentration im Tagesverlauf ziehen“, erläutert Anna Eisen. „Dies sind wichtige Informationen, um die Fortpflanzungserfolge in fragmentierten Beständen abzuschätzen.“

Noch bis Mitte Mai wird die Wissenschaftlerin den Auwald durchstreifen. Danach beginnt die Auswertung der Proben unter dem Mikroskop im Labor der Universität, bis im nächsten Frühjahr wieder neue Daten aufgenommen werden können. (nr)

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