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Ingolstadt

07.02.2019

Ex-OB Lehmann: Kein Verfahren  wegen Beraterjob

Ingolstadts Ex-Oberbürgermeister Alfred Lehmann muss sich zwar ab März vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten. Wegen einer strittigen Beratertätigkeit gibt es aber kein Ermittlungsverfahren.
Bild: Stadt Ingolstadt

Ingolstadts früherer Rathauschef hat ein Problem weniger. Auf den im März beginnenden Prozess hat das allerdings keinen Einfluss. Um was es geht.

Ingolstadts Ex-Oberbürgermeister Alfred Lehmann hat ein juristisches Problem weniger. Wie die Staatsanwaltschaft Ingolstadt am Donnerstagnachmittag mitteilte, wird es wegen einer umstrittenen Beratertätigkeit des früheren Rathauschefs kein Ermittlungsverfahren geben. Auf den im März vor dem Landgericht Ingolstadt beginnenden Prozess gegen ihn hat das allerdings keine Auswirkungen.

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Es ging um einen Topjob im Klinikum Ingolstadt

In einer Mitteilung der Behörde heißt es, dass die diesbezüglichen Vorermittlungen ob eine Straftat wegen Vorteilsannahme oder Bestechlichkeit „im Zusammenhang mit Neubesetzungen im Geschäftsbereich des Klinikum Ingolstadt vorliegen könnte, keine Anhaltspunkte“ ergeben hätten. In der Erklärung heißt es weiter: „Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Tätigkeit des Herrn Dr. Lehmann für die Beratungsfirma und deren Beauftragung als Headhunter im Rahmen der Neubesetzungen im Geschäftsbereich des Klinikum Ingolstadt konnte nicht festgestellt werden.“ Entsprechend werde kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Ingolstadts Ex-Rathauschef war Ende 2016 in den Fokus der Ermittler geraten

In den Fokus der Ermittler war Lehmann in dieser Sache Ende 2016 geraten. Seine damalige Tätigkeit als Berater für einen Münchner Personalvermittler war auf Kritik gestoßen. Nach seiner Zeit als OB - von 2002 bis 2014 - war Lehmann zunächst im Ingolstädter Stadtrat geblieben und zugleich auch Aufsichtsrat des Klinikums. Währenddessen hatte der Personalvermittler, für den Lehmann tätig war, einen ärztlichen Direktor an Bayerns viertgrößtes Krankenhaus vermittelt. Lehmann war dann Anfang Dezember 2016 als Stadtrat zurückgetreten. Mit seiner Doppelrolle als Headhunter-Berater und Klinikumsaufsichtsrat hatte sich zunächst die Generalstaatsanwaltschaft München befasst, den Fall dann aber zurück an die Staatsanwaltschaft Ingolstadt verwiesen. Und die hat diesen nun zu den Akten gelegt. Was Lehmanns Anwalt, Jörg Gragert, „begrüßt“, wie er auf Anfrage mitteilte.

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Der Prozess am Landgericht Ingolstadt beginnt am 7. März

Ungeachtet dessen wird sich sein Mandant ab dem 7. März vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten müssen. Anfang August 2018 hatte das Landgericht Ingolstadt die Anklage gegen ihn wegen Bestechlichkeit und Untreue zugelassen. Derzeit sind 17 Verhandlungstage angesetzt. Dem 68-Jährigen, der bis 2014 Rathauschef in Ingolstadt war, werden Mauscheleien bei Grundstücks- und Wohnungskäufen zur Last gelegt. Er weist die Vorwürfe zurück. Mit Lehmann müssen sich auch zwei Mitarbeiter der an den Geschäften beteiligten Unternehmen vor Gericht verantworten. (kuepp)

Lesen Sie zudem Thema auch: Klinikum-Affäre in Ingolstadt ist abgeschlossen

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