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Vohburg

01.09.2019

Explosion vor einem Jahr in Bayernoil-Raffinerie: Ein Knall, der nachhallt

Die Explosion in der Bayernoil-Raffinierie von Vohburg hat die gesamte Region erschüttert.
Bild: dpa

Plus Vor einem Jahr zerstörte eine heftige Explosion Teile der Produktionsanlagen der Bayernoil-Raffinerie in Vohburg. Bis heute sind die Folgen zu spüren.

Am 1. September 2018 morgens, es war kurz nach fünf, war für Bayernoil mit einem Schlag nichts mehr wie vorher. Die Bürger Vohburgs, Irschings und der umliegenden Gemeinden wurden durch die Explosion in der Raffinerie des Unternehmens sehr unsanft aus dem Schlaf gerissen. Seither ist Bayernoil mit der Schadensbehebung und mit dem Wiederaufbau der Produktionsanlage beschäftigt. Die enormen Schäden auch in der Nachbarschaft sind weitgehend behoben. Wie es zu der Explosion in der Raffinerie von Bayernoil kommen konnte, ist aber immer noch nicht endgültig geklärt.

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Bayernoil: Produktion bis Herbst wieder bei 100 Prozent

„Bis zum Herbst läuft unsere Produktion wieder auf 100 Prozent“, freut sich Bayernoil-Geschäftsführer Michael Raue. Momentan funktioniert eine Produktionslinie, im Herbst wird auch die zweite in Betrieb sein. Schwer zu ertragen sei es allerdings, vor allem für ihn als Ingenieur, dass die genaue Schadensursache immer noch nicht ermittelt sei. „Die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) ist nach wie vor mit der Aufklärung beschäftigt und arbeitet sehr akribisch an dem Fall.“ Nach Interpretation von Bayernoil liege die Ursache bei einem Stahlbehälter, der sich plötzlich geöffnet habe. Allerdings werde die Technologie, die damals installiert war, heute gar nicht mehr verwendet. Modernere Technologie komme nun zum Einsatz. Trotzdem will das Unternehmen genau wissen, was passiert ist.

Heute ist die Anlage zum Teil schon wieder in Betrieb und Bayernoil arbeitet mit Hochdruck daran, auf 100 Prozent zu kommen.
Bild: Bayernoil

Sehr viel Glück habe man damals gehabt. Aber, so betont Raue, viele Maßnahmen, die vorher getroffen worden waren, hätten sich auch bei dem Unglück bewährt. Die druckfesten Container, die Rolltore der Werksfeuerwehr etwa und die Sicherheitsbestimmungen.

Explosion vor einem Jahr in Bayernoil-Raffinerie: Ein Knall, der nachhallt

An dem Tag, an dem sich das Unglück zum ersten Mal jährt, wolle man kurz innehalten und der Katastrophe gedenken, erklärt Raue. „Wir werden im Mitarbeiterkreis eingehend darüber sprechen.“

Wie wichtig die Bayernoil-Raffinerie für die Wirtschaft des Freistaates ist, zeigte jüngst auch ein Besuch des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger im Juni. Damals betonte der Minister: „Ich bin sehr froh, dass es rasch aufwärtsgeht.“ Der Ausfall der Bayernoil-Produktion habe zu einem deutlichen Preisanstieg zum Beispiel bei Bitumen geführt. Aiwanger lobte die Zusammenarbeit der Behörden mit der Raffinerie. Allen voran die Kommune habe sich als verlässlicher Partner in schweren Zeiten gezeigt. Die Handhabung dieser Katastrophe zeige, dass man alles Menschenmögliche tue, damit ein solcher Vorfall nie mehr passiere, so Aiwanger im Juni weiter.

Eine schwere Explosion hat am Samstagmorgen den Kreis Pfaffenhofen an der Ilm erschüttert. Der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, Hans-Peter Kammerer, zu dem Vorfall in der Bayernoil-Raffinerie.
Video: Stefan Küpper

Bei der Explosion in Vohburg waren 16 Menschen verletzt worden

Bei der Explosion Anfang September vergangenen Jahres waren 16 Menschen verletzt worden. Tote waren zum Glück nicht zu beklagen. Bayernoil hatte die komplette Anlage nach dem Unglück zunächst außer Betrieb gesetzt und im Mai begonnen, die Produktion nach und nach hochzufahren. Der dem Unternehmen entstandene Schaden ist nach Angaben von Bayernoil nach wie vor nicht konkret bezifferbar. Er liege aber im hohen Millionenbereich.

Rund um die zerstörte Raffinerie waren über 1000 Häuser beschädigt worden. Vohburgs Erster Bürgermeister Martin Schmid geht davon aus, dass sich der Schaden hier auf einen zweistelligen Millionenbetrag summiert. Die allermeisten Schäden seien inzwischen von Versicherungen und Bayernoil behoben.

In Vohburg, so erklärt Schmid, wirke das Unglück noch bei manchem nach: „Wenn es irgendwo knallt, dann denken manche immer noch: Was ist da jetzt los?“ Der Schock hallt nach. Denn, so sagt Schmid: „Wir hatten ganz, ganz großes Glück im Unglück.“ (mit kuepp)

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