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Karlshuld

14.12.2020

„FabLab Donautal“: Das steckt hinter der Idee eines Karlshulder Vereins

Das FabLab ist eine Art offene Werkstatt in der Wissen und Ideen zusammenfinden.
Bild: Adobe Stock (Symbolfoto)

Plus In Karlshuld hat sich ein Verein gegründet, um eine offene Werkstatt auf die Beine zu stellen. Wer und was hinter der Idee des „FabLab Donautal“ steht.

Besonders vor Weihnachten schwirrt bestimmt dem ein oder der anderen eine gute Geschenkidee durch den Kopf. Der Partner wünscht sich schon lange einen neuen Spiegel im Bad oder die Kinder brauchen dringend mehr Stauraum im Kinderzimmer? Vielleicht hat der ein oder andere sogar schon zum Stift gegriffen und seine Idee skizziert. Häufig kommt dann die Ernüchterung. Will man es richtig machen, fehlt das nötige Werkzeug, das Know-How oder schlicht und einfach der geeignete Raum.

„FabLab Donautal“ wird von einem Verein aus Karlshuld getragen

Wenn es nach einigen kreativen Köpfen aus Karlshuld und der Umgebung geht, ist damit bald Schluss. Das Team um Informatiker Frank Schütz, der für die Freien Wähler im Gemeinderat in Karlshuld sitzt, will ein sogenanntes FabLab aufbauen. Das ist eine Art offene Werkstatt in der Gerätschaften, Wissen und Ideen zusammenfinden und so Projekte umgesetzt werden. Getragen wird das Lab von einem Verein, der sich vergangene Woche – coronabedingt virtuell – gegründet hat.

Der Name „FabLab Donautal“ ist Programm, denn die Gründungsmitglieder denken groß. „Wir wollen nicht nur Menschen in Karlshuld ansprechen, sondern in der ganzen Region von Neuburg bis Eichstätt“, sagt 1. Vorstand Manuel Müller. Gemeinsam mit ihm sitzen noch vier weitere Gründungsmitglieder in der, wie sie es nennen, „Keimzelle“ in Karlshuld. Dort arbeiten die fünf Informatiker in einem Kreativbüro. Aber auch Menschen aus Schrobenhausen, Bertoldsheim und Königsmoos sind dabei. Handwerker, Physiker, Lehrer. Die Devise lautet: „Egal, wie abgefahren oder verrückt das Vorhaben – es wird umgesetzt.“

Geräte haben die Gründer so einiges auf ihrer Wunschliste stehen: etwa einen 3D-Drucker.
Bild: Oldtimerparts Leipzig, dpa (Symbolfoto)

Dazu braucht es nicht nur möglichst viel Fachwissen in verschiedenen Bereichen, sondern auch den Raum und das nötige Werkzeug. Was Letzteres betrifft, haben die Gründer so einiges auf ihrer Wunschliste stehen: Holzverarbeitungsmaschinen, Metallfräse, 3D-Drucker, Bestücker, Laser-Cutter, und so weiter. Die Liste ist lang, einige Geräte hat das Team schon zusammen. Beispielsweise den 3D-Drucker und den Bestücker.

Für den Fall, dass der Verein einige Maschinen nicht auftreiben kann, gibt es auch schon eine Lösung. „Dann bauen wir die eben selbst“, sagt Frank Schütz. Zunächst muss der Verein nun einen geeigneten Standort finden. Das Team ist da in enger Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung und hat in Bürgermeister Michael Lederer einen Fan des Projekts gefunden. Wenn der Raum mal hergerichtet ist, müssen Schichtpläne erarbeitet werden und die Abläufe sich einspielen.

WorkerSpace: Mitglieder des Vereins aus Karlshuld sollen die Räume immer nutzen können

Angedacht ist, dass Mitglieder des Vereins nach einer Einweisung die Geräte und Räume jederzeit nutzen können. Aber auch für Nichtmitglieder soll es Zeitfenster geben, in denen sie werkeln können. Dann müssen Mitglieder die Betreuung der Gäste übernehmen, besonders dann, wenn mit schweren Maschinen gearbeitet wird.

Es ist ein Projekt, das viel Zeitund Engagement fordert, aber auch ein großes Potenzial bietet, sich zu entwickeln. Frank Schütz nennt als Beispiel und Vorbild ein FabLab in Oberbayern. Die haben sogar ein mobiles Lab und fahren damit an Schulen, um beispielsweise Experimente vorzuführen und Unterrichtseinheiten erlebbarer zu gestalten. Eine Entwicklung in diese Richtung ist auch für das Team aus Karlshuld denkbar. „Es kommt aber auch stark darauf an, welche Leute zu uns kommen“, sagt Schütz. „Die Ausrichtung des Labs ist nicht planbar und hängt von den Mitgliedern ab.“ Er wünscht sich auch eine enge Verbindung zu den Unternehmen und Firmen, die im Donautal angesiedelt sind. „Ich könnte mir ein Vortragsformat vorstellen, wo regionale Unternehmen beispielsweise einem Fachmann für Digitalisierung zuhören und sich eventuell Synergien entwickeln.“

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