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Führerschein in Neuburg

30.06.2020

Fahrschule in Corona-Zeiten: Fahren lernen mit der Maske

Fahrlehrer Harry Schmid inkognito bei der Arbeit: Angenehm sei die Maske nicht, aber damit könnten alle gut leben.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Nach zwei Monaten Ruhe können sich die Fahrschulen der Region über Arbeit nicht beklagen – der Mehraufwand wirkt sich allerdings auf die Preise aus. So sehen Schulungsfahrten in Zeiten des Coronavirus aus.

Blinker setzen, Schulterblick, dann die Spur wechseln. Vorsicht, bei einem Stoppschild müssen die Räder zum vollen Stillstand kommen. Monatelang waren sie aus dem Straßenverkehr verschwunden. Seit Mitte Mai fahren sie wieder, die Fahrschulautos. Viele Fahrschüler mussten mit ihrer Führerscheinausbildung pausieren. Dadurch entstand ein Stau in der Ausbildung und auch bei den Prüfungen. Aber trotz der Wiederaufnahme der Schulungsfahrten und der Unterrichte wird es noch eine Weile dauern, bis dieser Stau abgearbeitet ist – denn die Fahrschulen haben einen erhöhten Aufwand zu bewältigen.

Fahrschule in Neuburg: Fahrlehrer sind froh, wieder unterrichten zu dürfen

Zuerst einmal sind alle Fahrlehrer froh, dass sie überhaupt wieder mit ihren Schülern im Auto sitzen dürfen. Mit der neuesten Lockerung darf auch wieder 90 Minuten geschult werden und ein weiterer Fahrschüler kann auf dem Rücksitz Platz nehmen. Das bedeutet, dass Schüler auch wieder von zuhause abgeholt werden können. „Bisher sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, berichtet Philipp Schragner. Der Kreisvorsitzende des Fahrlehrerverbandes und Inhaber der Fahrschule Fahrstil sieht die Situation als Schuss vor den Bug. „Bei einigen reicht die Kalkulation nicht für Rücklagen. Die brauchen wir aber.“ Zwar hätte mit einer solchen Situation niemand rechnen können. Aber manche Fahrschule hätte nur durch Staatshilfen überleben können. „Deshalb können wir mit den Einschränkungen gut leben.“ Schragner ist sich sicher, dass es bei einem zweiten Lockdown keine Staatshilfen mehr geben wird. Dazu dürfe es nicht kommen.

Dass es mit den Einschränkungen geht, bestätigt Josef Libal: „Mit Maske zu unterrichten und zu fahren, ist nicht gerade angenehm, aber wir halten uns gerne dran. Denn einen zweiten Lockdown darf es nicht geben.“ Der Betreiber der gleichnamigen Neuburger Fahrschule lobt die Schüler und deren Eltern für ihr Verständnis. „Wir haben während des Stillstands telefonisch beraten und jetzt sehr viel zu tun, aber alle ziehen mit und verstehen, dass momentan alles etwas langsamer geht.“

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Der Wagen müsse nach jedem Schüler gereinigt und desinfiziert werden, erklärt Harald Schmid von Harry’s Fahrschule. „Die Fahrzeuge leiden darunter.“ Inzwischen befinde sich in den Lenkrädern viel Elektronik. Außerdem würden die Oberflächen im Fahrzeuginneren empfindlich auf Desinfektionsmittel reagieren. „In einem Multifunktionslenkrad leidet die Technik unter den scharfen Mitteln.“ Alle drei – Schragner, Libal und Schmid – loben die Zulassungsstelle am Landratsamt und den TÜV in der aktuellen Situation. Alle würden an einem Strang ziehen, damit der Stau an Führerscheinanwärtern möglichst rasch abgebaut werden könne.

Fahrschulen mussten beim Theorieunterricht umdisponieren

Selbst beim Theorieunterricht mussten die Fahrschulen umstellen. Schmid und Schragner bieten zusätzliche Stunden an, da die Teilnehmerzahl begrenzt und damit viel geringer als früher ist. Auch bei der Fahrschule Libal gibt es zusätzlichen Unterricht. Außerdem weicht die Fahrschule auch schon mal in größere Räume aus.

Die Fahrschüler, die vor der Schließung kurz vor der Prüfung standen, durchlebten eine Hängepartie. Nach Wiedereröffnung mussten sie dann einige Fahrstunden zusätzlich absolvieren, haben aber inzwischen zum Großteil ihre Prüfungen absolviert. Die Fahrlehrer sind von Montag bis Samstag unterwegs. Maximal elf Stunden am Tag dürfen sie schulen. Das gibt das Arbeitsrecht so vor. Und dann reiche es auch, so die einhellige Meinung der Fahrlehrer.

Mehr Kurse, mehr Reinigungen, weniger Fahrstunden durch die Abstandsregeln. All das hinterlässt auch Spuren beim Preis. Harald Schmid hat kürzlich erhöht. Josef Libal schaut sich die nächsten vierzehn Tage an. Aber der Trend geht nach oben.

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