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15.06.2009

Feine Musik mit schönem Gesang

Sinning/St. Wolfgang "Viva Cristo" - der seit zehn Jahren die Herzen seiner Zuhörer erfreuende sechsköpfige Frauenchor aus Karlshuld - wusste auch am vergangenen Samstagabend in der auf einem dicht bewaldeten Berg liegenden Sankt-Wolfgang-Kirche bei Sinning zu begeistern. Während draußen noch die Vögel zwitschern und die Abendsonne im Inneren des 1657 errichteten Sakralbaues seine letzten Strahlen verbreitet, haben Chorchefin Martha Stelzer (Sopran Gitarre) und ihre Mitstreiterinnen Corina Bertl (Alt, Percussion, Altflöte) Conny Schnell (Alt, Percussion, Blockflöte), Petra Graf (Sopran, Percussion), Gabriele Heigl (Sopran, Keyboard, Blockflöte) und Hermine Pfäfflinger (Sopran Gitarre) im Altarraum längst ihre Plätze eingenommen.

Bunte und wohlige Wärme verbreitende Lichter und farbige Tücher verweisen auf den besonderen Platz in dieser außergewöhnlichen Kirchenarchitektur. Der Altar ist zu einer Art Bühne geworden. Die Plätze davor sind leider nicht ganz ausverkauft. 60 Augenpaare sind es, die sich den feinen musikalischen, unter dem Motto "Miteinander unterwegs" stehenden Bogen, die leisen, verhaltenen Töne und die von Lektorin Roswitha Geyer vorgetragene Geschichte "Eine Frau erzählt von ihrer Freundin" verinnerlichen. Zaghaft folgen die Besucher zunächst dem Sextett, nehmen schließlich dessen Rhythmus auf, geben ihn zurück. Etliche von ihnen wippen mit den Füßen im Takt.

"Viva Cristo" hatte den Schlüssel zur emotionalen Ebene der Zuhörer schnell erreicht und damit auch neue Freunde gefunden. Ob beim "Gott gab uns Augen zu sehen", beim "Look I open my hands", beim "Staunen vor dem Wunder deiner Liebe", beim "Offenen Himmel" und all den anderen Beiträgen - die sechs Damen wissen zu zelebrieren, mit jedem Ton und mit jeder Modulation die Hoffnung der christlichen Botschaft herauszuschälen. Mit ihren brillant-gefühlvollen Vorträgen heben die Interpretinnen die ganze Sehnsucht, den Trost und die Zuversicht der Menschen hervor.

Die gelungene Beherrschung der Instrumente schafft eine weitere Verbindung zwischen Vortragenden und Zuhörern. Man spielt in der Kirche und hat dennoch auch etwas Heiteres im Repertoire. Es sind jedoch mehr die leiseren Töne, die allein schon von der Besetzung her dominieren. "Viva Cristo" ist eine Gruppe, die mit feiner Musik und schönem Gesang, die noch dazu bestens in eine Kirche passen, zu bestechen weiß.

Die Zuhörer sind von dem von der Gruppe ausgehenden Feuer ergriffen und spenden nach etwas knapp über 60 Minuten begeistert Applaus. Natürlich auch, um Martha Stelzer und ihrer Truppe etliche, natürlich gern gewährte Zugaben zu entlocken. Große Freude herrschte auch bei Gisela Drossbach, die den Abend in der vom Wevelder Adelsgeschlecht gestifteten Sankt-Wolfgang-Kirche ermöglicht hatte. Geht es nach der Historikerin und nach deren Gatten, so soll die ehemalige Wallfahrtskirche (bis 1822) in Zukunft wieder mit Leben erfüllt werden. Erster Ansatzpunkt ist die am Sonntag, 5. Juli, um 10 Uhr mit Pater Georg stattfindende Bergmesse.

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