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Neuburg

23.10.2019

Fernfahrer sorgen für Probleme in Neuburg

Im Industriegebiet Grünau stehen tagsüber die Lastwagen entlang der Ruhrstraße Schlange. Auch nachts nutzen viele Lkw-Fahrer das Industriegebiet oder andere Gebiete in Neuburg für ihre Ruhezeiten.
Bild: Marcel Rother

Plus Sie parken nachts und an Wochenenden in Gewerbe-, Industrie- und Wohngebieten und vermüllen mitunter die Umgebung. Die Stadt hat eine Lösung im Blick.

Das Problem schwelt seit Jahren vor sich hin, nimmt aber immer größere Ausmaße an. „Es wird mehr und mehr“, sagte Hans Mayr in der Stadtratssitzung am Dienstag. Er war es, der das Thema auf die Tagesordnung brachte, weil er wiederholt von Bürgern darauf angesprochen wurde. Demnach wurde in letzter Zeit beobachtet, dass viele Fernfahrer zur Einhaltung der gesetzlichen Ruhe- und Standzeiten ihre Fahrzeuge im Neuburger Stadtgebiet abstellen. Dies sorgt aus mehreren Gründen für Unmut unter den Bürgern.

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„Am Wochenende und in der Nacht sind wir belagert von Lkw – die Gewerbe- und Industriegebiete sind voll“, sagte Mayr. Mit allen negativen Begleiterscheinungen: Die Fernfahrer würden vor ihren Lkw kochen, ihre Notdurft verrichten und Müll hinterlassen. Mayr nimmt sie aber in Schutz und betont, dass ihnen keine andere Möglichkeit bliebe, etwa weil entlang einzelner Straßen Sanitäranlagen und Mülleimer fehlten. „Die fahren tausende Kilometer und werden so von uns empfangen?“, fragte Mayr rhetorisch. Seiner Meinung nach sei es überfällig, Fernfahrern eine angemessene Infrastruktur zu bieten.

Neuburg: Ist ein Parkplatz für Lkw-Fahrer die Lösung?

Dass etwas passieren soll, darin waren sich die Mitglieder im Stadtrat einig. Oberbürgermeister Gmehling verwies auf die Zustände in der Ruhr- und Spreestraße im Industriegebiet Grünau, die die Stadt bereits seit Jahren beschäftigen. Punktuell wurden mobile Toiletten und Mülleimer aufgestellt, deren Effekt hält sich allerdings in Grenzen. „Das Problem tritt auch in Wohngebieten auf“, betonte Verkehrsreferent Bernhard Pfahler. Er führte die Ambergstraße, die Paul-Winter-Straße oder den Eternitweg an. Weil beispielsweise Kühltransporter ihre Kompressoren auch nachts über laufen lassen müssten, fühlten sich durch die Geräusche zunehmend Anlieger gestört.

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Vereinzelt stehen im Industriegebiet Grünau Dixi-Klos und Mülleimer.
Bild: Marcel Rother

Als Ursache für die Vielzahl an Lkw kam wiederholt die Nähe zur B16 zur Sprache, auf der naturgegeben viel Lieferverkehr unterwegs ist. Unabhängig davon, ob die Lastwagen Ziele in Neuburg anfahren, würden sie – aufgrund der günstigen Lage – in der Stadt Halt machen. Bürgermeister Rüdiger Vogt warf ein, dass einzelne Unternehmen wie Verailla oder Rockwool bereits Sanitäranlagen mit Duschen und Toiletten bereitstellen oder diese gerade bauen würden. Das Problem sei dennoch da. Daher regte Hans Mayr an, einen zentralen, kontrollierten Parkplatz für Lkw-Fahrer mit Wasch- und Sanitäreinrichtungen zu errichten. Die Finanzierung könnte anteilig durch die Stadt, das Staatliche Bauamt des Freistaates Bayern, den Landkreis und ansässige Industrie- und Gewerbebetriebe erfolgen.

Neuburg: Langfristig hilft nur ein Autohof an der B 16

Stadtrat Matthias Enghuber begrüßte den Vorstoß. Indem man einen zentralen Parkplatz ausschildere, könne man das Parken in Wohngebieten verbieten und leichter gegen Lkw-Fahrer vorgehen. Mögliche Flächen seien im Industriegebiet Grünau vorhanden. Da diese nicht im Besitz der Stadt seien, müsse man „an Unternehmer appellieren, dass sie Flächen zur Verfügung stellen“, sagte Gmehling. Entsprechend wurde die Verwaltung damit beauftragt, zu klären, ob ein Grundstück zur Verfügung gestellt werden kann und der Bau eines Parkplatzes für Lkw-Fahrer mit Sanitäreinrichtungen grundsätzlich möglich ist.

Langfristig könne jedoch nur ein Autohof Abhilfe schaffen, sagte Mayr. Daher mahnte er: „Im Zuge des vierspurigen Ausbaus der B16 sollten wir Autohöfe fordern.“ Die Stadt habe dem zuständigen Staatlichen Bauamt Ingolstadt für einen Autohof an der B16 bereits eine Fläche nach der Zeller Kreuzung auf der rechten Seite vorgeschlagen, bestätigte Oberbürgermeister Gmehling. Bis dort ein Autohof entsteht – wenn überhaupt – werden noch Jahre vergehen. Bis dahin sind Zwischenlösungen gefragt.

Lesen Sie dazu auch den Artikel "Folgt den Dixi-Klos ein Imbisswagen?"

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