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Birdland

27.02.2015

Fest verwurzelt mit Blick über den Tellerrand

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Am Freitag kommt Miguel Zenon, am Samstag Oliver Wasilesku, jeweils mit Band

International besetzt ist das aktuelle Quartett von Miguel Zenón aus Puerto Rico, der am Freitag im Birdland Neuburg auftritt, mit dem Oliver Wasilesku Trio am Samstag zeigt sich die hohe Qualität, die auch in der Region im Jazz vorhanden ist. Für dieses Konzert sind nur noch Stehplätze vorhanden.

Der 38-jährige Altsaxofonist Zenon war in seiner Karriere nicht nur für mehrere Grammys nominiert, sondern wird mit Kritikerlob nur so überschüttet. Er gilt als einer, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, eine völlig neue Jazzsprache im 21. Jahrhundert entwickelt zu haben. In der Tat bündelt der aus Puerto Rico stammende Hotblower gleich mehrere Stile in seinem Horn, die heutzutage als schwer „en vogue“ gelten: Latin, klassische Elemente, Folk und natürlich Jazz.

Doch Zenón liefert nicht etwa einen undefinierbaren, trendbewussten Klangeintopf, sondern vielmehr eine authentische Melange aus Stimmungen, Emotionen und Fantasien, die in dieser Form wohl nur im kulturellen Spannungsfeld zwischen Süd- und Nordamerika entstehen können. Es mag wie ein Motto gelten, dass sich der inzwischen überall hoch geachtete Alto-Star auf seine Fahnen geschrieben hat und das auch bei seinem zweiten Auftritt im „Birdland“ mit seinem Dauerpartner Luis Perdomo am Piano, Jorge Roeder am Bass sowie Henry Cole an den Drums Gültigkeit besitzen soll: Zu jeder Phase eine aufregende, unerhörte Rezeptur aus altbekannten Zutaten kreieren.

Möglicherweise erinnert sich der eine oder andere noch an die Premiere von Oliver Wasilesku im „Birdland“ vor ziemlich genau fünf Jahren. Schon damals durfte sich der Neuburger Pianist über einen ausverkauften Hofapothekenkeller und das Publikum über einen unterhaltsamen sowie kurzweiligen Abend freuen. Welch eklatanten Reifeprozess der Steinway-Jazzförderpreisträger inzwischen hinter sich hat, durften die Stammgäste bei Wasileskus zweitem Heimspiel im Januar 2014 hautnah miterleben. Mit Tom Diewock, 2004 in Ingolstadt mit dem Jazzförderpreis ausgezeichnet, und dem Eichstätter Kontrabassisten Ulrich Schiekofer bildet er ein kongeniales Pianotrio, das fest in der Tradition verwurzelt bleibt, aber dennoch immer wieder über den Tellerrand hinausblickt.

Im Vordergrund steht das Zusammenspiel, ein ausgewogener Bandklang, dem sich jeder unterordnet und der den Mitspielern genügend Raum gibt. Auf dem Programm stehen Originals und Standards, aber auch die eine oder andere jazztaugliche Nummer aus dem Bereich der Popmusik hat es in das Repertoire der Formation geschafft. Verboten ist dagegen Langeweile jedweder Art. Oliver Wasilesku und Co. wollen ihr Publikum auf hohem Niveau unterhalten und ganz nebenbei auch selbst richtig viel Spaß haben. (nr)

gibt es telefonisch unter 08431/41233, übers Internet: reservierung@birdland.de oder an der Abendkasse.

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