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Neuburg-Schrobenhausen

23.06.2020

Fieberambulanz: Neuburgs Ärztesprecher kritisiert das Aus

Die Fieberambulanz im Neuburger Marstall ist geschlossen.
Bild: Claudia Stegmann (Archiv)

Plus Seit Mittwoch sind die Ambulanzen im Landkreis zu. Ärztesprecher Kurutz und BRK-Organisationsleiter Pfahler bedauern die Schließung. Warum die Zentren wichtig sind.

Seit Mittwoch sind die Fieberambulanzen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen geschlossen. Die beiden Einrichtungen im Neuburger Marstall und im Schrobenhausener Schulungszentrum des Bayerischen Roten Kreuzes waren die ersten Anlaufstellen für Corona-Verdachtsfälle. Das Bayerische Innenministerium hob vergangene Woche wegen sinkender Infektionszahlen den Katastrophenfall auf. Dies bedeutete das Aus der beiden Fieberzentren.

Neuburgs Ärztesprecher Dr. Ulrich Kurutz und BRK-Organisator Bernhard Pfahler sehen die Schließung sehr kritisch. „Wir müssen uns bewusst sein, dass das Problem noch nicht gelöst ist“, sagt der Mediziner besorgt. Er war federführend an der Umsetzung der beiden Ambulanzen im Landkreis beteiligt. Gemeinsam mit vielen engagierten Kollegen hatte Kurutz die Fieberzentren in Neuburg und Schrobenhausen in kürzester Zeit aufgebaut. Ihr gemeinsames Ziel war es, Patienten auf Corona-Symptome zu untersuchen, ohne diese aber in einer hausärztlichen Praxis zu behandeln. Denn gerade dort, erklärte der Allgemeinmediziner, hätten viele Menschen Angst gehabt, sich mit Covid-19 zu infizieren.

Fieberambulanzen in Neuburg-Schrobenhausen

Knapp eineinhalb Wochen hatte es gedauert, bis die beiden Praxen organisiert und bezogen waren. Tage, in denen der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ein Konzept entworfen hatte, das die Bevölkerung in der Region davor schützen sollte, sich mit dem weltweit grassierenden Coronavirus anzustecken. Über drei Monate waren die Fieberambulanzen nun in Betrieb und die Bilanz der Initiatoren fällt ausnahmslos positiv aus.

Fieberambulanz: Neuburgs Ärztesprecher kritisiert das Aus

Mit den externen Ambulanzen wurden die Hausärzte im Landkreis entlastet und eine Ausbreitung des Virus wurde vermieden. Das belegen auch die Zahlen: In Neuburg wurden 136 Patienten und in Schrobenhausen 68 Patienten untersucht. 26 von ihnen wurden positiv auf das Covid-19-Virus getestet.

Rotes Kreuz und Ärzte kritisieren die Schließungen

Der Neuburger BRK-Organisationsleiter Pfahler sagt auf telefonische Nachfrage: „Es war eine gute Einrichtung und sie hat sich bewährt.“ Pfahler und sein Team waren für das Hygienekonzept in den Praxen zuständig. Dass die Anlaufstellen jetzt geschlossen wurden, kritisiert Pfahler. Er hätte es begrüßt, dass trotz der sinkenden Infektionszahlen eine kleinere Fieberambulanz in Betrieb geblieben wäre. „Sie im kleineren Stil fortzuführen, wäre gut gewesen“, urteilt der BRK-Organisationsleiter.

Dem kann Kurutz nur zustimmen: „Ich bin von den Schließungen überhaupt nicht begeistert.“ Allein die Patientenzahlen zeigen, wie viel Potenzial in den Einrichtung liege, argumentiert er. Die Arbeit in den Zentren fasst er als eine „hervorragende Leistung“ zusammen. Die zurückliegenden Wochen seien für Hausärzte eine enorme Belastung gewesen. Mit den Ambulanzen konnten sie entlastet werden. Im Moment setzt er sich dafür ein, dass die Ambulanzen wieder eröffnen.

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