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Autorenlesung

15.04.2011

Fiktiver Amoklauf im Ingolstädter Gymnasium

Lisa Graf-Riemanns neuester Krimi „Donaugrab“ spielt in der Region

Neuburg Ein vermisster Jugendlicher, ein Brandanschlag und ein Todessturz halten die Ingolstädter Kripo in Atem. Keine Angst, die Rede ist nicht von einer besorgniserregenden Gewaltwelle in der Nachbarstadt, sondern von Lisa Graf-Riemanns druckfrischem Regionalkrimi „Donaugrab“, der in Ingolstadt spielt. Die Autorin las daraus vor leider nur knapp einem Dutzend Zuhörern im Bücherturm.

„Donaugrab“ ist nach „Eine schöne Leiche“ der zweite Oberbayern-Krimi der im Berchtesgadener Land lebenden Autorin. Diesmal führt es den sehr emotional agierenden Hauptkommissar Stefan Meißner in den Ingolstädter Schulalltag. Dank Leistungsdruck, komplizierten Situationen der Eltern, fehlender Wertschätzung der Schüler wird dieser als ein ziemlich undurchschaubares und teils unfaires Milieu beschrieben. „Ich habe mich getraut, dieses emotionale Thema aufzugreifen, weil ich auf die Jugendlichen, die durch dieses Leistungsnetz fallen, aufmerksam machen möchte“, so Graf-Riemann.

Aber auch an anderer Stelle kommt es knüppeldick für Kommissar Meißner: Nicht auf einer idyllischen Blumenwiese, sondern im dreckigen Auffangbecken des Donaukraftwerks gibt es einen grausigen Fund einer Leiche und eine Brandstiftung in der Tiefgarage des Gymnasiums könnte der Auftakt zu einem Amoklauf sein. Dank der energischen Berichterstattung der lokalen Medien stehen der Kommissar und seine junge Kollegin Marlu Rosner in der Öffentlichkeit.

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Graf-Riemann, 1958 in Passau geboren, hat lange Zeit in der Nähe von Ingolstadt gelebt und arbeitete als Dolmetscherin für die Polizei. Ihr örtliches und polizeiliches Wissen lässt sie liebevoll, immer passend und nie übertrieben in „Donaugrab“ einfließen. Die Autorin versteht es vortrefflich, einen spannenden Kontrast zwischen typischer Landidylle und harter Alltagsrealität aufzubauen. Eine bilderreiche Sprache verbindet Land und Leute. Da joggen Ärzte aus einer privaten Kinderklinik aus Neuburg am Tatort vorbei und unterhalten sich mit den Kollegen von der Spurensicherung. Der Täter, ein künftiges Opfer oder alles nur Zufall? Natürlich wird an dieser Stelle nichts verraten!

Bis zur überraschenden Auflösung verleiten in allerlei Szenen zum Schmunzeln: wenn zum Beispiel Meißner und Marlu mit ihrem Dienstwagen wie bei der Ralley Paris-Dakar übers Ingolstadt-Eulerfeld brettern und Maisäcker und Stoppelfelder durchpflügen. Apropos Dienstwagen – alles und jeder fährt natürlich die Hausmarke mit den vier Ringen.

„Donaugrab“ macht dem beliebten Genre Regionalkrimi alle Ehre, nimmt schnell Fahrt auf und zieht den Leser zwischen Audikreisel, Burggraben, Matthäuskirche und Antoniusschwaige regelrecht ins Geschehen hinein, bis es zum großen Showdown auf dem Audi-Werksgelände kommt. (ugl)

Info: „Donaugrab“, Emons Verlag; ISBN: 978-3-89705-820-0

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