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Neuburg

15.10.2019

Finanzieller Hoffnungsschimmer

Die Stadtwerke Neuburg müssen sparen.
Bild: Marcel Rother

Nach den Katastrophenjahren 2016 und 2017 scheinen die Neuburger Stadtwerke nun auf einem guten Weg. Ein Loch könnten die Abfindungen reißen.

Die Stadtwerke müssen liefern, der Druck ist groß. Nach der Kritik an den hohen Schulden und geforderten Einsparmaßnahmen inklusive betriebsbedingter Kündigungen, muss der Wirtschaftsplan in diesem Jahr dringend eingehalten werden. Das weiß auch der Chef des Rechnungswesens, Florian Frank, der gestern im Werkausschuss den Stadträten den Halbjahresbericht präsentierte.

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Als „hoffnungsstimmend“ bezeichnet er die Zwischenbilanz. Die Personalaufwendungen befänden sich gut im Plan, allerdings sind darin Sondereffekte wie mögliche Abfindungen für die gekündigten Mitarbeiter nicht enthalten. Auch die sonstigen Einsparmaßnahmen zeigen erste Erfolge. 200.000 Euro liege man bei den betrieblichen Aufwendungen unter dem Soll. Alles sei auf den Prüfstand gestellt worden, berichtet Frank, von überflüssigen Versicherungen bis hin zu unnötig teurem Druckerpapier. Allerdings dürfe man bei all den Einsparmaßnahmen nicht vergessen, dass auch Geld verdient werden muss. So halte er „vertriebliche Maßnahmen zur Ergebnissteigerung“ für angebracht.

Im Halbjahresbericht liegen die Stadtwerke Neuburg im Soll

Beim Netzentgeld in den Bereichen Strom und Gas kommt in diesem Jahr endlich wieder Geld in die gebeutelte Stadtwerke-Kasse. Rund 1,2 Millionen Euro erwartet Frank beim Strom, 800.000 Euro sind es beim Gas. Geld, das benutzt werden kann, um die rund drei Millionen Euro Defizit bei den Bädern, den Tiefgaragen und dem öffentlichen Personennahverkehr auszugleichen.

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Im Bereich Strom ist ein deutlicher Rückgang der abgegebenen Mengen zu verzeichnen, so Frank. Noch deutlicher fällt der Rückgang in Euro aus. „Der Markt ist hart umkämpft“, erklärt der Controller. Mehrere Großabnehmer haben die Stadtwerke als Kunden verloren und gleichzeitig schmelzen die Margen. Warum?, wollten die Mitglieder des Werkausschusses wissen. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling nahm die Stadtwerke in Schutz: „Ich habe selbst schon Gespräche mit den Betriebsleitern vieler großer Neuburger Firmen zu diesem Thema geführt, aber diese haben den Stromeinkauf nicht in der Hand. Das läuft alles über die Konzernzentralen.“

Mehrere Großabnehmer haben die Stadtwerke Neuburg als Kunden verloren  

Anders im Gasbereich. Die Verkaufsmengen konnten gesteigert werden, wie auch die Einnahmen. Grund sei der Gewinn neuer Kunden und witterungsbedingt höhere Verbräuche. Das kompensiere den Rückgang beim Strom. Die Verbräuche und Einnahmen im Bereich Wasser und Wärme seien auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahreshalbjahr.

Es scheint also, als seien die schlimmen Jahre 2016 und 2017 tatsächlich überstanden und die Stadtwerke auf einem guten Weg. „Es sind aus heutiger Sicht keine bedeutenden Ergebnisabweichungen zum Wirtschaftsplan 2019 erkennbar“, sagt Frank. Die Liquiditätssituation sei gut, geplante Kreditaufnahmen können Richtung Jahresende verschoben werden und die Kredite würden planmäßig getilgt.

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