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Neuburg

30.11.2017

Fledermäuse an der Brandlwiese

Diese Spechthöhle an der Brandlwiese könnte neue Bewohner haben.
Bild: Sebastian Englschall

Das Dilemma bezüglich der Höhlen der Flugräuber.

Wer in letzter Zeit an der Brandlwiese spazieren ging, dem könnte aufgefallen sein, dass einige Bäume durchnummeriert sind. Wer sich da an Hausnummern erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch, denn die Bäume sind bewohnt.

Die Fledermausexpertin Birgit Schwark erklärt: „In Bayern gibt es 24 Fledermausarten, 19 davon wurden schon im Landkreis gesichtet.“ Am häufigsten seien der große Abendsegler und die Zwergfledermaus, in der Nähe der Donau sei auch die Wasserfledermaus verbreitet. Und wenn es im Zeitraum von Oktober bis März kalt wird, suchen die Flugsäuger nach einem Ort für den Winterschlaf, erklärt ihr Ehemann Horst Schwark. Ein Astloch, eine Spechthöhle oder eine andere hohle Stelle in einem Baum eignet sich da natürlich.

Hohle Bäume sind häufig krank

Und das führt zu Schwierigkeiten. Hohle Bäume sind häufig krank. Teilweise sind die Bäume an der Brandlwiese von Pilzen und anderen Schädlingen befallen und werden zu gefährlich, um sie in der Nähe des Donauradwanderweges stehen zu lassen. Doch einen „Fledermausbaum“ kann man nicht einfach fällen, den viele Unterarten stehen unter Naturschutz.

Einmal im Jahr werden die kranken Bäume kontrolliert und markiert. Falls sie beschnitten werden müssen, entscheiden der Landschaftsplaner Dieter Lillicht und Siegfried Muschler von der Stadtgärtnerei in Absprache mit dem Ehepaar Schwark das weitere Vorgehen. „Ein kranker Baum ist wie Zwieback“, erklärt Lillicht anschaulich „Wenn er trocken ist, ist er zerbrechlich und porös, wenn er nass wird, zerfällt er.“

Bewohnte Bäume werden erhalten

Sollte es sich wirklich um einen Schlafplatz handeln – zu erkennen an Ausscheidungen oder Sozialrufen – kann man nur oberhalb dieser Stellen schneiden. Dann kann die Krone durch Seile gesichert oder tote Äste entfernen, um Gewicht vom Stamm zu nehmen, erklärt Muschler.

Solche Maßnahmen sind teuer. Es sei immer schwierig, Rücksicht auf die Fledermäuse zu nehmen und dabei nicht die Sicherheit des Radwegs zu gefährden. Dennoch hatte das Ehepaar Schwark in den rund 15 Jahren, seit denen sie die Schlafplätze besuchen, nie etwas zu meckern. Die Sicherheit der Tiere sei stets gewahrt worden. „Die Stadt Neuburg gibt viel Geld für Naturschutz aus“, sagt Horst Schwark „und es gibt immer Leute, die sich darum kümmern“.

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