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28.07.2010

Flexibilität ist gefragt

Dieses von Jungschreiner Bernhard Pototzky aus Leidling (im Hintergrund links im Gespräch mit Innungsobermeister Stephan Appel) geschreinerte Bett gehörte zu den 24 Gesellenstücken, die im Marstall ausgestellt waren. Die kleine Leonie durfte mit Papa und Mama schon mal Probe liegen. Foto: Manfred Reichl
Bild: Manfred Reichl

Neuburg Nicht viele Berufe fühlen sich so sehr dem Wandel der Zeit unterzogen wie der des Schreiners. Neben dem Design fordern die Kunden vor allem Flexibilität im Bereich des zu verwendenden Materials. Wie dies aussehen kann, war bei der Ausstellung der Gesellenstücke im Marstall zu sehen.

Über einen gewissen Zeitraum nahezu gänzlich vom Markt verschwunden, wird Eiche aufgrund der gestiegenen Nachfrage wieder stärker verarbeitet. Holz dürfe wieder Struktur aufweisen, Naturbelassenheit sei wieder in und leichte Brauntöne mehr und mehr gefragt, erklärte Innungsobermeister Stephan Appel. Augenfällig wurde seine Aussage bei der Ausstellung der mitunter mit einem raffinierten Materialmix versehenen Gesellenstücke im altehrwürdigen Marstall in der Neuburger Altstadt. 24 Jungschreiner hatten ihre im Rahmen von höchstens 80 Stunden gefertigten Möbelstücke präsentiert und dabei Lob und Anerkennung seitens der zahlreichen Besucher eingeheimst.

Da kam der gute alte Schreibtisch ebenso zur Geltung wie die aus amerikanischem Kirsch- und Nussbaumholz gefertigte Weintheke, der Sideboard, die TV-Wand und vieles andere mehr. Zum allererstenmal gab es auch ein Doppelbett zu bewundern, auf dem die kleine Leonie mit Papa und Mama sogar Probe liegen durfte. Gefertigt hat die Schlafgelegenheit aus Kernbuche Bernhard Pototzky aus Leidling.

Techniker und Gestalter

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Alle Stücke zeigten auf, dass sich im Schreinerhandwerk Meister Eder längst schon verabschiedet hat. Wer sich diesem Beruf widmet, muss Techniker und Gestalter in einer Person sein. Nichtsdestotrotz gehören Hightech und Tradition nach wie vor eng zusammen. Gefordert ist in diesem Beruf Fachwissen und Geschick, vor allem jedoch eine ganze Menge an Fingerspitzengefühl. Schreiner sind auf dem Bau ebenso zu Hause wie in Büros und noblen Wohnräumen.

Dass es bei der Schaffung neuer Lebensräume mit hoher Wohnqualität den individuellen Stil bzw. die Idee des Auftraggebers zu berücksichtigen und handwerklich umzusetzen gilt, darauf verwies vor 130 interessierten Zuhörern die Münchner Architektin Alessandra Dylla in ihrem Vortrag über die chinesische Energielehre "Feng Shui". Es handelt sich dabei um eine über zwei Jahrtausende alte Lehre vom Erzeugen der Harmonie in und außerhalb von Gebäuden. Sie basiert auf dem Ausgleich der Yin- und Yangenergien als zwei gegensätzliche, jedoch sich ergänzenden Kräfte des Kosmos.

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