Newsticker
RKI meldet 17.855 Neuinfektionen, Inzidenz steigt auf 129
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Floristen: So sieht ein moderner Adventskranz aus

Neuburg

25.11.2019

Floristen: So sieht ein moderner Adventskranz aus

Ein Trend in dieser Saison sind halbgeschmückte Metallringe zur Dekoration von Fenstern, Türen oder Wänden. Die Inhaberin des Blumenfachgeschäfts Blumenhandwerk, Diana Fink, und Floristmeister Dirk Nietfeld präsentieren einen solchen Ring im Geschäft am Schrannenplatz.
2 Bilder
Ein Trend in dieser Saison sind halbgeschmückte Metallringe zur Dekoration von Fenstern, Türen oder Wänden. Die Inhaberin des Blumenfachgeschäfts Blumenhandwerk, Diana Fink, und Floristmeister Dirk Nietfeld präsentieren einen solchen Ring im Geschäft am Schrannenplatz.
Foto: Marcel Rother

Plus Einerseits dominiert barocke Pracht, andererseits schlichte Eleganz. Warum Trockenblumen ein Comeback feiern und Nachhaltigkeit im Trend liegt.

Erlaubt ist, was gefällt – und gern noch etwas mehr. So beschreibt Floristmeisterin Christiane Kettnaker von Blumen Fürst den Trend hin zu Weihnachtsgestecken in barocker Pracht. Verschiedene Materialien, Formen und Farben werden wild kombiniert, dem Geschmack sind dabei keine Grenzen gesetzt. Gold und Silber, Glitzer und Grün, Tannenzapfen und Seidenbrokat – die Mischungen sähen auf den ersten Blick bisweilen „schräg“ aus, gibt Kettnaker zu. Aber: „Je länger man hinsieht, desto mehr Details erkennt man und verliert sich in der opulenten Fülle aus Formen und Farben.“

Woher das Verlangen nach üppiger Pracht kommt? Die Menschen übten heute in vielerlei Bereichen Verzicht, sei es beim Essen oder der Kleidung. An Weihnachten dagegen wollten sie sich etwas gönnen. „Zuhause soll es richtig schön sein“, sagt Kettnaker. Dabei empfinde jeder etwas anderes als schön. Neben dem Trend zur Opulenz mache sich daher auch das Thema Nachhaltigkeit bemerkbar, das in diesem Jahr den Bereich der Weihnachtsdekoration erfasse. Vintage und Upcycling sind dabei Stichwörter. Kerzen in Rostrot seien in diesem Zusammenhang ebenso gefragt wie ausrangierte Lebkuchendosen, aus denen beispielsweise ein Christstern sprießt.

Barock und bunt dürfen sie sein, die Weihnachtsgestecke in diesem Jahr. Verwendet werden dabei unterschiedlichste Farben und Stoffe.
Foto: Marcel Rother

Adventskränze aus getrockneten Blumen liegen im Trend

Diana Fink ist Inhaberin des Blumenfachgeschäfts Blumenhandwerk und weiß, dass derzeit auch der sogenannte Boho-Style in Sachen Weihnachtsgestecke schwer angesagt ist. Bei Hochzeiten bereits in den vergangenen Jahren beliebt, arbeitet der am Lifestyle der Bohémiens – Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler – angelehnte Trend in der Floristik mit einem Material, das bei uns vor 30 Jahren schon einmal in Mode war: Trockenblumen. „Wir kombinieren beispielsweise Pampasgras mit getrockneten Blüten“, erklärt Fink. Um es weihnachtlich zu machen, könne der Adventskranz oder das Gesteck mit Seidenkiefer und Kugeln in Rosé- oder Goldtönen ergänzt werden.

Ebenso beliebt wie der Boho-Style sei bei den Kunden nach wie vor der skandinavische Stil. In der Inneneinrichtung der vergangenen Jahre kam kein Hipstercafé, das etwas auf sich hielt, um die schlichte Natürlichkeit der nordischen Länder vorbei, nun hat sie also auch die deutschen Wohnzimmer zur Vorweihnachtszeit erreicht. „Kein Glitzer, kein Schnickschnack“, lautet das Motto, wie Fink erklärt. Vielmehr sei weniger mehr, puristisch müsse es sein. Soll heißen: Natürliche Materialien wie Zapfen kommen zum Einsatz, dazu weiße Kerzen. Und, ganz wichtig: Wer ganz vorne mit dabei sein will, dürfe in diesem Jahr eine Pflanze als Bestandteil der Weihnachtsdeko auf gar keinen Fall auslassen. Eukalyptus. Mindestens ebenso hip seien Olivenzweige, reichten aber in Sachen Trendfaktor nicht ganz an das australische Myrtengewächs heran.

Trockenblumen stehen für den sogenannten Boho-Style.
Foto: Marcel Rother

Metallringe sind ein Hingucker in der Vorweihnachtszeit

Ebenfalls ein absoluter Trendsetter seien in diesem Jahr laut Fink Metallringe zum Aufhängen. Im Gegensatz zu ihren liegenden Artverwandten, den etwas in die Jahre gekommenen Adventskränzen, werden die modernen Ringe aufgehängt. Und noch etwas unterscheidet sie von den althergebrachten Klassikern: Statt in Gänze werden sie nur zur Hälfte geschmückt. Ob dabei auch gesamtgesellschaftliche Trends wie die Ressourcenschonung ausschlaggebend waren oder doch eher gestalterische Gesichtspunkte, sei dahingestellt – beziehungsweise gehängt. Eines steht fest: So dekoriert, mit oder ohne Kerzen, schmücken die Ringe Türen, Fenster oder Wände moderner Vorweihnachtszimmer.

Abseits all dessen darf natürlich nicht vergessen werden, dass es auch unter den Adventskränzen trotz all des Innovationseifers auch in diesem Jahr die zeitlosen Kombinationen gibt, die es immer gab. Klassiker für die Ewigkeit, gebundene Evergreens sozusagen. Zum Beispiel: grüner Kranz, rote Kerzen. Wer die kauft? „Unsere heimeligen Kunden“, sagt Kettnaker. Heimelig? Wie weihnachtlich!

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren