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Ingolstadt

02.07.2019

Flugtaxis in Ingolstadt: Immer mehr  Unternehmen dabei

So könnte die Zukunft aussehen: Der City-Airbus, ein Flugtaxi, wurde im März mit einer XXL-Inszenierung der Weltöffentlichkeit auf dem Rathausplatz vorgestellt. In Ingolstadt und der Region soll die Mobilität der Zukunft erforscht und getestet werden. 
Bild: Luzia Grasser

In Sachen „Urban Air Mobility“ hat Ingolstadt sich international einen Namen gemacht. In der Region werden bald Flugtaxis getestet. Und immer mehr Akteure beteiligen sich an der Initiative.

Der Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl sagte es so: „Man denkt dabei jetzt automatisch an Ingolstadt.“ Und mit diesem „dabei“ ist das gemeint, was in Ingolstadt vor inzwischen einem Jahr ordentlich Schub bekommen hat. Es läuft unter dem Stichwort „Urban Air Mobility“, ist besser bekannt als das „Flugtaxi-Ding“ und meint letztlich die groß angelegte, von der Europäischen Union unterstützte Initiative, mittels derer in der Region Ingolstadt die städtische Mobilität der Zukunft erprobt werden soll. Es geht um den Verkehr in der dritten Dimension, darum, wie sich Menschen künftig in urbanen Räumen fortbewegen werden. Und es geht darum, wer diese fliegenden Vehikel und alles, was dazu gehört, erforscht, entwickelt, produziert, Gewinne damit erzielt und an seinem Standort Arbeitsplätze schafft.

Ingolstadts OB: Der Wettbewerb ist „knallhart“

Der Wettbewerb ist global und „knallhart“ wie Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel am Dienstag nochmals betonte. „Wenn wir in Europa mithalten wollen, müssen wir schauen, dass sich Netzwerke bilden und wir die Bürger mitnehmen.“ Der OB blickte bei einem Termin im historischen Sitzungssaal nicht nur auf das vergangene Jahr zurück. Er blickte nach vorn und erweiterte zugleich das Zukunftsnetzwerk. Denn im Rathaus unterzeichneten am Dienstag 14 weitere Unternehmen das „Manifesto of Intent“. Diese Absichtserklärung hatten am 19. Juni vergangenen Jahres initiativ die Stadt Ingolstadt, die Landkreise drumherum, EU-Kommission, Bundesregierung, der Freistaat Bayern, die großen hiesigen Unternehmen (Audi, Airbus) und die großen Forschungseinrichtungen unterzeichnet. Sie erklären darin ihre Bereitschaft, „in der Region Ingolstadt innovative Mobilitätskonzepte für den Luftraum entwickeln und erforschen zu wollen“. Das Ziel der Initiative laut Lösel – auch in Konkurrenz zu China und den USA: „Ein Führungsanspruch im Bereich der Mobilität.“

Im März war es bereits gelungen, hierfür ein international wahrgenommenes Zeichen zu setzen: Auf dem Ingolstädter Rathausplatz wurde der City-Airbus der Weltöffentlichkeit präsentiert. Bis der wirklich fliegt und Passagiere transportiert, kann es zwar noch dauern. Aber in Manching, wo ein Testgelände für Drohnen ist, soll es noch im Laufe des Jahres Probeflüge geben.

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In Manching werden die Drohnen getestet

Dass die Geräte abheben können, ist schon bewiesen: Airbus hatte den viersitzigen, elektrischen City-Airbus mit vier Rotoren erstmals am 1. Mai in Donauwörth in die Luft gebracht. Das Karlsruher Start-up Volocopter hat sogar schon seit 2016 die deutsche Verkehrszulassung für ein zweisitziges, elektrisches Flugtaxi und ist 2017 in Dubai im Test autonom geflogen. Und Mitte Mai hatte das fünfsitzige, elektrische Flugtaxi Lilium Jet in Oberpfaffenhofen bei München seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert. Dergleichen soll in Manching bald Routine werden. Dort wird sich das brigkAir, ein Ableger des digitalen Gründerzentrums brigk, um die Start-ups der Branche kümmern und diese miteinander in Kontakt bringen.

Insgesamt über 100 Akteure bei der Flugtaxi-Initiative

Denn viele wollen dabei sein, wenn an der Zukunft gearbeitet wird. Da sind Branchengrößen dabei wie die Deutsche Bahn, aber auch hoch spezialisierte Firmen aus dem gesamten Land. Am Dienstag unterzeichnete zum Beispiel auch Droniq die UAM-Absichtserklärung. Droniq ist ein Joint Venture der Deutschen Flugsicherung DFS und der Deutschen Telekom. Es will die „führende digitale Plattform für die unbemannte Luftfahrt“ werden. Das Unternehmen bietet „ein auf Mobilfunknetzen basierendes Verkehrsmanagement für unbemannte Systeme“ an, das Drohnenpiloten ein „umfassendes Situationsbewusstsein“ vermitteln soll. Ein andere Firma, die das Manifest mit unterzeichnet hat, ist Spezialist für Sicherheitssitze. Software-Entwickler sind dabei oder Leichtbauer. 64 Unternehmen sind – Stand diese Woche – am Start. Insgesamt, sagte Lösel in einer kleinen Zwischenbilanz, seien es inzwischen über 100 Akteure.

Die noch viel zu tun haben werden, bis aus der UAM-Initiative breites, nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum entsteht. Lösel weiß: „Wohlstand wächst nicht auf den Bäumen, den muss man sich täglich wieder erarbeiten.“ (mit dpa) 

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