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Neuburg

07.10.2015

Frei für eine Karriere mit goldenem Boden

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Die vier Prüfungsbesten aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen erhielten eine gesonderte Ehrung durch den Kreishandwerksmeister Hans Mayr (Mitte): Georg Ettenreich, Benjamin Roth, Ramona Oechsler und Anna Eder.
Bild: Manfred Dittenhofer

Kreishandwerkerschaft feiert 63 neue Gesellen – und würdigt auch die Leistung von elf altgedienten Meistern.

Eines muss den 63 frischgebackenen Gesellen nach der Freisprechungsfeier am Sonntag in der Großen Dürnitz im Neuburger Schloss klar gewesen sein. Mit der Lehre ist das Lernen nicht vorbei. Im Gegenteil. Denn alle Redner, angefangen von Kreishandwerksmeister Hans Mayr über Landrat Roland Weigert und Neuburgs 3. Bürgermeister Johann Habermeyer bis zum Schuldirektor der Eichstätter Berufsschule, Wendelin Ferstl, betonten die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens. Außerdem wurden vor der traditionellen Freisprechung noch elf Altmeister, die bereits 35 Jahre Handwerksbetriebe führen und Azubis ausbilden, mit dem goldenen Meisterbrief geehrt.

Eine besondere Auszeichnung erhielten danach mit Anna Eder, Ramona Oechsler, Georg Ettenreich und Benjamin Roth zwei Gesellinnen und zwei Gesellen als Prüfungsbeste. Anschließend erhoben sich 63 scheidende Azubis und wurden von Hans Mayr in traditioneller Weise von ihren Lehrherren freigesprochen. Ein Brauch, der aus dem späten Mittelalter stammt, wie Mayr erklärte. Damals seien die Handwerker nach ihrer Lehre aus dem Familienverbund ihres Meisters entlassen und in das Zunftbuch eingetragen worden. Danach stand eine Wanderschaft an, die mindestens drei Jahre und einen Tag dauern musste und Grundvoraussetzung für einen späteren Meisterbrief war.

Hans Mayr blickte aber nicht nur zurück in die tiefe Vergangenheit des Handwerkertums, sondern auch in die Gegenwart und in die Zukunft. Die jungen Gesellen hätten die erste Stufe ihrer handwerklichen Karriere erklommen. Wer sich aber nicht weiterbilde, gehe in dieser Welt unter. „Die abgeschlossene Lehre ist nur ein Fundament für den weiteren Weg.“

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Aber ein wichtiges Fundament, wie auch Landrat Roland Weigert bekannte. Denn auf dem Wissen und auf den Menschen, die man während der Lehre kennengelernt habe, könne man immer aufbauen. Das gute Bildungssystem in Deutschland sei mit ein Grund, wieso viele Menschen ins Land kämen und bleiben wollten. In der Region liege die Jugendarbeitslosigkeit bei rund zwei Prozent. In einigen EU-Ländern bei 50 bis 60 Prozent. „Wer in der Region Arbeit sucht, findet sie - aber er muss leistungsbereit und wissbegierig sein. Nutzen Sie auch weiterhin das tolle Bildungssystem.“

Mayr und Weigert sprachen auch die gerade stattfindenden starken Veränderungen durch den Zustrom der Asylsuchenden an. Mayr plädierte dafür, dass man sich den aktuellen Veränderungen mit Sinn und Verstand stellen müsse. „Wir müssen unsere Leistungsfähigkeit erhalten. Daher können wir nicht unendlich aufnehmen und selbst vor die Hunde gehen.“ Mayr sprach den Junggesellen ins Gewissen: „Mischen Sie sich ein, auch in der Politik und bei gesellschaftlichen Themen.“

Weigert lenkte den Fokus auf den Facharbeitermangel, den man seiner Meinung nach nicht mit den Flüchtlingen lösen könne. Dazu fehle einfach die sprachliche und auch die berufliche Vorbildung. Weit über 90 Prozent der jungen Asylsuchenden hätten keine abgeschlossene Berufsausbildung. Daher werde die Schlüsselressource Bildung noch wichtiger.

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