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09.03.2009

Freistaat verlässt sich nicht auf die EU allein

Karlskron (mr) - In der hohen Qualität, der Entwicklung neuer Produkte sowie einer offensiven Markterschließung sieht Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner beste Chancen für die Land- und Ernährungswirtschaft. Nur so könnten sie auf dem Weltmarkt weiter bestehen. Allerdings bedürfe es hierzu auch einer weiteren Stärkung der Beratung. Dies gelte nicht nur für Vollerwerbs-, sondern auch für landwirtschaftliche Zu- und Nebenerwerbsbetriebe.

Als Vertreter der bayerischen Staatsregierung war Helmut Brunner zu Gast bei der 37. Mitgliederversammlung des Landeskuratoriums für pflanzliche Erzeugung (LKP) im Landgasthof Haas in Karlskron. Im Rahmen seiner Ausführungen über den Beitrag des Agrarwirtschaftsgesetzes zur Sicherstellung einer flächendeckenden Landbewirtschaftung ließ der Minister keinen Zweifel daran, dass dieses Gesetz nicht nur der Land- und Ernährungswirtschaft, sondern durch die damit verbundene Entwicklung des agrarpolitischen Weges in Bayern in modernisierter Form dem gesamten ländlichen Raum neue Perspektiven biete. Das Gesetz sei ein Zeichen dafür, dass sich der Freistaat nicht allein auf die Rahmenregelungen der EU sowie des Bundes verlasse, sondern seinen eigenen Gestaltungsspielraum bewusst zum Wohle der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes ausschöpfen wolle.

Zugute komme das Gesetz auch den Dorfhelferinnen und den Betriebshelfern, den Bildungszentren im ländlichen Raum sowie den Landjugendorganisationen und anderen zentralen Maßnahmen. Selbstverständlich werde auch das LKP weiterhin mit Fördermitteln unterstützt. Wie in den vergangenen Jahren stehen dafür 2009 wiederum 6,1 Millionen Euro zur Verfügung. Schließlich, so Brunner, liege die Zukunft des LKP in einem weiteren Ausbau von Beratungsdienstleistungen. Themenfelder wie Klimaschutz, verbessertes Wassermanagement sowie die Reduktion des Energieverbrauches würden neue Herausforderungen an die Landwirtschaft stellen, welche die Bauern ohne fachliche Unterstützung nur schwer bewältigen könnten, so der Landwirtschaftsminister.

Gelächter seitens der Anwesenden gab es, als Brunner die von der Bundesregierung beschlossenen Ziele verkündete. Demzufolge sollen bis zum Jahre 2020 die Erträge um 20 Prozent gesteigert, der Energieverbrauch um den gleichen Anteil gesenkt und der Anteil der Bioenergie ebenfalls auf 20 Prozent angehoben werden. Eine Lanze brach Brunner für die direkte Förderung der bäuerlichen Betriebe. "Ich möchte nicht, dass ausschließlich der ländliche Raum eine Förderung erfährt." Er sei zuversichtlich, dass die Landwirtschaft in Bayern mittelfristig eine gute Zukunft habe.

Freistaat verlässt sich nicht auf die EU allein

Kritik an mangelnder Beratung

Nichtsdestotrotz gab es auch kritische Anmerkungen etlicher Versammlungsteilnehmer. Robert Koch vom gleichnamigen Kartoffelgroßhandel in Neuburg-Feldkirchen übte Kritik an der mangelnden Beratung der Qualitätskartoffelerzeuger bei Krankheiten wie "Drycar" und "Rhizoctonia". Erzeuger, Händler und Ministerium sollten gemeinsam ein Forschungsprojekt auf den Weg bringen. In diese Kerbe schlug auch ein Händler aus dem fränkischen Triesdorf. Ein von der dortigen Forschungsanstalt diesbezüglich bereits auf den Weg gebrachtes Projekt sei leider am Geld gescheitert, bemängelte er.

Den Vorwurf, die bayerischen Trocknungen seien ein Opfer des neuen Gesetzes, erhob deren Vorsitzender Philipp Schlapack aus Wechingen. Die Bitte um eine nachhaltigere Unterstützung konterte Helmut Brunner mit dem Hinweis, dass es Trocknungen gebe, "die derzeit ganz gut zurechtkommen".

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