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Unterhaltung

07.08.2020

Freude für die Bewohner im Seniorenheim Renafan

„Vogelbeauftragter“ Baldur Herma (links) und stellvertretende Heimleiterin Stefanie Ziegler (rechts) freuen sich über das schöne und funktionale Vogelhaus, das (ab 2. v.l.) Julius Oppenheimer, Elias Ziegler und Peter Mayr gebaut haben und nun ihrem Sponsor, dem Seniorenheim Karlshuld, für dessen Terrasse brachten.
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„Vogelbeauftragter“ Baldur Herma (links) und stellvertretende Heimleiterin Stefanie Ziegler (rechts) freuen sich über das schöne und funktionale Vogelhaus, das (ab 2. v.l.) Julius Oppenheimer, Elias Ziegler und Peter Mayr gebaut haben und nun ihrem Sponsor, dem Seniorenheim Karlshuld, für dessen Terrasse brachten.

Die Senioren hörten bekannte Melodien und Märsche der Königsmooser Musi. Außerdem überreichten Schüler der Paul-Winter-Realschule aus Neuburg ein selbstgebautes Vogelhaus

Mit einem mitreißenden Frühabend-Ständchen Bayerisch-Böhmischer Blasmusik erfreute die Königsmooser Musi Bewohner wie Personal des Seniorenheims Renafan in Karlshuld. Dirigentin Grit Braun hatte bewusst Märsche, Walzer und Polkas ausgewählt, die den meisten Zuhörern bekannt sind. Und so wippte mancher der rund 20 Heimbewohner, die sich im Foyer versammelt hatten, fröhlich mit, als „Die Fischerin vom Bodensee“ oder „Auf der Vogelwiese“ erklangen.

Die 18 Musikanten standen im vorschriftsmäßigen Abstand voneinander – sofern sie nicht eine Familie sind. „Einsätze geben kann ich vergessen“, kommentierte Braun die Corona-Aufstellung fröhlich. „Alle sind heiß darauf, endlich wieder vor Publikum zu musizieren“, betonte Vorsitzender Hans Schiele. Seit vier Wochen wird wieder geprobt – in Früh- und Spätschicht. So seien es nie mehr als zwölf Musiker gleichzeitig und die Abstände können eingehalten werden.

Das Konzert hatte Klarinettistin Julia Köchl vermittelt. Sie ist frisch examinierte Altenpflegerin und hat ihrer Chefin den Vorschlag der Musi unterbreitet. Stellvertretende Heimleiterin Stefanie Ziegler nahm das Angebot gerne an, da Musik immer gut bei ihren Heimbewohnern ankommt und Unterhaltung von außen in den vergangenen Monaten sehr rar war. Und noch eine Überraschung gab es für die Heimbewohner: Schüler der Paul-Winter-Realschule übergaben der stellvertretenden Heimleiterin Stefanie Ziegler ein selbstgebautes Vogelhaus. Das Karlshulder Seniorenheim war der Sponsor des Projektes.

Das praktische und künstlerisch ansprechende Vogelhaus haben Peter Mayr aus Hollenbach, Elias Ziegler aus Untermaxfeld, Julius Oppenheimer aus Grasheim und Robert Märtl aus Neuburg im Rahmen der Projektpräsentation der neunten Klassen an der Paul-Winter-Realschule entworfen und gebaut. Es wurde als bestes Projekt des Zweiges Werken ausgezeichnet. Vorgabe war gewesen, im Stil eines bestimmten Architekten zu bauen. Das Quartett entschied sich für den Architekten Daniel Libeskind, unter anderem, weil er verschiedene Materialien verwendet, Stein mit Holz, Glas und Metall kombiniert. „Bis auf Spacks und Klarlack ist alles recycelt“, erklärt Julius stolz. Solnhofener Plattenkalk aus Bauschutt, aus einem Baumstumpf mit der Bandsäge geschnittene filigrane Latten, Metallröhren aus alten Milchleitungen – die Schüler waren kreativ bei der Beschaffung, sodass ihr Budget bestens ausreichte. Dass das Vogelhäuschen nun auf der Terrasse des Seniorenheims steht, liegt daran, dass die Neuntklässler auf der Suche nach Sponsoren dort angeklopft haben. Für 40 Euro schlug Stefanie Ziegler zu. Sie hofft nun, dass die Senioren ihre Freude an den Vögeln haben werden und sie nicht mehr mit Brot füttern. Daher ernannte sie Baldur Herma kurzerhand zum Vogelbeauftragten. Er soll sich künftig um den Futternachschub kümmern.

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