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02.07.2010

Freundschaft mit Gott

Mit Schwester Lydia Nigg (links) und Schwester Emma Neumeier (rechts), konnten gleich zwei Ordensfrauen gestern im Kloster Maria Ward auf der Luisenhöhe in Neuburg Ordensjubiläum feiern. Foto: Manfred Reichl
Bild: Manfred Reichl

Neuburg Vor 50 beziehungsweise 60 Jahren haben Emma Neumeier und Lydia Nigg allen materiellen Gütern und allem Reichtum abgeschworen und sich für die Freundschaft mit Gott entschieden. Als Ordensfrauen gehen sie seit einem halben Jahrhundert und mehr einen Weg, den sie bis heute noch keinen einzigen Tag bereut haben, so ihr eigenes Bekunden. Gestern feierten die beiden Ordensfrauen ihr Professjubiläum. Es fand statt im Kloster Maria Ward auf der Luisenhöhe. Mit dabei waren die gesamte Ordensgemeinschaft sowie angereiste Verwandte. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer i. R. Helmut Bullinger im Haus der Begegnung, musikalisch umrahmt von Margot Wienhardt und Maria Machel.

Ihm Rahmen seiner Predigt hinterfragte der Seelsorger den Gang ins Kloster als glücklichen Weg. Glück sei kein unerfüllbarer Wunsch, man müsse es wie Schwester Lydia und Schwester Emma nur finden. Schließlich lebe das Glück nicht in der Ferne, sondern in jedem Einzelnen selbst. Eine klösterliche Feier unterliegt immer tiefgreifenden Ritualen. Zusammen mit den beiden Jubilarinnen betete Mater Oberin Richarda Ahle die Fürbitten und neben rhythmischen Liedern aus dem Jesuitenliederbuch brachte man auch den psalmartigen Lobgesang Marias, mit dem sie nach Ankündigung der Geburt Jesu durch den Engel Gabriel beim Besuch ihrer Base Elisabeth auf deren prophetischen Willkommensgruß antwortet, zu Gehör.

Noviziat in Augsburg

Schwester Lydia ist in Heimen bei Hopferau im Allgäu geboren. Noch zur Schule gehend, übernahm sie als 14-Jährige die verantwortungsvolle Tätigkeit als Milchprobennehmerin. Nachdem sie in Kempten Kochen, Nähen und Stricken gelernt hatte, trat sie im Alter von 20 Jahren in den Orden der Englischen Fräulein beziehungsweise die heutige Congregatio Jesu ein. 1952 wurde sie in Augsburg eingekleidet, machte dort auch ihr Noviziat, um danach 33 Jahre als tüchtige Hauswirtschafterin tätig zu sein.

Freundschaft mit Gott

Auch für den Dienst an der Pforte sowie für die Betreuung der Gäste war sie sich nicht zu schade. Nach der Auflösung des Ordens in Kempten wechselte Schwester Lydia nach Klosterwald bei Mindelheim. Seit einem Jahr verbringt sie ihren wohlverdienten Ruhestand nun auf der Luisenhöhe.

Obwohl im niederbayerischen Asbach geboren, ist Schwester Emma ein echtes Neuburger Gewächs. Mit 18 Jahren trat sie in Augsburg dem Orden bei, um zusammen mit weiteren sechs Schwestern Anfang der 60er Jahre ihr Noviziat abzulegen. "Kochen und Essen halten nicht nur Leib und Seele zusammen, sie fördern auch die lebendige Gemeinschaft", lautet einer ihrer Grundsätze.

Ihr Wissen vermittelte die ehemalige Pädagogin nicht nur den Schülerinnen an der Realschule, sie brachte und bringt sich auch heute noch diesbezüglich im Kloster ein. So ist die Pflege des Gartens und die Liebe zur Landwirtschaft immer noch die Leidenschaft der 68-Jährigen. Die Frage nach der Wochen- und Lebensarbeitszeit stellt sich für Schwester Emma gar nicht. (mr)

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