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„Fridays for Future“: Raus aus der Komfortzone

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Kommentar Von Norbert Eibel
18.09.2019

Am Freitag ruft die Bewegung „Fridays for Future“ zum globalen Klimastreik auf. Doch wer vertritt wessen Interessen?

Protest ist das Privileg der Jugend. Schließlich liegt die Zukunft der Welt in ihren Händen. Dass die „Fridays for Future“-Bewegung sich aus der jungen Generation rekrutiert, ist also nicht überraschend, obwohl seit jeher darüber lamentiert wird, die Jugend sei apolitisch. Ist sie aber diesmal nicht, sie engagiert sich fürs Klima. Es geht um nicht weniger, als die Welt zu retten.

Dabei ist es diesmal genau andersherum, wie sonst immer. Niemals wäre es der konservativen Elterngeneration in den 70er und 80er Jahren eingefallen, ein Engagement ihrer Sprösslinge in der Anti-Atomkraft- oder der Friedensbewegung rundwegs gutzuheißen. Dieser gesellschaftliche Wandel ist womöglich einfach nur der heimlichen Erleichterung der Eltern geschuldet, dass sich die Kinder jenseits von Spielkonsole und iPhone überhaupt für irgendetwas begeistern können.

„Fridays for Future“: Verzicht ist ein heikles Thema

Doch um im Bild zu bleiben: Wer vertritt bei der ganzen Klimadiskussion eigentlich wessen Interessen? Klimaschutz ist Regierungslinie, gegen wen wird hier also protestiert? Wenn nicht gegen die Politik doch wohl gegen den Konsum, aber Verzicht ist ein ganz heikles Thema für unsere Wohlstandsgesellschaft. Das würde nämlich weniger Geschäfte und somit Reibach bedeuten. Das wird der Staat nicht durchgehen lassen. Die mantrahaften Forderungen nach Steuererhöhungen darf man als Ankündigung von mehr staatlicher Gängelung und Einschränkungen unserer Freiheit verstehen.

Besser wäre es da, selbst aktiv zu werden. Um die eigene Komfortzone zu verlassen, muss jeder von uns ein klein wenig sein Verhalten ändern. Freitags demonstrieren und sich die anderen Wochentage von Papa mit dem SUV zur Schule kutschieren lassen, gilt dann nicht mehr.

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