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19.06.2009

Frischfleisch für die Glaubensbrüder

Bald wird das Männerwohnheim im Rosental abgerissen: Nötige Renovierungen wären zu teuer, das Vermieten der 35 Zimmer ist unrentabel geworden. Die armen Salesianer-Brüder! Ob sie dann wohl traurig sind? So ganz allein am Waldesrand? Wenn um 21 Uhr in der Zelle das Licht erlischt, werden sie vergeblich lauschen - keine Karaoke mehr im Wohnheim, keine fröhlichen Biergelage, nur noch Grillenzirpen.

In den Fünfzigern war aus einer Werkstätte des Salesianums das Studentenheim geworden. Seitdem ist die Zahl der Mönche immer weiter gesunken. Inzwischen sind es nicht einmal mehr zwanzig Salesianer in Eichstätt.

Vielleicht sollte ja die Schließung des Wohnheims dieser Entwicklung entgegensteuern? Die Studenten könnten keine andere so preiswerte Bleibe in Eichstätt finden. Die Entscheidung würde ihnen dann leicht fallen: Statt ins Eichstätter Umland zu ziehen, geht es dann doch besser zu den Ordensbrüdern ins Kloster, klar: Ruhige Lage, keine Miete, gutmütige Mitbewohner. Was will man mehr? Da wären dann nur noch die Prinzipien Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam - und wer putzt dann eigentlich das Bad?

Vielleicht haben die Salesianer auch einfach nur auf die feierlustigen Burschen gehofft, weil der Keller schon ewig kein Bier mehr gesehen hat. Vor 150 Jahren war das Kloster nämlich noch eine Gaststätte. Warum wundern sich die Brüder dann eigentlich über die Feierlaune ihrer Studenten?

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