Blasmusik

10.05.2016

Für die Mütter

Die Blaskapelle Oberhausen spielte am Samstag für die Mütter ein Konzert.
Bild: Annemarie Meilinger

Kapelle Oberhausen spielt Marschmusik, Folklore und Pop

Es ist schon eine kleine Tradition: Am Samstag vor dem Muttertag spielt die Blaskapelle Oberhausen ein Konzert für die Mütter. Nicht nur für die, die für die Blaskapelle Fahrdienste und Kuchenspenden übernehmen und stundenlanges Üben an Blechinstrumenten ertragen, sondern auch für alle, die gern die Ergebnisse der wöchentlichen Proben in der alten Schule in Unterhausen hören wollen. Die etwa 130 Zuhörer, die in die Oberhausener Turnhalle kamen, wurden nicht enttäuscht.

Sie erlebten ein vielfältiges und spannendes Konzert, eine erlesene Auswahl aus der breiten Palette von Musikwerken, die es für Blasorchester heute gibt. Zum Auftakt spielten die dreißig Musiker einen schmissigen Marsch, den ein britischer Komponist einst tapferen Soldaten widmete: „Sons of he brave“ von Thomas Bidgood. Im zweiten Stück schon wurde erkennbar, warum die Blaskapelle für dieses Konzert nicht weniger als acht Schlagwerke aufgebaut hatte. Für die Bläservariante von Mussorgskys „Das große Tor von Kiew“ wurden fast alle benötigt. Das schwermütige und sich träge dahin schleppende Stück aus der „Bilder einer Ausstellung“-Serie endete mit einem gewaltigen mehrfachen Trommelwirbel.

Zwischen den Stücken informierte Daniela Appel die Zuhörer über Hintergründe zu den Kompositionen. Auch darüber, dass der geniale Mussorgsky wohl nicht nur ein Alkoholproblem hatte – seine eigene Schwermut legte er in seine Musik, die die Musiker hoch konzentriert und punktgenau intonierten. Ebenso anspruchsvoll, weil mit zahlreichen Takt- und Stimmungswechseln ausgestattet, gestaltete sich „Der Kurier des Zaren“. Franz Watz beschreibt in seiner bewegten Komposition die gefährliche Arbeit des Kriegsberichterstatters, der am Ende gefeiert wird. Folklore aus Osteuropa und Zigeunermusik waren die Grundlage für das musikalische Epos des niederländischen Komponisten Kees Vlak mit den Titel „Israel Shalom“. Mit einem stabilen Bassfundament ausgestattet, bewegt sich das Stück zwischen Wehmut und ausgelassener Leichtigkeit. Bianca Voit berührte hier mit einem zarten Klarinettensolo.

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In der zweiten Hälfte des Konzertabends bewegte sich das Blasorchester im Pop- und Rockbereich. Konsequent am Rhythmus leitete Dirigent Paul Dieterle seine Musiker durch den an- und abschwellenden Marsch „Le lacs du Connemara“ und kraftvoll durch ein Rockarrangement von Sean O‘Loughlin mit dem Titel „Metal“, bei dem die vier Schlagwerker wieder sichtlich gut beschäftigt waren. Nach gefühlvoll vorgetragener Filmmusik aus „Die Schöne und das Biest“ zeigte das Orchester mit einem rund-swingenden Bigbandsound, dass es sich auch in der Musik der 20er Jahre wohlfühlt: Von „Donna Klara“ bis „Salome“ führte Dirigent Paul Dieterle seine Musiker durch das Medley.

Am Ende gab es reichlich Applaus und zwei interessante Zugaben, für die man eigens einen Amboss zwischen die Schlagwerke gestellt hatte. Elias Ettenreich schlug das seltsame Musikinstrument taktsicher – und stemmte es am Ende zur Verwunderung des Publikums in die Höhe. Die eigens für Amboss komponierte „Feuerfest-Polka“ von Johann Strauß setzte einen pfiffigen Schlusspunkt unter das höchst interessante und anspruchsvolle Musikereignis.

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